Grosse Vielfalt am FIFF

Das Internationale Filmfestival Freiburg startet in die 23. Ausgabe

Das Internationale Filmfestival Freiburg FIFF - traditionsgemäss dem Filmschaffen aus Asien, Afrika, Lateinamerika und dem Nahen Osten verpflichtet - setzt für seine Ausgabe 2009 (vom 14.-21. März) neben einem breit gefächerten Wettbewerb mit 14 Filmen aus 12 Ländern vor allem auf die Schwerpunktländer Indien, Brasilien, Peru und Nigeria.

Das Panorama "Out of Bollywood" dokumentiert selbstredend die Vielfältigkeit des indischen Filmschaffens ausserhalb der glamourösen Metropole und vereint so die zahlreichen Sprachen und Kulturen des Subkontinents. Das Panorama Fábulas da Favela widmet sich den armen Vororten der brasilianischen Grossstädte und zeigt die dort herrschende Not in Dokumentarfilmen, aber auch in Thrillern und Musicals. Ein weiteres Panorama widmet sich dem peruanischen Regisseur Francisco Lambardi, der am FIFF persönlich anwesend sein wird. Das Panorama "Made in Nollywood" hingegen widmet sich einem recht eigentümlichen Phänomen - der in Lagos ansässigen Filmindustrie von Nigeria, die am Laufmeter amateurhaft wirkende Billigfilme produziert, die zwar nicht in die Kinos kommen, aber auf DVD und im Internet auf ein grosses und enthusiastisches Publikum stossen.

Edouard Waintrop, der künstlerische Leiter des FIFF, hat im Gegensatz zu seinen Vorgängern keinerlei Berührungsängste mit Genrefilmen und Kommerzkino. Davon zeugen zwei weitere Panoramen, die unverkennbar seine Handschrift tragen: Der Pate in Asien versammelt Thriller aus Indien, Japan und Hongkong, die sich um das organisierte Verbrechen drehen, und die alle in einem Zusammenhang mit The Godfather von Francis Ford Coppola gesehen werden können. Ein letztes Panorama nennt sich schliesslich "Die Rache der Frauen" und widmet sich einem obskuren Subgenre: den so genannten "Rape & Revenge Movies", in denen vergewaltigte Frauen sich an ihren Peinigern rächen. Dieses Panorama, das vorwiegend aus amerikanischen und französischen B-Movies besteht und sich damit recht weit vom Grundgedanken des FIFF entfernt, wird wohl für Gesprächsstoff sorgen. Wie viele Festivalbesucher sich aber bei diesem riesigen Anbgebot ausgerechnet für die Wiederaufführung von unzimperlichen Brutalos wie Baise-moi entscheiden werden, das muss sich erst noch zeigen.

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fiff.ch
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