Starship Troopers: Marauder: Interview mit Caspar Van Dien

Er sieht aus wie eine "Ken"-Puppe, mag Filmverrückte und ist mit der schönen Catherine Oxenberg verheiratet. Er hatte seinen Durchbruch als "Johnny Rico" in Starship Troopers und liebt es über Filme, Spezialeffekte und Käfer zu plaudern. OutNow.CH traf Casper Van Dien in einem Zürcher Hotel, wo wir uns in einem leeren Restaurant an einen Tisch setzten und drauflos quatschten. Einiges Gelächter später gabs dann auch noch eine kleine Fotosession mit seiner Ehefrau, die uns in weissen Socken und ohne Schuhe begrüsste. Aber lest selber, was Casper Van Dien von Starship Troopers halt, warum er in Starship Troopers 2 nicht dabei war und was es mit der berüchtigten Nacktszene in Starship Troopers: Marauder auf sich hat.

OutNow.CH (ON): Kannst du uns kurz sagen, wie du zum Schauspielern gekommen bist?

© OutNow.CH/db

Casper Van Diem (CVD): Wow, für das muss ich weit zurückgehen. Ich bin in New Jersey aufgewachsen. Meine Eltern nahmen mich viel in die Broadway- and Off-Broadwayproduktionen mit. Und mein Vater sah viele Filme mit mir im Kino. Wir guckten alles! Die alten "Tarzan"-Filme oder "Abbott und Costello" und ich wurde komplett süchtig nach Kinofilmen. Es ist also total der Fehler meiner Eltern, dass ich jetzt hier sitze.

Dann ging ich nach Los Angeles, weil ein Manager damals seine "glücklichen Sieben" suchte. Neben mir waren da beispielsweise Elijah Wood (Lord of the Rings), Jonathan Taylor Thomas (Home Improvement), Jennifer Love Hewitt (I know what you did last summer), Paul Sutera (The Brady Bunch Movie) und noch andere junge Schauspieler. Wir waren zu siebt und ich war der Älteste. Der Manager starb vor ein paar Jahren an AIDS, aber er war der Grund, warum ich anfing, Filme zu drehen.

Der Durchbruch kam natürlich mit Starship Troopers und wegen Paul Verhoeven and Edward Neumeier. Dieser Film hat mich in Hollywood etabliert und mir die Chance gegeben, in dieser Industrie zu bleiben. Edward Neumeier war der erste, der mich damals im Raum sitzen sah, als ich mit den anderen Kandidaten auf ein Gespräch für Starship Troopers warten musste. Und Ed, der übrigens auch das Drehbuch für Robocop geschrieben hat, deutete auf mich und bat mich, zu ihm zu kommen. Er drückte mir ein Gewehr in die Hand und bat mich, ein paar Sachen damit zu zeigen. Ich erinnerte mich an die Drills der Militärschule und zeigte ihm ein paar Bewegungen, die ihm scheinbar gefallen haben. Er sagt seitdem immer, dass er wusste, das ich "Johnny Rico" war, sofort als er mich gesehen hat. Paul Verhoeven meinte jeweils, dass er das gleiche wusste, aber bereits als ich durch die Tür gekommen war.

Die beiden ziehen sich heute noch damit auf. Damals wollte aber das Studio einen grossen Namen, wie Tom Cruise oder so, in der Hauptrolle. So fragten sie nach ein Paar Tests. Und genau das machte Paul auch. Er testete uns als Paar mich für "Johnny Rico" und Denise Richards für "Carmen Ibanez". Niemand anderes wurde getestet. Und er schickte diese Aufnahmen dem Studio. Die konnten dann auswählen. Aus einem Typen für die männliche Rolle und einer Frau für die Weibliche. Danke Paul Verhoeven für das!

ON: Hast du eine Ahnung, warum Starship Troopers so erfolgreich war?

CVD: Ich glaube, der Film war nicht so erfolgreich, wie sie das gerne gehabt hätten. Ich glaube aber, der Film war ein Selbstläufer und viele Regisseure fanden ihn gut. Aber er wurde von vielen Leuten verpasst, als er das erste Mal im Kino lief. Ich kann das kaum glauben. Aber, ich war wohl zu nah dran am Projekt, las das Skript und war voll drin. Darum hab ich wahrscheinlich auch den Humor besser verstanden. Ich war immer erstaunt, wie Leute den Humor des Filmes nicht verstanden haben und sich dann über die Geschichte ärgerten.

Jetzt in Starship Troopers: Marauder ist diese Art von Humor zurück. Die Satire ist zurück. Und Edward Neumeier, der Regisseur, hämmert es dieses Mal total. Er hatte bedenken, dass der Humor zuviel des Guten sein würde, aber da die Leute im ersten Film den Humor nicht geschnallt haben, hat er nochmals einen Zahn zugelegt. Aber die Leute scheinen das immer noch nicht zu kapieren. Ich konnte es kaum glauben! Er hat das Zeugs quasi mit der Schaufel in deren Rachen geschoben und trotzdem kapieren sie es nicht? Come on! Aber zurück zu deiner Frage. Es ist ein Film über Käfer. Jawohl. Aber er hat Substanz, die Charaktere sind gelungen und ein paar perverse Leute haben ihren kranken Humor da reingesteckt. Und da er dir gefallen hat, bist du auch so ein kranker Freak! Und ich freue mich, dich kennen zu lernen!

ON: Glaubst du nicht, dass die Käfer an sich mehr Kredit für den Erfolg bekommen sollten?

CVD: Definitiv. Die Käfer sind die Stars des Films. Die Käfer und die Satire sind wohl die grössten Erfolgsfaktoren von Starship Troopers. Ich bin froh, ein Teil dieser Produktion zu sein und freu mich tierisch, dabei sein zu können. Aber, natürlich, die Käfer sind die Stars. Du kannst Filme über Käfer machen, kein Problem. Aber du brauchst jeweils eine gute Geschichte und etwas Spezielles. Dieses "Ken and Barbie in Space" oder "90210 in Space", oder wie auch immer sie es nannten, war absolut geplant. Sie wollten dieses saubere Image, nur um dann die Hölle einstürzen zu lassen und das absolute Gegenteil zeigen zu können. Die Monsterkäfer, die schauerlichen Sachen, das Blut, die Köpfungen. All das Fetzige, halt. Da gab es kein "Hey, komm wir machen Frieden". Es war töten oder getötet werden. Und das klappt für mich im Film jederzeit. Oh, und der Fakt, dass der Film missverstanden wurde. Das sollte auch Kredit bekommen.

ON: Wieso warst du bei der Fortsetzung, Starship Troopers 2, nicht dabei?

© OutNow.CH/db

CVD: Ich wollte ja, aber sie liessen mich nicht. Sie wollten keine Charaktere aus dem ersten Film in der Fortsetzung. Auch keinen Humor oder Satire. Sie wollten einen Zombiefilm im Weltall. Ein Gore-Fest. Und Nacktheit. Und Sex. Und das haben sie ja prima hingekriegt, oder? Aber Gott sei Dank haben sie den Film gemacht, so konnten wir dann noch einen ranhängen. Weisst du, vielen Leuten gefällt der Film nicht. Aber genügend Leute haben sich den Film auf DVD angesehen, um uns die Möglichkeit zu geben, nochmals einen Teil zu filmen. Ich war damals sehr wütend, weil die mich nicht im Film wollten. Als ich von einem Sequel hörte, wollte ich sofort zusagen, Als sie vom kleinen Budget sprachen, war das für mich kein Problem. Als sie sagten, dass Paul Verhoeven nicht mehr Regie führen würde, sagte ich "Okay, I mag Phil Tippet". Aber sie wollten mich noch immer nicht. Ich war am Boden zerstört. Als dann Edward Neumeier gefragt wurde, was er braucht, um den dritten Teil zu filmen, war seine Antwort: "I will Casper Van Dien zurück als Johnny Rico". Und ich liebe ihn für das! :)) Ed brachte dann auch den Humor und die Verrücktheit des ersten Films zurück.

ON: Deine Ehefrau, Catherine Oxenberg, hat auch eine kleine Rolle im Film. Wie war die Zusammenarbeit? Verhältst du anders am Set, wenn sie dabei ist?

CVD: Ja, wir haben sie da reingeschmissen. In einer Szene sind wir alle nackt. Männer und Frauen. Sie war schockiert ab dieser Szene. Richtig erschreckt. Aber sie schaut mir im Film nach. Sie checkt meinen Arsch aus. Du wirst es sehen im Film. Sicher, es ist anders, wenn sie am Drehort ist. Wir haben immer grossen Spass zusammen, aber dieses Mal habe ich sie wohl wirklich eschreckt. Ich empfehle dir, solche Sachen nicht unbedingt nach zu machen. Aber ich mag es, wenn ich sie um mich habe. Sie ist so kreativ und lustig. Wir haben fünf Kinder zusammen und versuchen, so oft es geht, an gemeinsamen Projekten zu arbeiten. Ich vermisse sie, wenn sie nicht da ist. Sie ist aber auch extrem ehrlich. Das trifft dann meistens mich, aber so ist sie halt. Das ist ein Teil ihrer Magie.

ON: Was sind deine Erfahrungen mit dem Green-Screen?

CVD: Es ist wie wenn man mit den meisten Schauspielern aus Hollywood arbeitet (lacht laut) Oops, hab ich das jetzt grad gesagt? Meine Frau bringt mich um! Aber ich mag die Magie des Green-Screens. Ich mag diesen Teil von uns, der nicht erwachsen geworden ist. Die Vorstellung eines Kindes ist unendlich. Alles ist möglich. Wir Schauspieler werden dafür trainiert, diesen Status wieder zu finden. Glücklicherweise, oder unglücklicherweise, bin ich nie erwachen geworden. Ich liebe es. Ich liebe Green Screen, Blue Screen, das Schauspielern, die Kinofilme. Ich liebe es einfach. Ich bin eine Naturgewalt. Ein Fanatischer!

ON: Gibt es einen vierten Teil?

CVD: JA! Wenn ich etwas dabei zu sagen habe, dann definitiv. Ich möchte mehr Filme darüber drehen. Oder gar eine TV-Serie. Oder Filme fürs Kabelfernsehen. Nun, wenn du die Nacktheit und das Blut drin haben willst, müsste es eine Kabel-Show werden. Das kannst du sonst nicht im regulären TV zeigen. Aber die Köpfungen und so sind auch im Kabel schwierig zu zeigen. *hmm* Und John Davison (Produzent von Starship Troopers) rief Edward Neumeier an, nachdem Starship Troopers: Marauder so gut auf DVD lief und sagt: "Du weisst was das heisst, oder? Troopers 4!"

ON: Was sind deine nächsten Pläne?

© OutNow.CH/db

CVD: Ìch versuche, ein Projekt mit meiner Frau zusammen auf die Beine zu stellen. Eine Dokumentation über ihren Grossvater. Er ist ja der Prinz von Jugoslawien und hatte im zweiten Weltkriegt mit den Engländern zu tun. Die hatten ihn gezwungen, Hitler den Krieg zu erklären, so dass England mehr Zeit hatte, sich darauf vorzubereiten. Sie waren also bereit, ein ganzes Land zu opfern, nur damit sie ein wenig mehr Zeit hatten. So ging also ein Land innert sechs Tagen ein, und das für England. Sein Name wurde jetzt zwar wieder reingewaschen und genau das wollen wir auch zeigen.

Ich möchte produzieren, Regie führen und eventuell auch mitspielen. Meine Frau wird mitspielen. Sie spielt ihre eigene Grossmutter, während eine meiner Töchter ihre eigene Mutter spielt. Sie spielen also ihre Vorfahren. Das gabs in dieser Form noch nicht. Das ist ein interessantes Konzept. Plus, wir haben die privaten Briefe von Prinz Paul und Prinzessin Olga, die sich mit den englischen Regierungen austauschten. Alles, was damals passierte, ist in diesen Briefen, die bislang noch nicht veröffentlicht wurden.

Wir haben echte Quotes von Prinz Paul, als er Hitler traf und danach sagte, er hätte dem Bösen in die Augen gesehen und der Mann sei definitiv verrückt. Wir haben diesen Dialog des Meetings. Es ist faszinierend. Der Vater von Catherine hatte uns auf diese Idee gebracht. Und je mehr wir gegraben haben, desto interessantere Fakten sind zum Vorschein gekommen. Ausserdem hab ich gerade erst eine Episode von Monk abgedreht. Etwa einen Monat ist das jetzt her und sie lief letzte Woche im Fernsehen. Ich bin ein grosser Fan von Tony Shaloub und habe diese Gastrolle sehr genossen. Die Folge stammt aus der siebten Staffel. Ihr müsst darauf wohl noch ein paar Jahre warten. (lacht)

ON: Um dieses Interview zu beenden, hab ich noch ein paar Pop-Ups für dich.

CVD: Cool, let's go!

© OutNow.CH/db

ON: Casper, the friendly Ghost

CVD: Mein Mentor

ON: Beverly Hills 90210

CVD: Tori Spelling

ON: Käfer

CVD: (screams) Buuugs! Kill em all!

ON: Die Rolle die ich immer spielen wollte, aber leider nie durfte

CVD: Captain Jack Sparrow. Ich liebe diesen Charakter!

ON: Internet

CVD: IMDB.com. Ich bin regelmässig da und süchtig danach. Ziemlich krank, oder?

ON: Hollywood

CVD: Filme

ON: Schweiz

CVD: Filme...Schokolade...Filme über Schokolade (lacht laut)

ON: Prinzessinnen

CVD: Meine Ehefrau und meine kleinen Töchter

ON: Tarzan

CVD: (ahmt den Schrei nach und erschreckt uns damit zu Tode)

ON: Mein Lieblingsfilm

CVD: True Romance

ON: OutNow.CH

CVD: Geek-Squad. Ich liebe diese Kerle!

Dani Maurer [muri]

Muri ist als Methusalem seit 2002 bei OutNow. Er mag (fast) alles von Disney, Animation im Allgemeinen und Monsterfilme. Dazu liebt er Abenteuer aus fremden Welten, Sternenkriege und sogar intelligentes Kino. Nur bei Rom-Coms fängt er zu ächzen an. Wobei, im IMAX guckt er auch die!

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