Die Goldenen Augen sind verteilt

Das 4. Zurich Film Festival vergibt seine Preise.

Es ist beissend kalt vor dem Zürcher Kaufleuten, und man möchte nicht mit den prominenten Damen tauschen, die hier gleich in freizügigen Abendkleidern vorbeidefilieren werden. Zum Glück erweisen sich die grellen Scheinwerfer beinahe so effizient wie Heizpilze. Die Parkuhr hat ein Mäntelchen mit Goldschleife erhalten. Wahrscheinlich will man verhindern, dass eine Ex-Miss neben abgelaufener Parkzeit ins Bild gerückt wird.

An der Preisverleihung halten Maryam Housseini und Joel Basman als erstes die Laudatio für den Empfänger des Publikumspreises, der via SMS-Abstimmung gewählt wurde. Gewinner ist Stephan Komandarev für seinen Film The World Is Big And Salvation Lurks Around The Corner. Der Regisseur weilt allerdings in Bulgarien und kann den Preis nicht selber abholen.

Die Dokumentarfilm-Jury hat einen einstimmigen Entscheid gefällt: Das Goldene Auge, ein Preisgeld von 20'000 Franken und eine Verleihförderung von nochmals 50'000 Franken gehen an Jurai Lehotsky für seinen Film Blind Loves. Er findet den Preis "very nice", nicht nur, weil man sich darin so schön spiegeln kann.

Die Spielflim-Jurymitglieder Andrea Staka und Stephen Nemeth halten die Laudatio in der Kategorie Debütspielfilm. Die Entscheidung sei brutal gewesen, denn alle Filmer seien auf ihre Art Sieger. Gewonnen hat schliesslich Arash T. Riahi für Ein Augenblick, Freiheit.

Für die Verleihung des Goldenen Auges für den besten Spielfilm gesellt sich auch der Rest der anwesenden Jurymitglieder auf die Bühne, und Peter Fonda, mit Sonnenbrille, erwähnt, wie hart umkämpft auch hier die Entscheidung war. Der Preis geht an Sergey Dvortsevoy für seinen Film Tulpan. Auch Dvortsevoy kann die Auszeichnung nicht persönlich entgegen nehmen, da er an einem Filmfestival (!) sei.

Nun heisst es noch für alle Geehrten, in die Kameras der Fotografen zu lächeln und im hinteren Teil des Saals rätseln Leonardo Nigro, Michael Steiner und Konsorten, ob es wohl an der anschliessenden Party etwas zu essen gebe. Sie müssen nicht verhungern. Im Anschluss an die Preisverleihung begibt man sich in den Nebensaal zur gepflegten Stehparty mit feinen Samosas, Crevettenspiessli und zweierlei Curry mit Reis. Ob nach der Verpflegung noch so richtig abgefeiert wurde, ist jedoch nicht bekannt.

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OutNow.CH
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Kommentare Total: 3

db

naja, Blind Loves würde ich auch nicht als die beste Dokumentaiton bezeichnen. war sicher ein interessanter Film aber schon nur My life inside gab Inhaltlich viel mehr her als dieser.

th

Zitat ebe (2008-10-05 16:44:09)

Seltsamerweise lief der Gewinner der Kategorie "Spielfilm" (Tulpan) in der Kategorie "Debutspielfilm", so dass wir nun in letzterer Kategorie gleich zwei Gewinnerfilme, in ersterer dafür keinen haben (mal abgesehen vom Publikumspreis).

heh?!?

ebe

Seltsamerweise lief der Gewinner der Kategorie "Spielfilm" (Tulpan) in der Kategorie "Debutspielfilm", so dass wir nun in letzterer Kategorie gleich zwei Gewinnerfilme, in ersterer dafür keinen haben (mal abgesehen vom Publikumspreis).

Vielleicht hätte Peter Fonda doch mal seine Sonnenbrille abnehmen müssen...😈😄

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