Das Venedig-Tagebuch 2008

Aufregendes, Witziges, Absurdes, Spannendes vom Festival. Die Beobachtungen der OutNow-Crew, live und unzensiert. Wir präsentieren euch stolz, sozusagen direkt aus dem Kinosaal: unser Lido-Tagebuch!

Ponyo © Frenetic

Tag 1: Mittwoch, 27. August 2008 - Fünf Megapixel für Brad&George

Wie unangenehme Déjà-Vus am besten unterdrückt werden können.

So schnell kann es gehen: Letzte Nacht noch mit fünf jungen, leicht müffelnden Interrailern aus Great Britain im Liegewagenabteil eingepfercht, danach morgens um fünf in Bologna mit defekten Ticketautomaten gekämpft und nun Auge in Auge mit George Clooney und Brad Pitt. Beziehungsweise in letzterem Fall: Auge in Sonnenbrille. Und das alles noch vor dem Zmittag, auf leeren Magen!

Denn die Venedig-Organisatoren zeigen dieses Jahr keine Gnade und fahren die schweren Star-Geschütze gleich am allerersten Tag aus. Die Crew aus Burn after Reading (ausser Brad&George waren da auch noch die Coen-Brüder und Tilda Swinton) gab sich anlässlich der Weltpremiere die Ehre, und als pflichtbewusster Teilzeit-Paparazzo wartet man da natürlich auch in der heissen Venediger Sonne, um die Stars auf dem Weg zur Pressekonferenz abzupassen - wenn auch nur mit einer billigen 5-Megapixel-Kamera ausgerüstet.

Tag 2: Donnerstag, 28. August 2008 - Power for the people!

Wie OutNow in Venedig seine Spuren hinterlässt.

Weiter geht's mit den Déjà-Vus, für einmal im umgekehrten Sinn: Offenbar scheint die Präsenz von OutNow auf dem Lido bei der hiesigen Bevölkerung nachhaltig Eindruck hinterlassen zu haben. Denn die Verkäuferin im letztes Jahr von uns oft frequentierten Panini-Stand hat uns wiedererkannt. Vielleicht einfach, weil sie ein gutes Gedächtnis hat, vielleicht aber dürfen wir uns darauf was einbilden.

In Zwischenzeit hat sich die OutNow-Mannschaft auch im Pressesaal des Palazzo del Cinema breit gemacht und an einer der begehrten Stromquellen festgeklebt. Mit dem italienischen Netzadapter sowie dem Schweizer Dreifachstecker obendrauf reizen wir so die Kapazität der italienischen Steckdosen aufs Äusserste aus. Sollten dereinst Meldungen in die Schweiz dringen, die von einem totalen Stromausfall im Kinopalast berichten - vielleicht trägt OutNow eine Mitschuld daran.

Für Leute, die Kontakt suchen, ist es übrigens empfehlenswert, immer einen Drei- oder Mehrfachstecker dabei zu haben. Denn dann ist es nur eine Frage der Zeit, bis man von einem umherirrenden Journalisten angesprochen wird, den Laptop auf dem Arm wie ein nach Nahrung schreiendes Baby. Der Dreifachstecker bietet die Gelegenheit, Gott zu spielen. Gott über das begehrteste Gut innerhalb dieser vier Mauern: Den Strom. Strom bedeutet Macht. Und Macht macht sexy. So, dass man vielleicht bald nicht mehr auf einheimische Sandwichverkäuferinnen angewiesen sein wird.

Tag 3: Freitag, 29. August - Mit K.u.K. in Reihe 1

Wie OutNow.CH die VIP-Zone stürmte.

Zuhinterst in der Warteschlange stehen muss in Venedig nicht gleichbedeutend sein mit dem Ergattern eines zweitklassigen Sitzplatzes. So geschehen bei der Vorführung von Shirin, der Frauengesichterstudie von Abbas Kiarostami. Man traf sich in der Sala Grande des Palazzo del Cinema, der Ort also, wo man sich in edler Robe des Abends die Weltpremieren zu Gemüte führt. Um 16:00 Uhr ist der Dresscode jeweils noch ein bisschen lockerer. Nichtsdestotrotz wurde heute schon der erste Preis verteilt. Der Japaner Takeshi Kitano übergab dem Iraner Abbas Kiarostami den "Glory to the Filmmaker"-Award. Diesen Preis gibt's zwar erst seit letztem Jahr, und er ist benannt nach dem Titel eines Filmes der ersten Preisträgers. Aber einem geschenkten Gaul... und deshalb liess es sich auch Festivaldirektor Marco Müller nicht nehmen, ein paar Worte an der randvollen Saal zu richten.

Randvoll ist das Stichwort: Denn bei gleich zwei Koryphäen des asiatischen Kinos im Saal ist mit einem Massenauflauf zu rechnen. OutNow.CH hatte deshalb wenig Hoffnung auf gute Sicht auf die Leinwand, als man sich an den hinteren Schwanz der Schlange vor dem Saal stellte. Doch ein ausgeklügeltes Lots- und Platzierungssystem hatte zur Folge, dass einige Zuschauer trotz mehrminütiger Wartezeit am Ende auch noch auf dem Balkon sitzen konnten. Gleichenorts also wie die weltberühmten Regisseure. So sass OutNow.CH nur 15 Sitze weiter von Kitano und Kiarostami in Reihe 1. Ob solch einer überraschenden Ehre ging sogar das Fotografieren vergessen, was angesichts der zahlreichen Bodyguards sowieso schwierig geworden wäre.

Tag 4: Samstag, 30. August 2008 - Kaugummiglacé mit Emmanuelle

Warum OutNow.CH trotz nächtlicher Insel-Irrfahrt auch heute wieder früh aus den Federn hüpfte.

Manchmal ist es schon hart, morgens um sieben aufzustehen. Besonders schwer fällt's, wenn man am Abend zuvor die spontane Idee gehabt hat, die Wartezeit aufs Schiff mit einer Inselrundfahrt per Bus zu verkürzen und sich dabei bezüglich Inselgrösse massiv verschätzt hat. Immerhin wissen wir jetzt: Bis zum Leuchtturm am Ende des Lidos ist's ein langer, langer Weg. Und immerhin konnten während der Wartezeit einige interessante kulinarische Erkenntnisse in Form der Glacésorten Lakritze, Wassermelone, Öpfelringli und Kaugummi gewonnen werden.

Aber zurück zu den Filmen: Heute hat sich das Aufstehen gelohnt, stand doch der gelungene Horror-Psycho-Dschungelthriller Vinyan auf dem Programm. Anlässlich dieses Filmes wurde später erstmals eine Pressekonferenz besucht, denn schliesslich ist Emmanuelle Béart auch mit ihren mittlerweile 45 Jahren noch eine schöne Frau. Aber offenbar denken andere nicht so, denn der Saal war zu zwei Dritteln leer, so dass man sich beinahe in der Pressekonferenz eines burmesischen Bauerndramas gewähnt hat. Sabbernde Verehrer waren nur vereinzelt auszumachen, beispielsweise in Person des OutNow-Korrespondenten, der nur zu gerne mal mit Emmanuelle eine Wassermelonen-Kaugummi-Glacé naschen würde.

Immerhin kam nach der Pressekonferenz noch etwas Starstimmung auf, als die Verehrer unter den Journalisten doch noch aus ihren Löchern hervorkamen, um der schönen Dame eine Autogrammkarte vor die Nase zu halten. Sie erfüllte alle Wünsche brav, nur als ihr ein besonders aufmerksamer Fan eine Karte von Kollegin Juliette Binoche hinstreckte, reagierte sie ein klein wenig irritiert.

Tag 5: Sonntag, 31. August 2008 - Halsbändeli in die OutNow-Lounge!

Was OutNow alles versucht, um an die exklusivsten Partys eingeladen zu werden.

Heute leider keine Stars gesehen. Natalie Portman war zwar hier, doch leider musste während ihrer Pressekonferenz hungrigen Magens das eher laue Vater-Tochter-Drama 35 rhums gesichtet werden. Hungrigen Magens deswegen, weil die mit leckeren Sandwiches gefüllte Tasche vom Eingangskontrolle-Gorilla nicht geduldet wurde, worauf diese in der Gepäckaufbewahrung hinterlassen werden musste. Grrrr! Der Film wurde so zu einer Geduldsprobe, zumal die Protagonisten die ganze Zeit am Essen waren. Zumindest war dies der aufgrund knurrenden Magens vielleicht nicht ganz objektive Eindruck.

Positiv ist zu vermerken, dass sich die OutNow-Crew im Palazzo del Casino eine eigene Lounge eingerichtet hat. Und zwar in einem ungenutzten Hinterzimmer vor der Umkleidekabine des Dienstpersonals. Da hat's sogar schöne, ebenfalls ungenutzte So-Was-Ähnliches-Wie-Lounge-Sessel, die aus der Grümpelkammer auszuleihen wir uns die Frechheit erlaubt haben. Wird selbstverständlich alles wieder versorgt!

Für den Abend ist eine exklusive, von Lancia gesponserte Surprise-Party angesagt, an die nur Gäste mit Lancia-Halsbändeli zugelassen werden. Leider weiss niemand, wo solche verteilt werden. Aber wetten, dass auch Frau Portman ein solches Bändeli ihr eigen nennt? Klar, dass OutNow den Event nicht missen will. Wir lassen nichts unversucht und verhelfen zu diesem Zweck sogar dem Sponsor zu etwas Gratiswerbung, indem wir unseren Tagebucheintrag mit seinem Logo illustrieren. Die drei Bändel werden im Gegenzug in der OutNow-Lounge dankend entgegengenommen.

Tag 6: Montag, 1. September 2008 - Have a break...

Wie die bisherige OutNow.CH-Festivalbilanz aussieht.

Willkommen in der Mitte des Festivals - Zeit für eine erste Zwischenbilanz! In Sachen Stars sichten ist das Soll erfüllt - auch wenn es den OutNow-Paparazzi heute leider nicht gelungen ist, in die Premiere des Kurzfilms Eve von Nathalie Portman reinzukommen. Die Warteschlange reichte bis weit ausserhalb des Casino-Palastes. Schon interessant, wie ein einziger grosser Name das Publikumsinteresse an Kurzfilmen in die Höhe schnellen lässt.

In Sachen Filmen ist die Bilanz zwiespältig. Mit Un giorno perfetto, Süt oder L'Autre mussten schon zähe Kostproben klassischer Festivalfilme erduldet werden. Daneben gab's viel Durchschnittliches und Solides im Wettbewerb, sei's von Takeshi Kitano oder Barbet Schroeder. So richtig warm wurde OutNow mit dem Wettbewerb bisher noch nicht. Mit Ausnahme von Ponyo on a Cliff- liefen die besten Filme ausser Wettbewerb: Der Dschungelthriller Vinyan, die irrwitzige malaysianische Realityshow-Komödie Selloutund natürlich das neue Coen-Meisterwerk Burn After Reading.

In Sachen Partys verlief die OutNow-Mission dagegen bisher nicht sehr erfolgreich. Obwohl in einer heroischen Anquatsch-Aktion einer der begehrten Lancia-Bändel ergattert werden konnte, bot sich den OutNowern leider keine Gelegenheit, ihren sprichwörtlichen Charme an der italienischen und internationalen High Society zu erproben. Denn für den Einlass an die Party wäre neben dem Bändel auch ein Autöli-Anhängerli nötig gewesen. Und einen solchen haben wir leider nicht auftreiben können. Na gut. Jetzt wissen wir wenigstens, wem wir künftig nicht mehr mit Gratiswerbung in den Allerwertesten kriechen müssen.

Tag 7: Dienstag, 2. September 2008 - Festival-Blues

Wie das Lido-Hangover durch das unvermittelte Auftauchen von malaysianischen Fast-Stars abgewendet wurde.

Auch an Filmfestivals ist nicht immer alles Gold, was glänzt. Venedig ist da keine Ausnahme. Dies musste die OutNow-Crew beispielsweise heute feststellen, nach dem Konsum zweier zäher, schwer geniessbarer und noch schwerer verdaulicher Franzosen-Filme (Nuit de chien und Parc). Fast ist man versucht, in den Biennale-Abgesang einzustimmen, den die deutsche Presse derzeit von sich gibt. Deren Quintessenz: Alles ist scheisse. Alles ist am Arsch. Die Sitzmöbel auf dem Lidogelände (siehe Bild) illustrieren diese Hypothese sehr anschaulich.

Doch wäre OutNow nicht OutNow, würde nicht auch am kollektiven Hangover-Tag mit positiven Nachrichten aufgewartet. So platzierte sich die Crew von Sell Out! im Pressesaal just neben dem verduzten OutNow-Korrespondenten und sortierte dort in aller Ruhe ihr Pressematerial. Dabei legten auch die beiden Hauptdarsteller Jerrica Lai und Peter Davis tatkräftig Hand an - Malaysia ist halt nicht Hollywood, wo jeder Statist seine eigene persönliche Maniküristin hat. Hoffen wir, die tapferen Ausverkäufer lassen sich trotzdem nicht vom herrschenden Festival-Blues einholen - ihre Komödie gehört nämlich zu den bisherigen Highlights.

Tag 8: Mittwoch, 3. September 2008 - Lauter nette Überraschungen

Wie der Wettbewerb neu belebt wurde und OutNow exklusive News in Erfahrung gebracht hat.

Während Venedig vom ersten Festival-Gewitter heimgesucht wird, ist die OutNow-Crew weiter voller Elan an der Arbeit. Star des Tages: Anne Hathaway, die selbstverständlich nicht den Objektiven der OutNow-Paparazzi entging. Ihr Film, das Familiendrama Rachel Getting Married, brachte den dringend benötigten Pep in den internationalen Wettbewerb - und das trotz (oder gerade wegen?) des Dogma-Stils, der im Vorfeld für Augenrollen seitens namentlich nicht erwähnter OutNower gesorgt hat.

Was an dieser Stelle auch einmal lobend erwähnt werden darf ist die venezianische Pünktlichkeit. Die Filme beginnen nämlich praktisch ausnahmelos auf die Sekunde genau - nur dass jeweils die Journalisten auch nach Filmbeginn noch fleissig in den Saal strömen, was den Filmgenuss doch erheblich einschränkt. Trotzdem entbehrt es nicht einer gewissen Ironie, wenn die als lauerig verschrienen Italiener schweizerisch pünktlich sind, während beispielsweise am letzten Zurich Film Festival massive Verspätungen an der Tagesordnung waren.

Apropos Zurich Film Festival: Sell out!, einer der OutNow-Lieblinge dieses Jahr am Lido (wir berichteten), wird dort gemäss Exklusiv-Auskunft von Regisseur Yeo Joon Han im September im Programm sein. Jucheeeeehoorray! Schweizbezüglich gab's heute zudem auch noch eine weitere nette Überraschung im Pressefach in Form einer persönlich adressierten, handgeschriebenen Einladung zur Pressevisionierung des einzigen Schweizers Film am Lido, dem Kurzfilm Ich träume nicht auf Deutsch von Ivana Lalovic. Schönen Dank an dieser Stelle. Ehrensache, dass OutNow hier auch dabei sein wird.

Tag 9: Donnerstag, 4. September 2008 - Beach Boys on the Lido

Wie die OutNow-Crew ihre Grenzen auslotet - und wie sie sich davon erholt.

Was sind eigentlich die Grenzen des Machbaren an einem Festival? Um dies auszutesten, unternahm der OutNow-Korrespondent heute morgen den Selbstversuch, 380 Minuten Film am Stück zu schauen, unterbrochen einzig vom Verlassen des Kinosaals und unmittelbarem Neu-Anstehen. Resultat des Selbstversuches: Es ist durchaus machbar, aber wenn im Programm Filme wie der zweieinhalbstündige Handlungsverweigerer Gabbla sind, ist's schon hart. Wer nun aber denkt, ich hätte mich da schon Weltrekordniveau angenähert, liegt weeeeit daneben: Der Weltrekord im Dauerkinoglotzen liegt derzeit nämlich bei mindestens 72 Stunden. Wenn dieser gebrochen werden will, muss schon noch etwas trainiert werden. So ein Filmfestival ist dafür sicher eine ganz gute Gelegenheit.

An dieser Stelle darf zudem noch verkündet werden, dass OutNow.CH am achten Tag des Festivals endlich den Fuss in einen Beachclub gesetzt hat. Zwar war dort weder Brad Pitt, noch George Clooney, noch Emmanuelle Béart, noch Nathalie Portman, noch Anne Hathaway. Aber dafür war's Beach. Und es war ein Club. Und überhaupt: Wir können auch ohne Stars fröhlich sein, im Fall!

Und wenn wir schon beim Thema Beach sind: Um sich von den strengen qualvollen Film- und Reviewschreib-Marathons zu erholen, wird sich OutNow.CH morgen einge entspannende Stunden am Strand des Lido gönnen. Jawoll! Die Stars können ja ein einziges Mal wirklich warten...

Tag 10: Freitag, 5. September 2008 - Oh Mickey, you're so fine!

Wie die OutNow-Crew den Stars nochmals hautnah kam und sogar mit einem Löwengewinner Znacht gegessen hat.

Das Festival nähert sich langsam dem Ende, und OutNow gibt noch einmal richtig Vollgas. Weswegen auch die geplante Erholung am Strand noch etwas auf sich warten lassen muss. Denn mit dem letzten Wettbewerbs-Film am Lido, Darren Aronofskys gelungenen Wrestler-Film, gaben sich auch noch mal einige Hollywood-Stars in Person von Evan Rachel Wood oder Mickey Rourke die Ehre.

Letzterer erspielte sich an der Pressekonferenz bei der vollständig anwesenden OutNow-Delegation mit seinen Sprüchen Sympathiepunkte. Und mit seiner unverblümten Sprache. Zur schauspielerischen Leistung seiner jungen Kollegin Wood meinte er beispielsweise: "Hey, this bitch can act!". Oh Mickey, you're so fine! Mindestens so fine ist auch die Leistung der OutNow-Crew, die sich nicht nur Autogramme ergatterte, sondern auch im Stil abgebrühter Paparazzi schon fast perfekte Fotos der Stars auf die Kamera-Speicherkarte bannte.

Übrigens: OutNow hat mit einem Löwen-Gewinner Znacht gegessen! Auch wenn man sich dessen erst nachher bewusst geworden ist. Beim gemeinsamen Dinieren mit einigen Schweizern hat sich nämlich auch ein unauffälliger, leicht verschupft wirkender, langhaariger Belgier angeschlossen. Eben dieser Belgier heisst Koen Dejaegher und hat für The Altruists tags darauf den Preis für den besten Film im Kurzfilmwettbewerb "Corto Cortissimo" entgegengenommen...

Tag 11: Samstag, 6. September 2008 - Die OutNow-Löwen

Welche Filme gewinnen würden, sässe OutNow in der Jury.

Der letzte Festival-Tag ist angebrochen, alle Wettbewerbsfilme sind gesichtet, nun beginnt das grosse Werweissen, welcher Film das Rennen machen wird. Doch egal, welcher Film schlussendlich gewinnt, OutNow weiss schon jetzt die Gründe - dem Löwen-Orakel sei Dank. Und wenn OutNow selbst Jury wäre? Dann sähe die Rangliste folgendermassen aus:

1. Ponyo on a cliff (6 Sterne)
2. The Wrestler (5.5)
3. Hurt Locker (5)
4. Jerichow (4.5) / Rachel getting married (4.5) / Teza (4.5)
7. Achilles and the Tortoise (4) / Birdwatchers (4) / Inju, la bête dans l'ombre (4)
10. Il papa di Giovanna (3.5) / Paper Soldier (3.5)
12. Dangkou (3) / Vegas: Based on a true Story (3)
14. The Burning Plain (2.5) / Gabbla (2.5)
16. Nuit de chien (2) / Un giorno perfetto (2)
18. Süt (1.5)
19. Il seme della discordia (1) / Sky Crawlers (1)
21. L'Autre (0.5)

An dieser Stelle noch ein klein wenig Statistik: Den total 21 Filmen verteilte OutNow insgesamt 67 Sterne. Dies macht einen Sterneschnitt von knapp 3.2. Damit bestätigt auch OutNow das, was die Spatzen mit medialer Verstärkung schon seit Tagen lautstark von den Dächern pfeifen: Das Wettbewerbsprogramm war dieses Jahr wirklich lau. Dafür durfte man sich ausserhalb des Wettbewerbes verschiedener Perlen erfreuen: Burn after Reading, Vinyan, Sell Out, Pescuit sportiv oder Stella - die wahren Goldenen Löwen!

Tag 12: Sonntag, 7. September 2008 - Alla prossima!

Wem die OutNow-Crew alles danken möchte.


Mittlerweile sind die drei Korrespondenten wieder von der warmen Venediger Sonne in die frostige Deutschschweizer Regennässe zurückgekehrt. Fazite wurden an den früheren Tagen bereits zur Genüge gezogen - es bleibt nichts, als uns ganz im Stil eines Löwengewinners zu bedanken:

...bei dem Goldenen Löwen, der dieses Jahr einen guten Geschmack bewiesen hat.
...bei unserer Hotel-Signora fürs Verständnis für unsere unhöflichen Aufsteh-Sitten.
...bei Brad Pitt, George Clooney, Takeshi Kitano, Emmanuelle Béart, Anne Hathaway, Mickey Rourke und Evan Rachel Wood für ihre Präsenz, die uns ein angemessenes Namedropping im Tagebuch ermöglichte.
...bei den Kontrolleuren der venezianischen Schiffbetriebe dafür, dass sie für unsere längst abgelaufenen Tickets, die wir ihnen jeweils hingestreckt haben, kein vertieftes Interesse zeigten.
...bei den Organisatoren der "Giornate degli Autori" und der "Settimana della Critica", deren Programme das offizielle Festival-Programm überstrahlte.
...beim "Ristorante Andri", das nicht nur den gleichen Namen trägt trägt wie ein Mitglied unserer Crew, sondern am letzten Abend auch den Beweis erbracht hat, dass man auf dem Lido eben trotzdem gut essen kann.
...bei den Betreibern des Pressesaals fürs gratis zur Verfügung gestellte Mineralwasser.
...bei Ivana Lalovic, für ihre handgeschriebene Karte und dafür, dass sie mit ihrem Beitrag in der Kurzfilm-Sektion die Schweizer Fahne hochgehalten hat.
...und natürlich bei den Lesern dieses Geschreibsels, die darob hoffentlich irgendwelche aufschlussreichen Erkenntnisse haben gewinnen können - oder sich wenigstens einfach gut unterhalten haben.

In diesem Sinne: Addio Lido - alla prossima!

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OutNow.CH