Gewohnte Vielfalt am Festival von Locarno

Das Programm für die Piazza Grande und die Auswahl des Internationalen Wettbewerbs bekannt

Das 61. Internationale Filmfestival von Locarno geht in der ersten Augusthälfte an den Start. Es wird die zweitletzte Ausgabe unter der Leitung von Frédéric Maire sein, der im November 2009 Direktor des Schweizer Filmarchivs in Lausanne werden wird. Festival-Präsident Marco Solari will sich aber erst nach der diesjährigen Ausgabe auf die Suche nach einem geeigneten Nachfolger oder einer Nachfolgerin machen. Den Journalisten an der Pressekonferenz von letzter Woche blieb so neben der Suche nach möglicherweise in Locarno anwesenden Filmstars - sicher kommen wird Anjelica Huston für einen «Excellence Award» - auch etwas Raum für anderweitige, weit wichtigere Spekulationen.

Bleiben wir aber bei den Fakten. Im internationalen Wettbewerb um den Goldenen Leoparden stehen siebzehn Filme aus sechzehn Ländern. Die Schweiz ist mit Lionel Baiers Satire Un autre homme vertreten. Mit seinen sechs Debütfilmen und vier Zweitlingswerken ist der Wettbewerb der ideale Platz, um Entdeckungen zu machen. Die Programmverantwortlichen verorten die Themen der auserwählten Filme in den Kategorien «persönliche Dramen und Familien in der Krise» bzw. «ökonomische und soziale Sachzwänge». Das klingt wie so oft nach schwerer Kost aus aller Herren Länder und trotzdem werden im zum Kino umgebauten FEVI überraschend viele Menschen sich ebendiese Filme bis zum Schluss angucken.

Der internationale Wettbewerb in Überblick

Das grosse Publikum wird sich in Locarno hingegen auf der Piazza Grande amüsieren. Bis zu 8000 Nasenspitzen werden in Richtung grösste Leinwand Europas zeigen, worauf Filme projiziert werden, auf die sich auch der gemeine OutNow.CH-Leser freuen sollte. Der Drachentöterfilm Outlander mit Jim Caviezel zum Beispiel, oder die Fortsetzung des alpinen Slashers In 3 Tagen bist du tot 2, oder die US-Produktion Choke basierend auf einem Werk des Fight Club-Autors Steve Palahniuk. Sexy wird's mit Louise Bourgoin als La Fille de Monaco. Und wer auch ausserhalb der «Journée du Cinéma Suisse» Heimatgefühle entwickeln will, kann dieses Jahr auch vom Tessin aus direkt in die Eiger-Nordwand blicken. Ganze neun Weltpremieren werden es am Ende des Festivals auf der Piazza gewesen sein. Die fast schon kultisch verehrte Aufführungsstätte wird in diesem Jahr übrigens auch schon vor der Eröffnung des eigentlichen Festivals bespielt werden. The Mummy: Tomb of the Dragon Emperor, Mamma Mia! und The X-Files: I want to Believe sollen im kommerziell ausgerichteten Open Space Openair schon vom 1.-3. August für klingende Kassen sorgen.

Filme auf der Piazza Grande

Der bereits erwähnte «Journée du Cinéma Suisse» am 12. August findet zum dritten Mal statt. Dieses Jahr unter dem Motto «Der Schweizer Film hat mehr als ein Gesicht» mit Fokus auf die schauspielerischen Talente des Landes. Den Tag des Schweizer Films beschliessen wird Marcello Marcello von Denis Rabaglia auf der Piazza Grande. Die Retrospektive widmet sich dem Italiener Nanni Moretti. Neben seinem Kinohit Caro Diario werden dreissig Filme von ihm und über ihn gezeigt werden. Der israelische Regisseur Amos Gitai erhält einen Ehrenleopard für sein Schaffen.

Zu guter Letzt sollten auch die neue Beleuchtung auf der Piazza Grande und die elektronischen Untertitel in den beiden Hauptwettbewerben als technische Erneuerungen erwähnt werden. Über die neuen Räumlichkeiten für die Presse wird sich hoffentlich die OutNow.CH-Crew freuen, die auch dieses Jahr In Locano sein und ausführlich über Filme, Volk und funny stuff berichten wird.

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Filmfestival Locarno/OutNow.CH
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Kommentare Total: 1

pb

hm, klingt irgendwie eher nach gewohnter langeweile in locarno... 😉

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