13639 Minuten Filme & Co.

Die Solothurner Filmtage haben das Programm für die 43. Ausgabe bekannt gegeben.

Allen Unkenrufen zum mässigen Schweizer Filmjahr zum Trotz: Satte neun Tage, 11 Stunden und 19 Minuten Filmmaterial gilt es am jährlichen Stelldichein des Schweizer Films an den 43. Solothurner Filmtagen zu visieren. 297 Filme, davon 263 im "Forum Schweiz" und weitere 34 im Spezialprogramm, harren in der beschaulichen Aarestadt von 21. bis 27. Januar 2008 der Sichtung.

Höhepunkt ist dabei die Schweizer Premiere von nichts weniger als der teuersten Schweizer Filmproduktion aller Zeiten: Der Aminationsfilm Max & Co der Brüder Frédéric und Samuel Guillaume, erzählt die Geschichte eines Fuchses, der eine Revolution im Tierreich anzettelt. Bisher nur im Ausland zu sehen, wird der Streifen in Solothurn als Eröffnungsfilm gezeigt.

Weiter fordert Jacqueline Falk Geld oder Leben, Mohammed Soudani spielt Roulette und Schauspieler Justus von Dohnanyi ellbögelt in Bis zum Ellenbogen. Pane e tulipani-Regisseur Silvio Soldini stellt seinen neuen Film Giorni e nuvole vor und der Regisseur mit dem prunkig klingenden Namen Simon Edelstein präsentiert Quelques jours avant la nuit.

Ist die traditionelle Stärke der Schweizer Fussballnationalmanschaft die Verteidigung, so sind es in der Filmbranche die Dokus. Auch davon gibt's in Solothurn eine ganze Menge zu sehen: Bird's Nest von Christoph Schaub und Michael Schindhelm, Salonica von Paolo Polini, Heart von Christina Karrer und Werner Schweizer sowie Desert - who is the man von Felix Tissi heissen dort die Schmankerl.

Im Spezialprogramm gibt's eine Retrospektive zu Ehren von Schweizermacher Walo Lüond. Die Reihe "Passages" späht über die Grenze in unsere Nachbarländer. Und wer nach all den visuellen Genüssen auch noch ein wenig akustisch verwöhnt werden möchte, sitzt vorzugsweise in die Sektion "Sound & Stories", wo die Filmtage als einziges Schweizer Filmfestival dem Genre des Musikclip eine Plattform bieten.

Und da behaupte noch wer, die Schweizer Filmlandschaft hätte nichts zu bieten...

Simon Eberhard [ebe]

Aufgewachsen mit Indy, Bond und Bud Spencer, hatte Simon seine cineastische Erleuchtung als Teenager mit «Spiel mir das Lied vom Tod». Heute tingelt er durch Festivals und mag Krawallfilme genauso wie Artsy-Farts. Nur wenn jemand einen Film als «radikal» bezeichnet, rollt er genervt mit den Augen.

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Solothurner Filmtage
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