Der längste gewinnt

Am Filmfestival von Venedig wurden die Preisträger erkoren. Goldener Löwe für Ang Lee.

Der taiwanesische Regisseur Ang Lee wurde an der 64. Mostra in Venedig mit dem goldenen Löwen ausgezeichnet. Sein Erotikthriller Lust, Caution spielt im von den Japanern besetzten China Ende der Vierziger Jahre und ist mit 156 Minuten auch der längste Beitrag im diesjährigen Wettbewerb. Für Lee ist es nach Brokeback Mountain von vor zwei Jahren bereits die zweite Auszeichnung des Festivals.

Für die nicht besonders leise vorgetragene Kritik am Krieg in Irak in der Pseudo-Doku Redacted bekam der Amerikaner Brain De Palma den silbernen Löwen als Regisseur.

Auch bei den Schauspielern hatten die Amerikaner die Nasen vorn. Wie Kollege Ben Affleck im letzten Jahr, wurde auch 2007 ein Hollywoodstar in der männlichen Hauptrolle berücksichtigt. Brad Pitt als Westernheld Jesse James. Die Besonderheit, dass eine Frau für die Rolle eines Mannes ausgezeichnet wurde, ermöglichte Cate Blanchett im Dylan Biopic I'm not there.

Die amerikanische Dominanz durchbrach einzig der maghrebinisch-französische Beitrag Le Graine et le Mulet, welcher zwei Spezialpreise einheimste. Eine davon für die bezaubernde Hafsia Herzi (ein G mehr im Nachnamen genügt, und man weiss, wie sie aussieht) als beste Nachwuchsdarstellerin.

Die Preise in der Übersicht

Goldener Löwe für den besten Film: Lust, Caution von Ang Lee

Silberner Löwe für die beste Regie: Redacted von Brian De Palma

Spezialpreis der Jury: Le Grain et le Mulet von Abdellatif Kechiche und I'm Not There von Todd Haynes

Speziallöwe für das geschlossenste Werk: 12 razgnevannyh muzhchin von Nikita Mikhalkov

"Coppa Volpi" für den besten Schauspieler: Brad Pitt in The Assassination of Jesse James by the Coward Robert Ford von Andrew Dominik

"Coppa Volpi" für die beste Schauspielerin: Cate Blanchett in I'm Not There von Todd Haynes

Marcello-Mastroianni-Preis für die beste schauspielerische Nachwuchsleistung: Hafsia Herzi, in La Graine et le mulet von Abdellatif Kechiche

Goldener Ehrenlöwe für das Lebenswerk: Bernardo Bertolucci

Roland Meier [rm]

Roland sammelt 3D-Blu-rays, weil da die Publikationen überschaubar stagnieren, und kämpft im Gegenzug des Öfteren mit der Grenze der Speicherkapazität für Aufnahmen bei Swisscom blue TV. 1200 Stunden Film und Fernsehen ständig griffbereit sind ihm einfach nicht genug.

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Kommentare Total: 2

ebe

Und natürlich kam's wiedermal anders als alle gedacht haben. Aber mit Leuten wie Catherine Breillat oder Paul Verhoeven in der Jury erstaunt's nicht wirklich, dass ein Film mit deftigen Sexszenen gewonnen hat...😉

Den Preis für Brad Pitt versteh ich nicht ganz. Wenn schon für jemand aus dem Cast von Jesse James, hätte der Preis m.E. an Casey Affleck gehen sollen. Aber jänu.

Die Auszeichnung Cate Blanchett ist hingegen zwar nicht sonderlich originell, aber dennoch mehr als verdient.

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