Snow White: Das Interview mit Zoé Mikuleczky

Wer kennt Angie Becker? Vor langer Zeit hatte die APG mal eine Plakatkampagne, welche die Schweiz über die Identität des rothaarigen Fräulein Beckers werweissen liess. Es war die erste Kampagne in zwei Etappen, wie sie heute der Süssgetränke-Hersteller aus Rothrist immer macht. Stichwort: Welche Farbe hat dein Durst? Das Model, das damals als Angie fungierte, heisst eigentlich Zoé Mikuleczky oder Zoé Müller oder Zoé Miku. Je nachdem, ob sie gerade einen ungarischen Pass beantragt, oder einen leicht aussprechbaren Künstlernamen braucht. Mit Snow White hat sie zwar jetzt bereits ihren zweiten Film abgedreht, aber die Zukunft sieht die quirlige Mitzwanzigerin als Yogalehrerin. Vielleicht sass sie deshalb schon im Schneidersitz auf der Wiese am Lago Maggiore, als sie mit OutNow.CH sprach.

OutNow.CH (ON): Du hast heute Snow White auch zum ersten Mal gesehen. Bist du zufrieden mit dem Film?

Zoé Mikuleczky (ZM): Ich bin positiv überrascht. Ich war gespannt. Der Spannungsbogen war immer da. Ich habe mitgelitten, wurde traurig und fand es auch lustig zum Teil.

ON: Snow White ist deine zweite Rolle in einem Spielfilm. Du bist noch nicht so erfahren als Schauspielerin. Nervst du dich manchmal über dich selber auf der Leinwand?

ZM: Sicher. Ich schaue mich nicht so gerne an.

ON: Auch auf Fotos? Oder ist es auf der Leinwand noch schlimmer?

ZM: Vor allem, weil es Film ist. Meine Maulbewegungen finde ich schrecklich. Ich könnte jetzt hier richtig ausholen, aber ich sage jetzt einfach mal, dass man vieles besser machen könnte.

ON: Dein erster Film Scheherazade vom sehr familiären Riccardo Signorell war ein viel kleinerer Film im Vergleich zu Snow White. Merkt man da Unterschiede am Set?

ZM: Bei Scheherazade war man viel freier. Es gab kein Script, und man konnte selber Input geben. Der Regisseur ging sehr auf den Moment ein. Man konnte direkt das rauslassen, was man fühlte. Bei Samir war das eher das Gegenteil.

ON: Und hinter der Kamera? Seid ihr zusammen abgehängt?

ZM: Für das hatten wir kaum Zeit, weil die Drehtage so lang waren und jeder eigentlich gleich ins Bett ging nach Drehschluss. Mir hatten aber schon viele lustige Momente.

ON: Wie ging es auf dem Dreh mit den verschiedenen Sprachen? Wie habt ihr miteinander geredet?

ZM: Ich und Julie Fournier haben Englisch miteinander geredet. Während dem Drehen sprach sie Französisch und ich Deutsch. Das war schon schwierig, aber es war ähnlich wie bei Scheherazade. Dort hatten wir auch drei Sprachen. Aber es war schwierig, so zu tun, als würde sie auch Schweizerdeutsch reden. Vor allem weil Französisch viel schneller ist und einen andere Rhythmus hat.

ON: Das Drehbuch haben Samir und Michael Sauter, zwei Männer, geschrieben. Stimmt für dich als Frau das Bild der Szene, das die beiden gezeichnet haben?

ZM: Ich finde, es ist nicht soviel gezeigt worden. Es wurde viel mehr auch das Drumherum gezeigt. Richtig harte Szenen wurden eigentlich nicht gezeigt. Ein richtiges Rumgesiffe gab es nicht.

ON: Was steht dann von dir aus gesehen im Vordergrund in dieser Geschichte?

ZM: Die Liebesgeschichte. Die Drogen. Geld. Die Unterschiede zwischen arm und reich.

ON: Was ist für dich eine ideale Familie?

ZM: Alles basiert auf Vertrauen, dass man ehrlich ist zueinander.

ON: Am Schluss vom Interview geben wir den Leuten immer Schlüsselbegriffe und sie müssen uns sagen, was ihnen dazu einfällt.

ZM: Ihr seid aber flitzige...

ON: Yep. Wir haben uns stundenlang Wörter aus den Fingern gezogen im Hotelzimmer. Coci.

ZM: Bitter.

ON: Schneewittchen

ZM: Süss

ON: Schwamendingen

ZM: Grau

ON: Kaufleuten

ZM: Golden

ON: Model oder Schauspielerei

ZM: Scheinwelt. Geld. Überleben.

ON: Und wenn du dich für etwas entscheiden müsstest?

ZM: Keines von beidem.

ON: OutNow.CH

ZM: Frisch und neu

ON: Danke vielmals

ZM: Super! Zack zack. Jung und frisch, oder? Hat mich gefreut.

Roland Meier [rm]

Roland sammelt 3D-Blu-rays, weil da die Publikationen überschaubar stagnieren, und kämpft im Gegenzug des Öfteren mit der Grenze der Speicherkapazität für Aufnahmen bei Swisscom TV. 1200 Stunden Film und Fernsehen ständig griffbereit sind ihm einfach nicht genug.

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