Berlinale 2005: Die Gewinner

Soeben wurden in Berlin die Preisträger der Berlinale 2005 verkündet. Der Goldene Bär geht an U-Karmen eKhayelista. Jury-Präsident Roland Emmerich sagte zu OutNow.CH, dass ein Film ausgezeichnet wurde, wie man ihn selten sieht: Laiendarsteller aus den südafrikanischen Townships machen ihre Version der Carmen-Oper. Vorstellen muss man sich dabei dicke Afrikanerinnen die während zwei Stunden über die Leinwand tanzen. Der Film ist komplett in der südafrikanischen Sprache Xhosa gesprochen und gesungen. Der silberne Bär für den grosse Preis der Jury geht an Kon Que, dem Regiedebut eines der erfolgreichsten Kameramänner des chinesischen Films, Gu Changwei. Die Silbernen Bären für die beste Regie und für die besten Darstellerin gehen beide an Sophie Scholl - die letzten Tage. Marc Rothemund und Julia Rentsch als Sophie Scholl haben sich diese Preise redlich verdient. Gemäss Emmerich war innerhalb der Jury klar, dass die junge deutsche Schauspielerin einen Preis bekommen sollte. Jury-Mitglied Franka Potente hat dann darauf hingewiesen, dass eine gute Darstellung direkt von der Regie abhängig ist. Das hat die Regie bewogen, auch den Regisseur Rothemund zu würdigen. Für sein bizarres Daumenlutschen in Thumbsucker konnte sich Lou Taylor Pucci eine Silbernen Bären als bester Darsteller ergattern. Den Silbernen Bären für eine herausragende künstlerischen Leistung ging an Tsai Ming Liang für das Drehbuch zum Film The Wayward Cloud. Die Sexszene mit der Wassermelone in diesem Film hat die Journalisten an der Berlinale nachhaltig beeindruckt. Auch die den Film nicht gesehen haben wussten sofort, worum es ging, wenn vom "Watermelon Movie" die Rede war. Diese Frucht wird wohl von vielen Kritikern nicht mehr so unschuldig betrachtet werden können wie bis anhin.

Auch die Schweiz ging innerhalb der vielen weiteren Preise, die auch noch verteilt wurden heute (insgesamt 38 Preise von verschiedenen Jurys), nicht leer aus. "Hoi Maya" gewann zwei Preise.

Roland Meier [rm]

Roland sammelt 3D-Blu-rays, weil da die Publikationen überschaubar stagnieren, und kämpft im Gegenzug des Öfteren mit der Grenze der Speicherkapazität für Aufnahmen bei Swisscom blue TV. 1200 Stunden Film und Fernsehen ständig griffbereit sind ihm einfach nicht genug.

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www.OutNow.CH
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