Spider-Man 2: Das Interview mit Daniel Gillis

Daniel Gillis spielt in Spider-Man 2 den Astronauten, der Peter Parker die Frau ausspannt. Gillis wurde in Canada geboren und wuchs in Neuseeland auf.

Der 28-Jährige ist seit gut einem halben Jahr verlobt mit Rachael Leigh Cook (She's all that). Als nächstes wird er im Dezember in den Schweizer Kinos zu sehen sein. Er hat sich im neuen Film von Gurinder Chadha (Bend it Like Beckham) eine Rolle neben Indiens Superstar Aishwarya Rai ergattern können. Frei nach Jane Austen wird in Bride and Prejudice ein Bogen von Hollywood nach Bollywood gespannt werden. OutNow.CH traf Gillis am 7. Juli 2004 zum Interview in Zürich.

OutNow: Zum Start eine etwas unoriginelle Frage. Wie kamst du zu der Rolle?

Daniel Gillis (DG): Ich war an einem Vorsprechen?

ON: Ein ganz normales Vorsprechen.

DG: Ja, ich sprach vor und bekam die Rolle. Das war der alt, traditionelle Weg. Ich weiss, das ist eine langweilige Antwort. Es ist seltsam, ich kriege dese Frage oft gestellt und hab mich gefragt, was für eine Antwort die Leute erwarten. "Ich hab Sam Raimi an einer Party getroffen und er sagte ich sei der, den er gesucht hat?". So läuft das nun mal nicht. Natürlich gibt's in Hollywood auch Wunschlisten zu gewissen Projekten. Ich bin sicher Tobey ist auf solchen Listen und James auch und ich bin noch nicht unbedingt in dieser Liga.

ON: Wie würdest du deine Rolle des John Jameson beschreiben?

DG: Er ist ein ziemlicher Quadratschädel. Ich stelle ihn mir als mögliches Model für Abercrombie-Klamotten vor. Er ist der durch und durch amerikanische Junge. Nett, süss...

ON: Ziemlich langweilig, oder?

DG: Ja, langweilig. Der Typ, den viele Eltern im konservativ-weissen Amerika wohl gern als Schwiegersohn hätten.

ON: Hast du viel Zeit mit J.K. Simmonsverbracht?

DG: Weisst du was, das hab ich nicht! Ich hab nur wenige Tage mit ihm am Set vebracht. Er ist ein witziger Mann. Ein wirklich unheimlich witziger Typ! Es ist seltsam. Er spielt zwar meinen Vater, aber wir haben fast keine gemeinsamen Szenen. Ich hätte das gerne getan. Es wurden, soweit ich mich noch erinnere, einige Szenen gedreht, in denen wir miteinander agierten. Diese haben es beim Schnitt aber nicht in den Film geschafft. Es ist enttäuschend, denn er ist ein so grossartiger Schauspieler. Er hat einer Fernsehserie namens "Oz" mitgespielt. Ich weiss nicht, ob ihr sie hier in der Schweiz sehen könnt. Dort spielt er einen wirklich knallharten, bösartigen Rassissten. Es war wahrscheinlich sehr spassig für ihn, so etwas übertriebenes, theatralisches zu spielen.

ON: Wusstest du schon etwas über deine Figur, bevor du vorsprachst?

DG: Nein. Ich hatte eigentlich keine Ahnung von Spider-Man.

ON: Du dachtest einfach "wow, cool! Spider-Man!"?

DG: Ja, ja genau! Ich hatte Glück! Sehr grosses Glück.

ON: In der Comicheftreihe würde die Zukunft deiner Figur sehr ereignisreich aussehen.

DG: Ja, das habe ich gehört

ON: Er geht auf einen fernen Planeten und bringt das böse Wesen Venom zurück.

DG: Ja, das tut er.

ON: Hast du für Spider-Man 3 unterschrieben?

DG: Ja. Ich weiss noch nicht in welcher Grössenordnung ich Teil davon sein warden, da es noch ken Drehbuch gibt. Aber ich habe bereits unterschrieben.

ON: Warum werden in letzter Zeit wohl so viele Comic-Verfilmngen gedreht?

DG: Weil sich die Technologie weiterentwickelt hat. CGI machte es möglich. Computer lassen Träume wahr werden. Es gab immer Typen wie George Lucas oder Peter Jackson, deren Vorstellungskraft weit über das Realisierbare reichten. Wahrscheinlich gibt es das noch immer. Ich finde George Lucass Prequels können dem Vergleich mit der Original-Trilogie nicht standhalten. Ich finde, er hat vergessen, eine Geschichte zu erzählen, weil er sich zu sehr in der Ästhetik und dem Look verloren hat. Er verlor die Menschlichkeit, die Seele der Sache. Da lernt man Filme von Lars von Trier gleich wieder zu schätzen, da er den Film zurück zum rohen Element bingt. Doch, um deine Frage zu beantworten, ich denke, dass es einzig und alleine technologisch zu begründen ist. Doch auch weil das Medium Comic dem Film sehr nahe ist. Leute sehen es als einen Traum an, ein Comic zum Leben erwecken zu können. Es ist wahrscheinlich einfacher, als einen grossartigen Roman zu verfilmen, da das Visuelle schon vorhanden ist.

ON: Hast du schon Veränderungen in deinem Leben bemerkt seitdem Spider-Man 2 in den Kinos ist ?

DG: Nicht wirklich. Es ist alles brandneu. Der Film wurde in Amerika erst gerade veröffentlicht und da war ich praktisch schon auf dem Weg hierher. So habe ich also noch nichts erlebt. Der Film war in den Staaten bereits sehr erfolgreich. Es geht so lange bis ein Film ins Kino kommt, ich bin mir nicht sicher, ob man sich darauf vorbereiten kann.

ON: Wie oft hast du ihn denn schon gesehen?

DG: Nur ein einziges Mal.

ON: Hast du andere Pläne bis Spider-Man 3 im Jahre 2007 herauskommt?

DG: Ich habe einen Film direkt nach diesem gemacht, einen anderen direkt davor. Ich werde als nächstes also diese Filme promoten. Im Moment schaue ich mich nach möglichen Jobs um, aber habe mich noch für nichts entschieden. Ich hoffe jedoch, dass ich vor 2007 arbeiten kann! Sonst werdet ihr einen übergewichtigen, betrunkenen, drogensüchtigen John Jameson im dritten Film sehen.

ON: Ist diese ganze Publicity-Sache neu für dich?

DG: Ich habe kleinere Rollen übernommen und habe in Neuseeland, meiner Heimat, für Fernsehserien und Filme gearbeitet. Ich bin schon eine Zeitlang Profi-Schauspieler und habe einiges gemacht. Natürlich ist dies das grösste, was ich je getan habe und Publicity dieser Grössenordnung ist neu für mich. Aber es ist doch immer dasselbe: Du, eine andere Person und eine Kamera und ein Mikro, das hoffentlich funktioniert. Es ist nicht so schwer.

ON: Zum Schluss noch einige Stichwörter, zu denen wir gerne eine ganz knappe Antwort von dir hätten.

DG: Das mach ich doch mit Links.

ON: Internet

DG: Pornos

ON: Die Schweiz

DG: Pornos.

ON: Fortsetzungen

DG: Pornos

ON: Der Kuss mit Kirsten Dunst

DG: Mechanisch.

ON: Superhelden

DG: Erschöpfend.

ON: Sam Raimi

DG: Zynisch, komisch. Ich muss dir zwei Worte sagen. Tut mir leid. Er ist wunderbar zynisch. Ein so toller schwarzer Humor. Sorry, ich hätte nicht so viel sagen dürfen.

ON: Schon gut, wir sind fertig!

DG: Toll!

ON: Danke.

DG: Es war schön mit euch zu quatschen.

Marco Albini [ma]

2003 verfasste Marco seine erste Kritik auf OutNow und ist heute vor allem als Co-Moderator des OutCast tätig. Der leidenschaftliche «Star Wars»-Fan aus Basel gräbt gerne obskure Genrefilme aus, aber Komödien sind ihm ein Gräuel.

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