Stream and Shout: Die 11 besten Netflix-Filme von 2018

Mal wieder ganz Netflix durchgescrollt, aber du weisst immer noch nicht, was du schauen sollst? Wie wäre es mit einem der elf besten Filme, die der Streaming-Gigant im Jahre 2018 veröffentlicht hat?

Szenenbild aus "Roma" © Netflix

Netflix hat in den letzten Jahren wie kein Zweiter die Film- und Serien-Welt aufgemischt. Um immer auf dem neusten Stand zu sein, muss man inzwischen nicht mehr nur ins Kino, sondern fast auch schon einen Netflix-Account haben. Auch 2018 haute Netflix wieder jede Menge toller Sachen (und The Cloverfield Paradox) raus, sodass man schnell mal den Überblick verlieren könnte. Wir eilen da aber natürlich mit einem Lächeln und viereckigen Augen (Mami hatte recht!) zur Hilfe und sagen euch, welche Netflix-Filme aus dem Jahr 2018 noch nachholenswert sind.

11. Tau


Ein Sci-Fi-Thriller mit Gary Oldman als sprechende künstliche Intelligenz? Das muss man gesehen haben! Tau ist zwar kein Meisterwerk, aber die verspielte, trashige Mischung aus Her, Ex Machina und etwas Transformers macht Spass, die Ideen sind kurzweilig und visuell ist das Teil sowieso genial. Als netten Bonus gibt es die hübsche und taffe Blondine Maika Monroe (The Guest) in der Hauptrolle zu sehen. Da verzeiht man Regisseur Federico D'Alessandro auch die ersten nicht wirklich gelungenen 20 Minuten.

10. Cam


Als einen wirklich guten Film möchte man Cam ja nicht bezeichnen. Es geht um ein Camgirl, welches aus ihrem eigenen Account geworfen wird und mitansehen muss, wie eine exakte Kopie ihrer selbst nun die Show weiterführt. Das ist oft näher am Trash als an den Abgrundfilmen eines David Fincher. Doch der Streifen von Daniel Goldhaber lässt einen durch sein ...ähm... spannendes Umfeld und das Hauptmysterium dranbleiben. Was geht hier genau vor sich? Eine befriedigende (höhö) Antwort gibt es zwar nicht unbedingt, aber das grosse Finale ist einfach zu herrlich absurd und so richtig schön WTF, um es zu verpassen!

9. 22 July


Paul Greengrass zeigt das Utoya-Massaker ohne viel zu beschönigen und mutet den Zuschauern mit seinem erschütternden Dokudrama einiges zu. Auch wenn die Attentate gezeigt werden, fokussiert sich Greengrass vor allem auch auf die Nachwirkungen der Schreckenstat, wie das Schicksal einzelner Opfer sowie den Gerichtsprozess. Keine leichte Kost, doch entlässt Greengrass die Zuschauer mit einer starken Botschaft aus diesem tief emotionalen Film.

8. Hold the Dark


Im neusten Film von Jeremy Saulnier (Green Room) geht es um einen Wolfsexperten, der in Alaska in unheimliche Ereignisse verwickelt wird. Zwar ist die eigentliche Story schon recht dünn für die zwei Stunden Spielzeit, doch ist der Streifen dermassen atmosphärisch, dass man mit den Charakteren nicht nur mitfiebert, sondern aufgrund der gezeigten Kälte sogar mitfriert. Ein zeitweise recht spannender Thriller, dessen unheimliche Ereignisse auch noch Tage später frösteln lassen - allen voran die Performance von Schönling Alexander Skarsgård.

7. Private Life


Die neue Tragikomödie Private Life von Tamara Jenkins (The Savages) lebt von den toll gespielten Figuren und ihren schön ausgearbeiteten Dialogen. Kathryn Hahn (Bad Moms) als Mittvierzigerin, die unbedingt schwanger werden möchte und Paul Giamatti (Sideways) als ihr nicht mehr ganz zufriedener Ehemann sind nah an der Realität und zeigen mit ihren ausgewogen lustig-tragischen Rollen, das Geschichten, die das Leben schreiben, immer noch zu den Besten gehören.

6. Bird Box


Nachdem bereits Mike Flanagans Netflix-Horrorfilm Hush mit den Sinnen spielte - es ging um eine taubstumme Frau, die im eigenen Haus attackiert wurde - setzt der Streaming-Gigant noch eins drauf. Mit Sandra Bullock (Speed) in der Hauptrolle serviert Susanne Bier (Brothers) Bird Box, einen Monsterfilm ohne für den Zuschauer sichtbares Monster. Dass clevere "Schaut-nicht-hin-Konzept" macht dafür umso mehr Spass, und was hier für die Protagonisten gilt, gilt für einmal nicht für den Zuschauer!

5. The Night comes for Us


In Kritiken vom Fantasic-Fest hiess es, dass neben The Night Comes for Us die beiden The Raid-Filme wie Kinderfilme aussähen. Das ist natürlich Blödsinn, aber trotzdem packt der Film von Brutalo-Regisseur Timo Tjahjanto beim Gewalt-Grad nochmals eine heftige Schippe obendrauf. Eine Geschichte gibt es in diesem zweistündigen Prügelfest zwar schon - ein abtrünniges Mitglied der Triaden wird von seinem früheren Kollegen gejagt -, doch bleiben einem hier die Fights in Erinnerung, in denen gewisse Charaktere unkaputtbar scheinen, was einen immer wieder staunen lässt. Vor allem eine Szene in einem Schlachthaus hat es da ganz schön in sich.

4. To All the Boys I've Loved Before


In der Highschool-Coming-of-Age-Romanze To All the Boys I've Loved Before schreibt eine Teenagerin Briefe an die Jungs, in die sie in ihrem Leben schon verliebt war und löst damit eine Lawine der Emotionen aus. Die zuckersüsse Buchverfilmung von Susan Johnson (Carrie Pilby) ist zwar erwartungsgemäss gelegentlich etwas kitschig, aber durch den sympathischen Cast um Lara Condor (Jubilee aus X-Men: Apocalypse) und überraschend gutem Witz nicht umsonst der momentan meistgeschaute Netflix-Film überhaupt. Fans dürfen zudem durchatmen: Ein zweiter Teil ist bereits angekündigt und wird 2019 auf Netflix erscheinen.

3. The Ballad of Buster Scruggs


Nach dem etwas durchzogenen Hail, Caesar! kehren die Coen-Brothers auf eigenwillige Art und Weise zurück. Mit einem Netflix-Western-Episodenfilm hatten wohl die wenigstens gerechnet. Doch genau dafür sind die Coens da! Sie schaffen es immer wieder, den Zuschauer zu überraschen, und mit The Ballad of Buster Scruggs tun sie das wie in früheren Tagen. Die sechs hervorragend inszenierten Kurzgeschichten bieten die gewohnte Rezeptur voll mit herrlich skurrilem Humor und dem typischen Coen-Nihilismus. Der Western lebt! Einer der unterhaltsamsten Filme des Jahres! Yee-haw!

2. Roma


Was wurde nicht schon alles über Alfonso Cuaróns Huldigung an die starken Frauen seiner Kindheit geschrieben? "Wunderschön, meisterhaft, ganz grosse Klasse, gebt dem Mann alle Oscars." Der in wunderschönen Schwarzweissbildern und langen beeindruckenden Einstellungen erzählte Film berührt und lässt einen auch Wochen später nicht mehr los. Wer die Möglichkeit hat, sich Roma auf einer Leinwand anzusehen, soll dies definitiv noch nachholen. Vor allem eine Szene an einem Strand entfaltet im Kino - wie auch der Rest des Filmes - eine unglaubliche Kraft.

1. Annihilation


Wenn es einen Netflix-Film gibt, der es noch mehr als Roma verdient gehabt hätte, auf der grossen Leinwand betrachtet zu werden, dann ist das Annihilation. Der Sci-Fi-Horror-Trip von Ex-Machina-Regisseur Alex Garland ist in diesem Jahr der beste Film des Streaming-Portals und nicht nur für Genre-Fans ein Meisterwerk. Surreal, gewagt und unglaublich originell - Mr. Garland, wir ziehen unseren Hut vor diesem ambitionierten Werk und danken auch Netflix dafür, dass solche Filme auch ohne Anpassungen für die Massentauglichkeit wieder eine richtige Chance erhalten, von der grossen Masse gesehen zu werden.

Honourable Mention: Black Mirror: Bandersnatch


Als verspätetes Weihnachtsgeschenk haut Netflix noch schnell eine Innovation raus. Was die Gamewelt mit Heavy Rain und Co. schon länger kennt, ist nun endlich im TV angekommen. Black Mirror Bandersnatch ist der erste interaktive Spielfilm und eins vorneweg: dieses neue Erlebnis macht verdammt viel Spass! Du entscheidest bzw. beeinflusst, in welche Richtung der Film verlaufen soll und welches Schicksal Fionn Whitehead (Dunkirk) alias Stefan Butler ereilen wird. Natürlich darfst du auch jeden möglichen Pfad der Geschichte durchforsten, Regisseur David Slade (Hard Candy) und Black Mirror-Erfinder Charlie Brooker haben dafür gesorgt, dass sich das auch lohnt. Wer Black Mirror kennt und liebt, wird sich auch schnell mit der Story anfreunden. Typisch für die Sci-Fi-Serie bringt die voranschreitende Technik nichts Gutes mit sich. Für Netflix-User besteht aber keine Gefahr. Ihr habt die Zügel selbst in der Hand!

Netflix-Serien sind auch noch lässig, imfall...

Nebst den grössten Netflix-Filmen des Jahres wollen wir euch auch die drei heissesten Serien 2018 des Streaming-Giganten nicht vorenthalten.

3. Altered Carbon

Die Sci-Fi-Actionserie Altered Carbon mit Joel Kinnaman (Suicide Squad) in der Hauptrolle nimmt den Zuschauer mit in eine düstere und brutale Cyberpunk-Welt, die vor Ideenvielfalt nur so strotzt. Die Zukunftsvision und viele angeschnittene Themen sind zwar nicht ganz einfach verständlich, wer sich aber darauf einlässt, erhält eine sehr gut durchdachte, vielschichtige erste Staffel, die nach und nach einen Sog entwickelt, von dem man sich kaum entziehen kann. Kreativer Kopf hinter dieser gnadenlosen Cyberpunk-Serie ist Shutter Island-Drehbuchautorin Laeta Kalogridis, die von Netflix bereits das OK für eine weitere Staffel bekommen hat.

2. Maniac


Nach True Detective - Season 1 und dem grossartigen Netflix-Spielfilm Beasts of No Nation wurde es etwas still um Cary Joji Fukunaga. Der Bond 25-Regisseur hat sich aber in diesem Jahr eindrücklich zurückgemeldet. Die Rede ist von seiner Mini-Serie Maniac mit Emma Stone (Birdman) und Jonah Hill (21 Jump Street). Maniac ist ein überaus intelligentes Sci-Fi-Drama, in dem das Hauptdarstellerduo in eine Vielfalt von Rollen schlüpft und dabei brilliert. Neben der fantastischen Inszenierung bleibt die Mini-Serie vor allem deshalb im Gedächtnis, weil sie sich völlig abgedreht ständig im Kreis dreht. Ein irrsinniges Vergnügen!

1. Haunting of Hill House


Auch beim grössten Netflix-Serien-Highlight in diesem Jahr handelt es sich um eine zehn Episoden lange Mini-Serie. The Haunting of Hill House basiert auf dem gleichnamigen Roman von Shirley Jackson aus dem Jahr 1959 und ist, wie der Titel vermuten lässt, im Horrorgenre zu Hause. Wer sich jetzt denkt: "Spukgeschichten kennen wir doch zur Genüge", täuscht sich, denn was der momentan gefragteste Regisseur im Genre, Mike Flanagan (Oculus, Gerald's Game), hier auf die Netflix-Abonnenten loslässt, hat es in sich. Er offenbart in verschiedenen Zeitebenen die dramatische Geschichte einer Familie, fokussiert sich dabei konsequent auf die Psyche seiner Figuren und taucht in deren Tiefen hinab. Ungeschönt und realistisch widmet er sich deren seelischen Abgründen und kehrt bis zum Anfang zurück. Das ist Horror pur! Einmal im Hill House eingezogen, kommst du nicht mehr weg!

Quelle: OutNow.CH

31.12.2018 11:00 / yan/crs


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1 Kommentar

Nur die erste vier Plätze und Private Life gesehen. Ich wäre nicht auf 11 Netflixfilme gekommen.

Aber es gab ein paar sehr gute Stand-Up Comedy Specials!

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