And the winner is... - Die Top-11 Filme 2018 der OutNow-Redaktion

Das Jahr 2018 ist fast zu Ende, und erneut hat sich die OutNow-Redaktion heftigst gestritten, bis man sich auf eine Jahresbestenliste einigen konnte. Welches waren unsere Highlights des Kinojahres?

© OutNow

Wir haben wieder redaktionsweit den sprichwörtlichen Hut rumgereicht, in den jeder und jede die ganz persönlichen Favoriten des Kinojahres 2018 einwerfen konnte. Und damit die Liste nicht mit Festivaldarlings zugemüllt wird, die hierzulande noch kein Säuli hat sehen können, waren wie schon letztes Jahr nur solche Filme wählbar, die 2018 einen Kinostart in der Schweiz hatten. Drum war etwa ein Netflix-Film wie Roma erlaubt, während Oscarkandidaten wie Green Book oder If Beale Street Could Talk erst 2019 Chancen auf den OutNow-Jahresthron haben.

Hier sind die 11 besten Filme des Jahres 2018 aus Sicht der OutNow-Redaktion:

10. Lady Bird (unentschieden) - sma

© Universal Pictures International Switzerland


Mit ihrem Debütwerk gelingt Greta Gerwig eine kleine Revolution des Coming-of-Age-Genres. Lady Bird beschränkt sich nicht nur darauf, das letzte Schuljahr nachzuerzählen. Die gesamte Jugend wird hier zu einer Collage. Wichtige Momente nehmen nur Sekunden ein und verschwinden dann im nächsten Augenblick. Gerwigs Drehbuch ist genauso liebevoll geschrieben wie die Geschichten von Hauptfigur Christine über Sacramento. Hier ist nichts improvisiert, nichts wirkt aufgesetzt. Saoirse Ronans überragende Darstellung des selbstbewussten Teenagers lässt einen zusätzlich staunen.

10. I, Tonya (unentschieden) - ebe

© Ascot Elite

Wir sind grundsätzlich Fans von Eiskunstlauf-Filmen und würden ja gerne Blades of Glory in diese Liste nehmen. Der ist aber dummerweise schon vor 2018 gelaufen und darf deshalb nicht rein. Jänu. Dann nehmen wir halt I, Tonya. Ihr findet diese Argumentation durch und durch unstichhaltig? Ja, wir ja auch. Aber wenn ihr bis heute noch nicht mitbekommen habt, dass wir den Film von Craig Gillespie wirklich ganz ganz toll finden - sei es in unserer hymnischen Review oder der OutNow-Vorpremiere - dann ist euch ja eh nicht mehr zu helfen. Anschauen!

9. Bad Times at the El Royale - ebe

© Twentieth Century Fox Film Corporation

Von wegen Bad Times! Der stylische Thriller von The Cabin in the Woods-Macher Drew Goddard beschert geduldigen Zuschauern viele "Good Times". Gut, das Teil dauert fast zweienhalb Stunden und erfordert etwas Sitzleder. Aber hey, Jeff Bridges als versiffter Pfarrer, Jon Hamm als undurchschaubarer Verkäufer, Dakota Johnson als bitchige Hippiefrau und natürlich Chris Hemsworth als "Punkt punkt punkt" - wir wollen ja nicht spoilern! - sind das Eintittsgeld noch lange wert. Aber sowas von. Der beste Tarantino-Film, den Tarantino nie gedreht hat.

8. Spider-Man: Into the Spider-Verse - pps

© Sony Pictures Releasing Switzerland GmbH


Spider-Schwein, Spider-Schwein... Nein, wenn das Spinnengrunzli Spider-Ham auf den Plan tritt, handelt es sich nicht um eine Fortsetzung des Simpsons-Filmes, sondern um das Team-Up mehrerer Spider-... Leute? Zum Glück wirkt der Film trotz Spinnenheldenversechsfachung nie überladen, denn das erste Kinoabenteuer des liebenswerten Helden Miles Morales überzeugt mit Witz, viel Herz und einer coolen Story. Besonders geflasht waren wir aber natürlich durch die cool animierten, teils hirnverwirrenden Bilder, die gerne mal auf dem Kopf stehen und verschiedene Comic-Ästhetiken aufnehmen. Wir wünschen uns drum: More Miles, Marvel!

7. The Florida Project - yan

© filmcoopi


Regisseur Sean Baker hat sich mit seinem neusten Drama The Florida Project unerwartet ins letztjährige Oscarrennen geschossen. Der für seine Rolle oscarnominierte Willem Dafoe spielt in einem Armenviertel Orlandos, der Freizeitpark-Stadt Floridas, einen gestressten Motelmanager. Im farbenprächtig inszenierten White-Trash-Disneyland fokussiert sich Baker aber mehr auf ein paar im Motel wohnende Kinder, die aus Langeweile auf Abenteuerreise gehen und dabei nicht auf den Mund gefallen sind. Die rotzfreche Moonee (Brooklyn Price) und ihre junge Mutter (Bria Vinaite) sind eine Wucht. Gerade deshalb und weil The Florida Project einfach wunderschön anzusehen ist, ist ihm Platz 7 sicher.

6. Hereditary - yan

© Ascot Elite


Ohne Frage, Hereditary ist der Horrorfilm des Jahres! Ari Asters Debütfilm hat uns alle schockiert und etwas verstört zurückgelassen. Bei Toni Collette, Alex Wolff und der bereits im Trailer für Schrecken sorgenden Milly Shapiro reichen Gesichtsausdrücke aus, um beim Zuschauer Schweissausbrüche auszulösen. Das Familiendrama, das mehr und mehr zum psychologischen Horror mutiert, ist ein handwerklich phänomenales, leise schlummerndes Biest, das sich unauffällig in den Köpfen einnistet und sich dann plötzlich wieder mit schmerzhaften Nadelstichen bemerkbar macht. Übrigens, der Trailer dazu ist marketingtechnisch genial; er lotst den Zuschauer nämlich absichtlich auf eine falsche Fährte.

5. Mission Impossible: Fallout - muri

© Paramount Pictures


Zum sechsten Mal muss Ethan Hunt in Mission Impossible: Fallout die Welt vor dem Untergang retten. Und immer noch sind die Aufträge extrem spannend umgesetzt, die Action sucht ihresgleichen, und selbst über Tom «Ich mach alle Stunts selber» Cruise ärgern wir uns nicht mehr. In diesem neuen Fall kriegt der Herr sogar noch Support von Superman himself und lässt die Leinwände explodieren. Dazu gibt's Twists, Turns, und ein paar spitze Lacher werden auch noch drunter gestreut. Eine Kombination, die wir mehr als nur mögen!

4. Roma - ma

© Netflix


Roma ist in vielerlei Hinsicht ein aussergewöhnlicher Film. Eigentlich war er exklusiv für Netflix geplant, doch durften auch wir in der Schweiz in den Genuss kommen, diesen bis ins kleinste Detail präzise inszenierten Film, den man mit der Dichte eines Wimmelbildes vergleichen kann, im Kinosaal zu sehen. Immer passiert etwas, und im Kontrast dazu ist die Handlung gradlinig und schnörkellos. Nebst allem Bildzauber gehen dann aber auch die Figuren und ihre Geschichten ans Herz, und wenn der Film in einem wunderschönen Finale gipfelt, sollte allen klar sein, wieso Roma zu den besten Filmen des Jahres gehört.

3. Three Billboards Outside Ebbing, Missouri - sma

© Twentieth Century Fox Film Corporation


Ein Ire erklärt den Amerikanern im Mittleren Westen ihren Rassismus und verzichtet dabei fast vollständig auf afroamerikanische Darsteller. Eine Kontroverse für die einen, ein Award-Gewinner für die anderen. Three Billboards geht dabei aber weit über das gewöhnliche Feelgood-Movie hinaus, in dem man humorvoll belehrt wird. Mildred Hayes ist keine besonders sympathische Figur. Sie legt sich mit allen an und ist bei weitem nicht fehlerlos. In ihrem Zorn überschreitet sie Grenzen, die andere Einwohner von Ebbing schon überschritten haben. Ein zynischer Film, exzellent gespielt und noch besser geschrieben.

2. Avengers: Infinity War - crs

© Marvel Studios


Da vereint Marvel im 19. Film endlich alle Figuren in ihrem Universum und wer kriegt die meiste Screentime? Bösewicht Thanos! Aber das geht auf, da wir unsere Helden schon bestens kennen und wir so einen sauber gezeichneten, übermächtigen Fiesling erhalten, der ein spannendes Motiv für seine Taten hat. Action und Humor gibt es aber trotzdem zur Genüge in diesem Comicfilm, wie es ihn noch nie gegeben hat. Unvergessen ist zudem das brutale Ende, welches vielen Comic-Fans die Tränen in die Augen trieb und nebenbei dem Ausspruch "Oh, snap!" eine völlig neue Bedeutung gegeben hat.

1. The Shape of Water - nna

© Twentieth Century Fox Film Corporation


Fast ein Jahr nach seinem Triumph bei den Oscars landet Guillermo del Toros Monsterromanze auch bei uns auf dem ersten Platz. The Shape of Water überzeugt schliesslich mit einem gefühlvollen Score, einem tollen Art-Deco-Style und einer schlicht wunderschönen Geschichte. Dazu kommen die erstklassigen Darsteller, wobei in diesem Film weder ein bitterböser Michael Shannon noch eine verträumte Sally Hawkings oder ein sanfter Richard Jenkins wirklich herausstechen. Denn alle tragen dazu bei, dass The Shape of Water ein meisterhafter Film wurde, der verdient unsere Nummer 1 ist.

Diese Filme haben es knapp nicht in unsere Top-11 geschafft:

12. A Quiet Place
13. The Disaster Artist
14. Shoplifters - Manbiki kazoku
15. Game Night
16. You Were Never Really Here (unentschieden)
16. Deadpool 2 (unentschieden)
16. A Simple Favor (unentschieden)
19. Ready Player One
20. Leave No Trace

Welche Filme waren für euch das Highlight des Filmjahres 2018?

Quelle: OutNow

31.12.2018 16:30 / OutNow


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5 Kommentare

Fun Fact: Der letzte gute Film von del Toro war Hellboy II (2008).

The Guilty wäre auf Platz 21 gewesen. Und Shoplifters wurde nur 2x gewählt (dafür beide Male recht weit vorne in der Liste).

Dass Shoplifters nicht auf der Liste ist, ist ein kleines Verbrechen.

@pradox Ich glaube, viele hatten The Guilty auf ihrer Liste (ich zum Beispiel), einfach nicht hoch genug...

The Guilty - Den skyldige gefiel mir ganz gut.. :)

Wenn wir jetzt noch den Infinity War durch den Cold War ersetzen, bin ich durch und durch happy mit der Liste... :-)