"Der Vorname": Das Interview mit Christoph Maria Herbst, Janina Uhse und Justus von Dohnányi

Was sich neckt, das liebt sich? Wir trafen drei Streihähne aus "Der Vorname" zum harmonischen Interview und sprachen mit ihnen über Curry, das Original sowie darüber wer seiner Figur am nächsten ist.

Justus von Dohnányi, Christoph Maria Herbst (ganz links) und Janina Uhse (ganz rechts) © Pathé Films AG

Als sich fünf Freunde zu einem Abendessen treffen, fliegen die verbalen Fetzen. Als OutNow.CH jedoch drei dieser Personen trifft, geht es ganz friedlich zu und her. Anlässlich der Weltpremiere von Der Vorname am Zurich Film Festival trafen wir die drei Darsteller Christoph Maria Herbst, Janina Uhse und Justus von Dohnányi zum Interview.

Herbst kennt man dank seine Rolle des fiesen Chefs Stromberg aus der gleichnamigen TV-Serie, die 2014 sogar einen eigenen Kinofilm erhielt. Er spielt in Der Vorname den versnobten Literaturprofessor Stephan. Uhse hat neun Jahre bei Gute Zeiten, schlechte Zeiten verbracht und hat nach ihrem Ausstieg gleich die Rolle der schwangeren Anna bekommen. Justus von Dohnányi gehört derweil ebenfalls zu den bekannteren Schauspielgesichtern Deutschlands, und ist vor allem dank seiner Leistung in Das Experiment in Erinnerung geblieben. In der Rolle des eigentlich sanftmütigten René beteiligt auch er sich im Film an den turbulenten, unglaublich komischen Streitgesprächen. Wir sprachen mit den Schauspielern unter anderem über das französische Original, das Drehen in einer Location sowie über Schläge ins Gesicht.

OutNow.CH: Regisseur Sönke Wortmann hat mir erzählt, dass er den Schauspieler abgeraten hat, das französische Original zu schauen. Er hofft, dass sich die Darsteller daran gehalten haben. Jetzt wollen wir es wissen: Wer hat sich daran gehalten?
Janina Uhse: Ich kannte den Film. Ich konnte jedoch nichts dafür, da ich ihn schon deutlich vor dem Casting zu diesem Film gesehen hatte. Als ich dann angefragt wurde, hab ich mich sehr gefreut und schon gewusst, um was es geht. (lacht)
Justus von Dohnányi: Ich habe ihn gesehen. Ob vorher oder nachher weiss ich jetzt gar nicht mehr. Ich mag mich auch gar nicht mehr an den Ratschlag von Sönke erinnern. Da habe ich wohl mal nicht richtig zugehört. (lacht)
Christoph Maria Herbst: Ich habe damals den Trailer gesehen und gedacht, dass dies ein toller Stoff sei. Doch wirklich abgeholt hat mich der Trailer dann doch nicht, da ich mich nicht richtig mit dieser Pariser Bourgeoisie identifizieren konnte. Ich habe den Film also nicht gesehen - auch dann nicht als Sönke sagte, wir sollen uns ihn nicht ansehen.
Justus von Dohnányi: ...und das gibt jetzt ein Sternchen. (alle lachen)
Christoph Maria Herbst: Jaaaa, jetzt steht es 1:0:0. Nächste Frage, bitte. (alle lachen)

OutNow.CH: Die Figuren sind natürlich ein wenig überzeichnet. Aber trotzdem möchten wir jetzt wissen, wer von den Schauspielern seiner Figur vom Verhalten her am nächsten ist?
Justus von Dohnányi: Das kann ich so nicht beurteilen, da ich nicht alle Schauspieler privat so gut kenne. In meinem Fall habe ich versucht, das eine oder andere von mir selbst in die Rolle miteinzubeziehen. Aber da besteht dann doch noch ein gewisser Unterschied zwischen mir und meiner Figur.
Janina Uhse: Ich habe zu Anna fast gar keine Paralellen. Ich würde zum Beispiel während einer Schwangerschaft nie rauchen. Zudem bin ich eine Doppelwaage, bin also richtig harmoniesüchtig und das ist die Anna ja mal gar nicht.
Christoph Maria Herbst: Mein Professor Berger ist snobistisch, ein Geizkragen, wertkonservativ, intellektuell - das bin eigentlich alles ich. Ich habe eigentlich mich selbst gespielt. (alle lachen)

OutNow.CH: Der Film spielt hauptsächlich an einem Ort, in einem Haus. Ist euch während den 27 Tagen Drehzeit auch mal die Decke auf den Kopf gefallen oder ging es noch einigermassen?
Christoph Maria Herbst: Wir hatten ein richtig tolles Haus, wo man auch wirklich genug Platz hatte. Mit Räumlichkeiten, wo man sich auch mal zurückziehen konnte. Zudem haben wir nicht Das Boot gedreht, sondern Der Vorname. Von dem her kam es auch gar nie zu einer Klaustrophobie.
Justus von Dohnányi: Sönke hat es zudem verstanden die Geschichte auch in unterschiedlichen Räumen spielen zu lassen, sodass wir nie dachten "Mensch, jetzt sind wir schon wieder in diesem Raum"
Janina Uhse: Ich mag mich in diesem Zusammenhang vor allem an das Curry erinnern. Denn in dem Film gibt es ja dieses zum Abendessen. Ich durfte aufgrund meiner Rolle nichts davon essen, während die anderen dann am Ende kein Curry mehr sehen konnten. (lacht)

OutNow.CH: Im Film wird ja ordentlich gestritten. Wie war die Stimmung zwischen den Takes? Habt ihr euch auch mal gemieden oder war alles normal?
Christoph Maria Herbst: Da war alles normal. Wir haben den Streit dann vor der Kamera jeweils hergestellt. Wir haben jedoch auch eine Komödie gespielt. Wenn wir in einem Drama wären, hätten wir wohl auch mit anderen Mitteln gearbeitet. So hatten wir während dem Mittagessen jeweils Smalltalk und wenn die Kameras liefen, haben wir uns wieder die Köpfe eingeschlagen. Das geht ganz gut. (grinst)

OutNow.CH: In einer Szene wird Justus von Florian David Fitz niedergestreckt. Wie oft musstet/durftet ihr diese Szene drehen?
Justus von Dohnányi: Ich würde sagen, das haben wir drei, vier Mal gemacht. Man muss das ja aus verschiedenen Winkeln drehen, um es dann gut schneiden zu können.

OutNow.CH: Justus, dich brachte man jahrelang mit der Rolle des sadistischen Aufsehers in Das Experiment in Verbindung. War dies hilfreich oder hat es dir das Leben als Schauspieler schwieriger gemacht?
Justus von Dohnányi: Die Leute in der Branche haben so eine Tendenz, dass wenn sie etwas sehen, das wunderbar geklappt hat, dann bieten sie dir ganz viele ähnliche Rollen an. Ich hab nach Das Experiment ganz viele Bösewichte angeboten bekommen und habe auch einige gespielt. Aber irgenwann wurde mir das zu viel. Ich habe dann versucht mich in historische Stoffe und Komödien reinzubewegen. Ich war sehr froh, dass mir das gelungen ist.

OutNow.CH: Janina, geht es dir in dieser Hinsicht gerade ähnlich nach deinem Ausstieg bei Gute Zeiten, schlechte Zeiten?
Janina Uhse: Ich bin bei "GZSZ" erwachsen geworden. Das war für mich die grossartigste Schule, die ich mir hätte vorstellen können - dieses Glück jeden Tag von Montag bis Freitag drehen zu dürfen. Das war super. Dann kam im letzten Jahr aber der Punkt, an dem ich sagen musste, ich möchte mal eine andere Rolle spielen. Deshalb habe ich entschieden da rauszugehen. Zwei Wochen danach war das Casting zu Der Vorname und dann kam dort die Zusage. Hier spiele ich was komplett anderes, von dem her kann ich mich echt glücklich schätzen.

Der Vorname läuft ab dem 18. Oktober 2018 in den Schweizer Kinos.

© Pathé Films

Quelle: OutNow.CH

18.10.2018 13:50 / crs


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