"Der Vorname": Das Interview mit Regisseur Sönke Wortmann

Wir trafen den deutschen Regisseur während des Zurich Film Festivals zum Interview und sprachen mit ihm darüber, was ihn an dem Film gereizt hat, über die Schauspielerwahl sowie über Outtakes.

Sönke Wortmann (rechts) am Set von "Der Vorname" mit Florian David Fitz

Sönke Wortmann gehört zu den erfolgreichsten Regisseuren Deutschlands. Von ihm stammen die Kassenhits Der bewegte Mann, Das Wunder von Bern und Die Päpstin. Sein neuster Film heisst Der Vorname und es ist dies das Remake des französischen Theaterstücks und Kinohits Le prénom. Darin treffen sich fünf Freunde zu einem Abendessen. Doch dann verkündet der beruflich erfolgreiche Thomas den Namen seines noch ungeborenen Sohnes: "Adolf". Es dauert nicht lange, bis sich die Freunde mit Worten lautstark bekämpfen.

Wir trafen Regisseur Wortmann anlässlich der Weltpremiere von Der Vorname am Zurich Film Festival zum Gespräch.

OutNow.CH (ON): Was genau hat dich an diesem Remake gereizt?
Sönke Wortmann (SW): Ich kannte das Theaterstück und wollte dieses 2012 auf die deutsche Bühne bringen. Doch dann hat es zeitlich nicht geklappt. Vor zwei Jahren kam das Stück dann zu mir als Filmprojekt zurück. Ich wollte es unbedingt machen, da mir der Stoff gefällt, die französische Filmadaption in Deutschland untergegangen ist und zudem das Thema besser nach Deutschland passt. Mit dem, was gerade in Deutschland passiert, kann man durchaus mal wieder über den Namen "Adolf" reden und ihn in Erinnerung rufen.

ON: Du hast einige sehr bekannte Leute in deinem Cast. Wie ging das Casting vonstatten?
SW: Um das Interesse bei einem solch kleinen Film zu wecken, muss man ihn "hoch besetzen". Iris Berben stand komischerweise als erste fest - obwohl sie die kleinste Rolle von allen hat. Und dann führte eins zum anderen. Christoph Maria Herbst war der zweite. Dann fragt man sich, mit wem könnte der verheiratet sein? Das war dann für uns Caroline Peters. Wer könnte dann Carolines Bruder und Christophs Jugendfreund sein? Florian David Fitz. Wer passt denn als Freundin zu Florian? Das war für uns Janina Uhse. Justus von Dohnàny kannte ich schon lange und ich weiss, dass der alles spielen kann, und so kam das zusammen.

ON: Durften deine Schauspieler das Theaterstück oder den Film vor den Dreharbeiten sehen oder hast du ihnen davon abgeraten, sodass sie sich nicht von einer anderen Performance beeinflussen lassen?
SW: Ich habe ihnen genau aus diesem Grund abgeraten sich den Film anzusehen. Ich glaube, sie haben auf mich gehört. Oder vielleicht haben sie ihn heimlich doch geguckt. (lacht)

ON: Durften die Schauspieler auch etwas improvisieren?
SW: Ich bin der festen Überzeugung, dass wenn das Buch gut ist, das meistens besser ist als die Improvisation. Wenn man aber am Set der Meinung ist, dass da noch was fehlt, dann kann man immer nochmals darüber reden. Aber im Grunde genommen haben sie das gespielt, was im Drehbuch stand.

ON: Im Film wird von den Protagonisten ganz viel Wein getrunken. Was haben die Schauspieler in echt zu trinken bekommen?
SW: Die haben alle ganz brav Johannisbeersaft getrunken.

ON: In wie vielen Tagen habt ihr dieses Kammerspiel abgedreht?
SW: 27 Tage

ON: Der Vorname dauert 19 Minuten weniger lang als der Film Le prénom. Dabei fehlt von der Handlung nichts. Wie habt ihr dies bewerkstelligt?
SW: Ich fand beim französischen Film die Einführung wahnsinnig lang. Deshalb wollte ich bei unserem Film die Geschichte relativ schnell in Gang bringen. Aus diesem Grund ist unser Film nur 91 Minuten lang.

ON: Oft werden bei Komödien während des Abspanns Outtakes gezeigt. Hier gibt es jedoch keine. Hast du darauf verzichtet oder waren die Schauspieler so gut, dass es gar keine Outtakes gab?
SW: Es gab natürlich Outtakes, aber ich finde die Sache ausgelutscht und peinlich. Man möchte ja beim Film eine Welt erschaffen, versuchen, glaubhaft zu sein, und man soll die Figuren ernstnehmen. Mit den Outtakes zerstört man diese Illusion. Was ich hingegen genial fand, waren die Outtakes bei Monsters, Inc. - Outtakes bei einem Animationsfilm! Das fand ich ganz witzig.

Der Vorname läuft ab dem 18. Oktober 2018 in den Schweizer Kinos.

© Pathé Films

Quelle: OutNow.CH

15.10.2018 09:35 / crs


Artikel zum Thema

» Dossier: Interview
» Ein Kind namens Adolf: Erster Trailer zur Komödie "Der Vorname" mit Christoph Maria Herbst
» "Werk ohne Autor": Das Video-Interview mit Regisseur Florian Henckel von Donnersmarck
» "Werk ohne Autor": Das Interview mit Hauptdarsteller Tom Schilling


Kommentare zum Artikel

Kommentar schreiben

Du musst dich einloggen oder registrieren um einen Kommentar zu schreiben.

News zu Filmstars und Movies
Verunglückte Kleider, frischverliebte Paare, News, Gerüchte, Klatsch und Tratsch: Filmstars hautnah bei OutNow.CH, die jüngsten Stories der Stars und Sternchen sowie Informationen zur Filmszene insgesamt – OutNow.CH liefert alles.
"Der Vorname": Das Interview mit Regisseur Sönke Wortmann
Der Bösewicht aus "Hobbs and Shaw" ist Idris Elba (15.10.2018)
Herziger Trailer zu "A Dog's Way Home" (15.10.2018)
Ryan Coogler übernimmt wieder die Regie in "Black Panther 2" (15.10.2018)
"Der Vorname": Das Interview mit Regisseur Sönke Wortmann (15.10.2018)
Countdown to Halloween 2018 - Tag 14: The Brood (14.10.2018)
Neue Bilder aus dem tollen neuen "Halloween"-Film (14.10.2018)
Countdown to Halloween 2018 - Tag 13: The Walking Dead (13.10.2018)
Ähnliche Artikel
» "Der Unschuldige": Das Interview mit Hauptdarstellerin Judith Hofmann
» "Der Unschuldige": Das Interview mit Regisseur Simon Jaquemet
» "Der Vorname": Das Interview mit Christoph Maria Herbst, Janina Uhse und Justus von Dohnányi
» "Das schönste Mädchen der Welt": Das Interview mit Luna Wedler, Aaron Hilmer und Damian Hardung
» "303": Das Interview mit Hans Weingartner
» weitere Artikel anzeigen