Das Venedig-Tagebuch 2018 - Tage 8-9: Die Torontini sind weg!

Torontini sind keine Teigwaren, sondern ein Kosename für die OutNow-Crew, die vom TIFF berichten wird. Auch vom Lido haben sich schon viele in Richtung Toronto bewegt. Wir sind aber immer noch da.

Es gibt noch viele Reviews abzuschliessen, und schon bald reisen auch wir in die Schweiz zurück und überlassen das "Verrücktvielfilmeschauen" unseren Freunden in Toronto. Aus diesen Gründen fasse ich den Mittwoch und Donnerstag gleich in einem knackigen Tagebucheintrag zusammen.

Ausschlafen war angesagt am Mittwoch. Nur ein Film stand an diesem Morgen auf dem Programm. Vox Lux sieht auf Papier interessant aus. Das fiktive Pop-Biopic kombiniert den Aufstieg eines Stars (Natalie Portman) mit globalem Terrorismus. Das Resultat ist unausgegoren und die Musik ein Grauen. Irgendwie interessant ist der Film aber trotzdem.

In Venedig wird auch immer ein Preis für die beste Restaurierung eines Klassikers vergeben. Einen solchen konnte ich mit The Naked City sehen. Der rassig inszenierte Krimi von 1948 wurde bemerkenswerterweise komplett an Locations in Manhattan abgedreht. Ein toller Action-Showdown und viele Wendungen machen diesen Film von Noir-Spezialist Jules Dassin ist also definitiv zu einem Tipp von mir. Und die Restaurierung sah toll aus.

Die fiktive Künstler-Biographie Werk ohne Autor, auf der Website besprochen von swo, schreckte mit einer Laufzeit von knapp drei Stunden ab, war dann aber doch noch kurzweilig dank süffiger Inszenierung, einer tollen Besetzung und ganz viel Pathos. The Tourist hat Regisseur Florian Henckel von Donnersmarck jedenfalls wieder wettgemacht.

Nächster Tag, nächste Filme. Im OutNow-Hauptquartier wurde der unschöne Vorfall beim The Nightingale-Screening das Hauptthema. Google hilft weiter, denn dieser Halbschuh soll hier nicht erwähnt werden. Da ich den Film erst am Freitag sehen sollte, versuchte ich alle Gespräche zu seinem Plot zu überhören. Obwohl so was von müde, begleitete ich rm zum 08:00-Screening der französischen Tragikomödie Les éstivants. Filmgeschmack ist ja zum Glück subjektiv. Ich konnte mich in dieser Welt voller nerviger Upper-Class-Figuren mit Hang zum Hysterischen überhaupt nicht zurechtfinden und erlebte somit eine zweistündige Tortur.

Eine Tortur im anderen Sinne war 22 July. Paul Greengrass hat das Massaker von Utøya zum Thema genommen und erschütternd umgesetzt. Ganz verheult kam ich aus dem Kino. Nach dem etwas fraglichen Opening konzentriert sich der Film auf das Schicksal eines Überlebenden und seine Familie. Ein starker, relevanter Film, der zu den besten des Festivals gehört.

Nuestro Tiempo, ein weiterer Dreistünder, rundete dann die zwei Tage ab. Viele Worte über diesen schön gefilmten aber auch anstrengenden Film zu verlieren, habe ich nun jedoch nicht mehr. Wir lesen uns morgen wieder.

Quelle: OutNow.CH

08.09.2018 10:06 / ma


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