Das Venedig-Tagebuch 2018 - Tag 6: Contorni per tutti

Halbzeit auf dem Lido. Die OutNow-Crew sieht weiterhin viele Filme und geniesst gutes Essen. Wenn dann auch wirklich das Bestellte kommt. Marco fasst Filmerfahrungen und Anekdoten zusammen.

An einem Filmfestival werden unglaublich viele Filme gezeigt, so dass die OutNow-Crew sich das Programm meistens getrennt ansieht, um möglichst viel abdecken zu können. Um so wichtiger, dass man sich dann doch mal zu einem gemeinsamen feinen Essen trifft, um die Filme Revue passieren zu lassen. Heute soll es soweit sein, doch zuerst stand noch das morgendliche Double-Feature an. Mit Mittelmass startete ich den Tag. Das Melodram La Quietud ist mehr Telenovela als Kinofilm, aber auch diese zwei Stunden gingen um. Gleich im Anschluss The Sisters Brothers mit John C. Reilly, Joaquin Phoenix, Riz Ahmed und Jake Gyllenhaal. Dieser mit Humor gespickte Western mit tollen Bildern hat ziemlich allen gefallen, wie ich später erfahren sollte.

Man traf sich in der Hauptstrasse, etwa einen Kilometer vom Festivalgelände entfernt in einem typisch italienischen Restaurant. Bei unserer unkomplizierten Bestellung wurde dann ziemlich viel kompliziert gemacht. So kamen falsche Beilagen, dann ein Hauptgang ohne Beilage und zum Schluss dann noch eine unbestellte Portion Pommes-Frites. Bis auf die Tatsache, dass mir aus allen Richtungen Meerestiere aus den Tellern entgegenschauten, war es aber dennoch fein, und als Entschädigung gab es als Gratisdessert etwas Leckeres, das nach Lakritze schmeckte.

Nach weiterem Getippe im Pressesaal standen noch einmal zwei Filme auf dem Programm. Der Wettbewerbsfilm Accusada hatte mich mit seiner laschen Gerichtsfallstory nicht im Griff. Tatsache ist, dass der Besuch eines Filmfestivals auch eine anstrengende Sache ist und es auch dem toughsten Cineasten passieren kann, dass die Augenlider schwerer werden und er sich plötzlich dabei ertappt, eine unbestimmte Anzahl von Minuten des Filmes verpasst zu haben. Bei diesem Film ist dies diesem Cineasten passiert.

Monrovia, Indiana ist bereits der dritte Film Frederick Wisemans, den ich in Venedig geniessen durfte. Der Filmemacher fasziniert mich mit seiner Art, wie er die Kamera einfach hinstellt und somit den Alltag einfängt. Bei diesem Film hat er sich aber, für seine Verhältnisse, mit nur 143 Minuten zu wenig Zeit. Schliesslich wollte er eine ganze US-Kleinstadt porträtieren. Um halb eins war dann wirklich die erste Halbzeit des Festivals vorbei. Die persönliche Bilanz ist ein wenig durchzogen, was bei so vielen verschiedenen Filmen aber auch Sinn macht. Es haben nun aber noch mehr als fünfzehn Filme die Gelegenheit, das bisherige Highlight Roma zu toppen.

Quelle: OutNow.CH

05.09.2018 23:59 / ma


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