"Das schönste Mädchen der Welt": Das Interview mit Luna Wedler, Aaron Hilmer und Damian Hardung

Wir trafen die Stars der hippen deutschen Rom-Com und sprachen mit ihnen über grosse Nasen, Kino vs. Netflix, das Verkörpern von dummen Figuren sowie über seltsame Schweizer Begriffe.

In Das schönste Mädchen der Welt verdreht die Schweizerin Luna Wedler reihenweise Jungs den Kopf. In dieser modernen Fassung des Vers-Dramas "Cyrano de Bergerac" von Edmond Rostand geht es um einen Jungen, der aufgrund seiner grossen Nase gemobbt wird und sich eines Tages in die neue hübsche Mitschülerin Roxy verguckt. Nur blöd, dass auch der fiese Benno ein Auge auf Roxy geworfen hat. Damit daraus nichts wird, schickt Cyril den attraktiven, aber nicht sehr hellen Rick vor, damit dieser mit Cyrils Worten Roxy bezirzen kann.

Luna Wedler (Roxy), Aaron Hilmer (Cyril) und Damian Hardung (Rick) machten während ihrer Promotour auch in Zürich halt, wo wir die Schauspieler zum Gespräch trafen und dabei viel zu lachen hatten.

OutNow (ON): Kanntet ihr die Geschichte von Cyrano de Bergerac schon vor den Dreharbeiten?
Aaron Hilmer (AH): Ne, gar nicht. Ich habe mich mit der Vorlage dann zwar vor den Dreharbeiten schon befasst, aber die alten Filme wie jenen mit Gérard Depardieu habe ich mir dann nicht angesehen. Denn unser Drehbuch und meine Rolle haben auch schon so funktioniert.
Luna Wedler (LW): Ich habe mich auch nicht mit der Vorlage befasst, da das Frauenbild damals - sagen wir mal - etwas anders war. Deshalb habe ich es dann auch erst nach dem Dreh angefangen zu lesen.

ON: Die Geschichte wurde ja ganz gut in die heutige Zeit gebracht. Statt Degenkämpfen gibt es jetzt Rap-Battles. Musstet ihr beim Vorsprechen drauflosrappen können oder konntet ihr euch vorbereiten?
LW: Aaron und ich mussten einen Song vorbereiten, den ich komplett auswendig gelernt habe.
AH: Man hatte zwei Wochen Zeit dafür. Es war also nicht so, als hätten wir nur zehn Minuten vor dem Vorsprechen den Text bekommen.

Konntet ihr bei den Rap-Battles im Film auch etwas improvisieren?
AH: Die Texte waren im Grossen und Ganzen vorgegeben. Doch wir konnten uns immer einbringen, wenn wir merkten, dass etwas nicht zur Figur passte. So konnten wir ein Stück weit mitgestalten. Man sass aber nicht da und schrieb seine eigenen Texte.

ON: Raps werden ja meistens schnell vorgetragen. Seid ihr beim Filmen dann auch mal über die eigenen Worte gestoplert?
LW: Es ist alles eine Frage vom Auswendiglernen. Es ist ja im Grunde nichts anderes als einen Monolog zu lernen. Rap ist halt einfach schneller vorgetragen.
AH: Das hat wirklich erstaunlich gut geklappt. Im Film hört man fast nur die Originaltöne, also jene, die wir am Set aufgenommen haben. Wir mussten also nicht oft nachträglich noch ins Tonstudio.
Damian Hardung (DH): Als sie das letzte Rap-Battle austrugen, war das so gut, ich kriegte davon eine richtige Gänsehaut.

ON: Damian, dein Rick ist nicht gerade die hellste Kerze auf der Torte. Was war für dich als Schauspieler so das Schwierigste beim "Dummspielen"?
DH: Du darfst deine Figur selbst nicht als dumm bewerten. Ich glaube, dass sich ein Mensch selbst ernsthaft selten als "dumm" bezeichnen würde. Natürlich ist die Figur überzogen - es ist ja auch eine Komödie. Aber gleichzeitig muss man dieses authentische Gefühl haben, dass der Zuschauer am Ende auch Mitleid mit Rick bekommt. Und wenn ich das auslösen kann, dann habe ich meinen Job gut gemacht.

ON: Die Hauptfigur Cyril fällt vor allem durch ihre etwas grössere Nase auf. Für wie lange musstest du, Aaron, jeweils morgens in der Maske sitzen?
AH: Im Schnitt so eine gute Stunde. Die Make-up-Artistin Valentina Schwetz war da wirklich toll. Sie hatte während des ganzen Drehs immer eine unglaubliche Energie, und ich konnte bei ihr jeweils immer sehr gut auch runterfahren. Wenn ich eines Tages mal an einen Punkt kommen sollte, an dem ich meine Maske selbst auswählen kann, dann wird das zu 100'000 Prozent Valentina sein. "Props" an Valentina.

ON: Frage an die Jungs: Was für Schweizer Begriffe habt ihr während den Dreharbeiten von Luna gelernt?
LW: "Chuchichäschtli" kann jetzt das ganze Set.
DH: Sagt ihr nicht auch "vögeliwohl" anstatt "pudelwohl"?
ON: Alter, was?!
DH: Finde ich jetzt viel geiler als die Kombination mit dem Pudel. Vögel sind ja viel majestätischer.
AH: Bei dem Wort "Vögel" denke ich aber an was ganz anderes.
ON: An was denn? Hilf mir mal auf die Sprünge (lacht)
AH: Zum Beispiel: "Ich fühle mich wohlgevögelt." (alle lachen). Oh, Mann, meine Publizistin wird mich lieben.

ON: Was war das Lustigste, das am Set passiert ist?
AH: Wenn wir jeweils Lachflashs hatten, wollte das fast nicht mehr aufhören. In einer Szene, wo ich über meine Nase - also die Nase meiner Figur - herziehe "Die stinkt nach Pickel und Popel", da hatten wir einen üblen Lachflash. Dabei ist das so eine ernste Szene. Wir haben uns jedoch kaum mehr eingekriegt. (alle lachen)

ON: Viele romantische Komödien werden heutzutage direkt auf Netflix veröffentlicht, kommen also gar nicht mehr ins Kino. Wieso sollen die Leute für euren Film ins Kino gehen?
LW: Im Kino hat's eine Leinwand. Die ist gross. Da ist die viel bessere Stimmung.
AH: Zudem ist Kino noch ein richtiges Erlebnis, wofür du dich verabredest. Es ist ein Ereignis von vorne bis hinten, bis du wieder zuhause bist. Einen Film hat man danach auch ganz anders in Erinnerung als einen Streifen, den man auf Netflix schaut und von dem man dann am nächsten Tag die Hälfte wieder vergessen hat.
LW: Fairerweise muss man aber auch sagen, dass es auch gute Netflix-Filme gibt.

ON: Damian, du trittst in einer neuen Adaption von Der Name der Rose in die Fussstapfen von Christian Slater, spielst die Figur des Adson von Melk. Kannst/darfst du uns schon etwas über das Projekt verraten?
DH: Es basiert viel mehr auf dem Buch, da wir eine Miniserie machen und so acht Stunden Zeit haben, um die Geschichte zu erzählen. Ich hatte die grosse Ehre, hier mit John Turturro zusammenzuarbeiten. Das Buch war für uns dabei wie eine Art Bibel. Wir hatten es immer dabei. Manchmal fanden wir am Drehtag in der Vorlage wieder Dinge, die wir noch hineinnehmen wollten. Dann wurden halt die Dreharbeiten auch mal ausgesetzt, um diese gefundenen Dinge sauber hineinzuarbeiten. Das ganze Projekt war ein grosses Geschenk.

Das schönste Mädchen der Welt kommt am 6, September 2018 in die Kinos. Die neue Adaption von "Der Name der Rose" läuft im Frühjahr 2019 auf dem Pay-TV-Sender Sky.

© Impuls Pictures AG

Quelle: OutNow.CH

04.09.2018 12:14 / crs


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