Venedig-Filmfestival 2018: Unsere elf meisterwarteten Filme

Die elf interessantesten Filme aus der 75. Venedig-Ausgabe. Die Jury um Guillermo del Toro, zu der auch der wunderbare Taika Waititi (Regisseur "Thor: Ragnarok") gehört, wird es nicht leicht haben.

Tilda Swinton in "Suspiria"

Ein weiteres Mal schaut die gesamte Filmwelt nach Venedig, wo die 75. Ausgabe des Filmfestival stattfinden wird. In diesem Jahr haben sich die Organisatoren ein sensationelles Line-up zusammenstellen können, woran der Streit zwischen Netflix und Cannes sicher auch seinen Anteil hatte. Welche Filme haben das Potential, die diesjährigen The Shape of Water und Three Billboards zu sein? Während zehn filmgefüllten Tagen werden wir es herausfinden. OutNow.CH befindet sich zum 14. Jahr in Folge wieder auf dem Lido und freut sich dabei ganz besonders auf folgende Filme.

22 July


Regie: Paul Greengrass
Darsteller: Anders Danielsen Lie, Jon Øigarden, Lars Arentz-Hansen,
Darum geht's: Am 22. Juli 2011 tötet Anders Behring Breivik 77 junge Menschen auf der Insel Utøya. Der Film von Greengrass zeigt aus drei verschiedenen Blickwinkeln (Überlebende, Ermittler, Anwälte), was nach dem Attentat passierte.
Weshalb wir uns darauf freuen: Greengrass ist ein Meister des beklemmenden Filmschaffens. Werke wie United 93 und Captain Phillips sprechen für sich. Dabei zeigte sich auch, dass der Mann sich mit Rücksicht und Respekt solchen wahren, tragischen Geschichten annähert.

Voraussichtlicher Schweizer Kinostart: Keinen. Die Rechte liegen bei Netflix, die den Film vorraussichtlich am 19. Oktober 2018 veröffentlichen werden.

The Ballad of Buster Scruggs


Regie: Ethan und Joel Coen
Darsteller: Tim Blake Nelson, Liam Neeson, Zoe Kazan, James Franco
Darum geht's: Western, in dem sechs Kurzgeschichten erzählt werden, die sich alle irgendwie um die Figur des Buster Scruggs (Tim Blake Nelson) drehen.
Weshalb wir uns darauf freuen: Ein neuer Film der Coen-Brüder ist immer ein Grund zur Freude. Das letzte Mal, als die Coen sich an einem reinen Western versuchten, kam dabei True Grit heraus. Ursprünglich hätte das Ganze als Mini-Serie veröffentlicht werden sollen. Nun ist daraus ein Episodenfilm geworden.

Voraussichtlicher Schweizer Kinostart: Keinen. Die Rechte liegen bei Netflix, die den Film vorraussichtlich am 16. November 2018 veröffentlichen werden.

Dragged Across Concrete


Regie: S. Craig Zahler
Darsteller: Mel Gibson, Vince Vaughn, Jennifer Carpenter, Don Johnson, Udo Kier.
Darum geht's: Zwei übereifrige Cops werden von Dienst suspendiert und gehen danach selbst auf die Suche nach Gerechtigkeit.
Weshalb wir uns darauf freuen: S. Craig Zahler gehört zu den interessantesten Regisseuren, von denen wohl die wenigsten je gehört haben. Doch der Mann war verantwortlich für den unglaublich brutalen Western Bone Tomahawk und die nicht weniger zimperliche Grindhouse-Hommage Brawl in Cell Block 99. Diese Filme zeichnen sich durch eine grosse Spannung und plötzliche Gewaltexplosionen aus. Wir können es kaum erwarten zu sehen, wie er mit der Hilfe von Vince Vaughn und Mel Gibson dem etwas ausgelutschten Genre des Cop-Buddy-Movie einen deftigen Tritt in den Hintern versetzt.

Voraussichtlicher Schweizer Kinostart: Noch nicht bekannt.

The Favourite


Regie: Yorgos Lanthimos
Darsteller: Emma Stone, Rachel Weisz, Nicholas Hoult, Joe Alwyn, Olivia Colman
Darum geht's: Als Königin Anne, die letzte Monarchin aus dem Hause Stuart, an der Macht ist, sind politische Intrigen und höfische Machenschaften an der Tagesordnung. Daran beteiligen sich die Herzoginnen, Baroninnen und die Dienerinnen gleichermassen - welche alle für ihre eigenen Vorteile kämpfen.
Weshalb wir uns darauf freuen: "Wäh, Kostüm-Drama", denken sich wohl nun einige. Aber denen sei gesagt, dass dies der neuste Film des Regisseurs von The Lobster und The Killing of Sacred Deer ist, die ziemlich abgefuckt waren. Den schrägen Stil von Lanthimos in einem Kostüm-Drama-Setting zu sehen, macht schon gwundrig. Plus: Die Besetzung mit Emma Stone, Rachel Weisz und Olivia Colman ist erstklassig.

Voraussichtlicher Schweizer Kinostart: 3. Januar 2019.

First Man


Regie: Damien Chazelle
Darsteller: Ryan Gosling, Claire Foy, Jason Clarke
Darum geht's: Die Neil-Armstrong-Story.
Weshalb wir uns darauf freuen: Mit Whiplash und La La Land hat Damien Chazelle gleich zwei Volltreffer gelandet und hat nun wie ein Christopher Nolan ziemliche Narrenfreiheit. Diese hat er genutzt, um die Geschichte hinter der ersten Mondlandung zu erzählen. Dafür arbeitete er erneut mit Ryan Gosling zusammen. Der erste Trailer ist schlicht atemberaubend und die Tatsache, dass Chazelle mit seinem Film erneut den prestigeträchtigen Eröffnungs-Slot von Venedig bekommen hat, lässt die Vorfreude nur noch höher steigen.

Voraussichtlicher Schweizer Kinostart: 8. November 2018

The Nightingale


Regie: Jennifer Kent
Darsteller: Sam Claflin, Aisling Franciosi, Ewen Leslie,
Darum geht's: Die verurteilte, junge Irin Claire hetzt im Jahre 1825 einem britischen Offizier hinterher, der ihrer Familie Schreckliches angetan hat.
Weshalb wir uns darauf freuen: Die einzige Frau im Wettbewerb von Venedig ist die Australierin Jennifer Kent, welche vor vier Jahren mit ihrem Horror-Geheimtipp The Babadook begeistern konnte. Ist The Nightingale nur annährend so intensiv wie ihr vorheriges Werk, dann werden die Sitzlehnen in Venedig-Kinos ganz schön zu leiden haben.

Voraussichtlicher Schweizer Kinostart: Noch nicht bekannt.

Roma


Regie: Alfonso Cuarón
Darsteller: Marina de Tavira, Marco Graf, Daniela Demesa
Darum geht's: Die Geschichte einer Familie des Mittelstandes in Mexico City in den Siebzigern.
Weshalb wir uns darauf freuen: Ok, die kurze Inhaltsangabe macht jetzt wirklich wenig gluschtig. Doch handelt es sich bei dem Film um das Neuste vom mexikanischen Oscar-Preisträger Alfonso Cuarón (Children of Men, Gravity), der es als sein "persönlichstes Werk" beschreibt. Es ist der Film, der bisher am meisten "Buzz" generieren konnte. Hat hier Cuarón sein nächstes Meisterwerk am Start?

Voraussichtlicher Schweizer Kinostart: Die Rechte liegen bei Netflix, die den Film irgendwann im Dezember veröffentlichen werden.

The Sisters Brothers


Regie: Jacques Audiard
Darsteller: Jake Gyllenhaal, Joaquin Phoenix, Rutger Hauer, John C. Reilly
Darum geht's: Die Outlaws Eli und Charlie Sisters sollen für einen mächtigen, mysteriösen Mann einen Mord ausführen. Während Charlie dem Töten zugeneigt ist, beginnt Eli über die unmoralische Art nachzudenken, wie sie ihren Lebensunterhalt verdienen. Jedoch bleibt auf dem Weg nicht viel Zeit zum Grübeln.
Weshalb wir uns darauf freuen: Der französische Regisseur Jacques Audiard hat sich einen Namen mit düsteren Dramen wie Un prophète und De rouille et d'os gemacht. Für sein erstes, reines englischsprachgies Werk hat er nun... eine Western-Komödie gedreht? Eine etwas ungewöhnliche Wahl, heisst es doch bei ausländischen Regisseuren, die in die USA gehen, erstmals "Schuster, bleib bei deinen Leisten." Doch sind wir bei diesem Cast äusserst optimistisch, plus der Trailer ist einfach zum Schiessen - pun intended.

Voraussichtlicher Schweizer Kinostart: Für die Deutschschweiz gibt es noch keinen. In der Westschweiz ist es jedoch am 19. September 2018 soweit.

A Star is Born


Regie: Bradley Cooper
Darsteller: Bradley Cooper, Sam Elliott, Lady Gaga, Andrew Dice Clay
Darum geht's: Einst war Jackson Maine ein absoluter Superstar der Country-Musik, doch seine beste Zeit liegt nun hinter ihm. Da lernt er eine junge Frau namens Ally kennen, deren grosses musikalisches Talent er sofort erkennt. Zwischen den beiden entwickelt sich schnell eine leidenschaftliche Liebesbeziehung.
Weshalb wir uns darauf freuen: Schon zum vierten Mal wird hier die Geschichte von "A Star is Born" erzählt (unter anderem mit Judy Garland und Barbra Streisand), doch begeisterte Coopers Regie-Debüt mit Ausschnitten an der vergangenen Cinema-Con (ein jährliches Treffen der Kinobesitzer in Las Vegas). Dabei soll vor allem Lady Gaga mit ihrem schauspielerischen Fähigkeiten begeistern. Wir sind gespannt.

Voraussichtlicher Schweizer Kinostart: 4. Oktober 2018

Suspiria


Regie: Luca Guadagnino
Darsteller: Chloë Grace Moretz, Dakota Johnson, Tilda Swinton, Mia Goth, Jessica Harper
Darum geht's: Luca Guadagninos Update des Argento-Horror-Klassikers um eine Tanz-Academy, in der ganz seltsame Sachen vorgehen.
Weshalb wir uns darauf freuen: Viele rümpften die Nase, als sie hörten, dass von Suspiria eine Neuauflage kommen soll. "Fällt der Filmwelt wirklich nichts mehr Neues ein?" Doch dann wurden Bilder und Trailer veröffentlicht, welche das Misstrauen schnell in Vorfreude verwandelten. Übertrifft der Regisseur von Call Me by Your Name hier etwa das Original? Quentin Tarantino soll der Film übrigens super gefallen habe. Nach einem exklusiven Screening soll Tarantino Guadagnino um den Hals gefallen sein und immer wieder "Thank you" von sich gegeben haben. Tarantino approves. Hoffentlich wir auch.

Voraussichtlicher Schweizer Kinostart: Noch nicht bekannt.

Werk ohne Autor


Regie: Florian Henckel-Donnersmarck
Darsteller: Tom Schilling, Sebastian Koch, Paula Beer, Saskia Rosendahl
Darum geht's: Dem jungen Künstler Kurt Barnert gelingt die Flucht aus der DDR. Doch es plagen ihn Kindheits- und Jugendtraumata, die er während der Herrschaft der Nazis erlitten hat.
Weshalb wir uns darauf freuen: Florian Henckel-Donnersmarcks Das Leben der Anderen gehört zu den meist ausgezeichneten deutschen Filmen aller Zeiten und so ist jedes Werk von ihm ein Grund zur Vorfreude. Auch hier setzt er sich wieder mit dem geteilten Deutschland auseinander und arbeitete erneut mit Sebastian Koch zusammen. Etwas Sorgen bereiten tut uns die Laufzeit von 188 Minuten, doch trauen wir dem Regisseur zu, dass er uns über die ganze Zeit ein anspruchsvolles Filmerlebnis bieten kann.

Voraussichtlicher Schweizer Kinostart: 4. Oktober 2018

Das Venedig-Filmfestival läuft vom 29. August bis zum 8. September 2018. Kritiken zu den genannten Filmen werden im Verlaufe des Festivals veröffentlicht.

Quelle: OutNow.CH

30.08.2018 15:45 / crs


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