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Das Venedig-Tagebuch 2018 - Tag 1: First Man

Bereits am Mittwoch ist die OutNow-Crew auf dem Lido gelandet - oder gar gestrandet. Die ganze Crew? Nicht ganz. Marco war zuerst da und darf euch deshalb seine Erlebnisse schildern.

Nachdem ich letztes Jahr ausgesetzt habe, gehöre ich dieses Jahr wieder zur OutNow-Delegation in Venedig. Mit mir dabei sind die Menschen hinter den Kürzeln rm, swo und gli. Ein bewährtes Quartett, welches sich auf ganz viele Filme freut. Nach dem superkurzen Flug (in den 50 Minuten könnte man sich nicht einmal unsere OutCast-Folge zu dem Thema Venedig und Toronto anhören) ging es dann ab aufs Schiff.

Das älteste internationale Filmfestival der Welt befindet sich nämlich nicht auf der Lagunenstadt selbst, sondern hat sich quasi schräg gegenüber auf dem Lido di Venezia platziert. Die Bootsfahrt dauert eine halbe Ewigkeit und nach dem Beziehen der Unterkunft kann ich endlich meinen Festivalpass abholen. Sicherheit wird gross geschrieben, also werden Rucksack und Tasche durchsucht, bevor ich mich aufs Gelände begeben darf. Nach einem kurzen Staunen, dass man sich halt doch verändert (ähnlich wie beim GA werden die Fotos auf Festivalpässen grundsätzlich nicht aktualisiert) gab es dann gleich die erste Pizza, noch bevor die ersten Filmbilder vor meinen Augen flackerten.

Zuerst aber noch einen Abstecher zum roten Teppich, wo die Stars im Rahmen der Eröffnungsfeier ihre neuesten Kleider und Anzüge präsentierten. Wie gewohnt waren die lokalen Fans wahrscheinlich schon seit den Morgenstunden am Teppich, um ein Autogramm zu ergattern. Obwohl man sich ja immer gerne über solchem Hype sehen würde, hatte ich dann doch meine Freude, einen Blick auf Jurypräsident Guillermo Del Toro und Star Ryan Gosling (begleitet von tosendem Teenie-Gekreische) zu ergattern. Zu erwähnen ist auch noch, dass Jason Clarke so ziemlich von niemandem bemerkt über den Teppich huschte und ich dies dann doch ein wenig schade fand, da ich ihn einen tollen Darsteller finde, der schauspielerisch Ryan Gosling kaum unterlegen ist.

Den Start machte auf meinem Programm Isis, tomorrow. The lost souls of Mosul. Der Film, der ausserhalb des Wettbewerbes gezeigt wird, ist in etwa so erbauend wie es der Titel verspricht. Ein starker, erschütternder Dokumentarfilm, der in Erinnerung bleiben wird. Gleich im Anschluss lief im selben Saal, dem "Sala Perla", mein zweiter Film: The Mountain, zu dem Kollege gli die Kritik schreiben wird. Darüber bin ich nicht unglücklich, da mir dieser Kunstfilm dann doch etwas viel Kunst und wenig Film war.

Ein Glück also, dass genannter Kollege irgendwann zwischendurch auch auf dem Lido eingetroffen war und wir uns auf einen traditionellen Aperol Spritz treffen und den Film ausdiskutieren konnten. Auch diese Gespräche gehören zum Festivalbesuch wie rot zu Elmo. Und bevor ich einen weiteren, abstrusen Vergleich hervorkrame, melde ich mich für heute ab und freue mich morgen nicht nur der "First man" der Crew auf dem Lido gewesen zu sein, sondern den offiziellen Eröffnungsfilm First Man dann auch gesehen zu haben.

Quelle: OutnNow.CH

30.08.2018 18:45 / ma


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