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Halbzeitpause in Cannes

Willkommen in der Mitte des Festivals! Wir haben rekordverdächtig viele Filme geschaut und ziehen eine erste Zwischenbilanz. Spoiler: Wir sind total blau! Aber nicht so, wie ihr es jetzt meint.

Unsere Sekretärin hat alle Hände voll zu tun, Hunderte von Telefonanrufen, E-Mails und Tweets zu beantworten, die fragen, was denn mit dem legendären Festival-Tagebuch los sei. Ok, das ist ein ganz klein wenig übertrieben, aber übertreiben gehört in Cannes zum guten Ton, dem wir uns gerne anpassen. Jedenfalls entschuldigen wir uns, dass wir es bis heute, bereits Festival-Halbzeit, nicht fertiggebracht haben, einen Tagebucheintrag auf das Papier beziehungsweise auf den Bildschirm zu bringen. Der Grund ist schnell eruiert: Wir haben zu viele Filme geglotzt. Bis zu sechs Filme aus sechs unterschiedlichen Ländern an einem Tag, was übrigens offizieller OutNow-Cannes-Festival-Weltrekord ist.

Aber wir machen alles wieder gut und melden uns heute mit einem etwas längeren Beitrag. Denn erlebt haben wir wahrlich genug. Das Wichtigste zuerst: Wir sind beide blau! Neeeein, nicht "so" blau, als seriöse Journalisten leisten wir uns selbstverständlich keine üblen Eskapaden. Aber wir haben endlich beide einen blauen Badge und dürfen nun gleichberechtigt in derselben Schlange anstehen. Juhuuuui!

Und auch sonst gefallen uns die Neuerungen dieses Jahr, die im Vorfeld ja für einige (Negativ-) Schlagzeilen gesorgt haben. Denn für die abends stattfindenden Wettbewerbsfilme gibt es neu ein zusätzliches Screening, in der "Salle Bazin", der unauffälligen kleinen Schwester der grossen Platzhirschinnen Lumière (dort, wo die Gala-Premieren stattfinden) und Debussy (dort, wo die Pressescreenings stattfinden). Und offensichtlich hat sich noch nicht herumgesprochen, dass es sich dort völlig relaxt anstehen lässt - die Screenings waren noch nie voll. Allerdings steht der ultimative Stresstest erst noch an: Heute Abend ist das Screening von Solo. Mal schauen, ob wir nachher immer noch so gut drauf sind.

Auf jeden Fall lassen uns diese beiden bisher gelungenen Neuerungen grosszügig über die organisatorischen Böcke hinwegsehen, die auch dieses Jahr immer wieder auftauchen. Sei es, dass ein übereifriger Securitymensch den Outnow-Journalisten anweist, den Laptop in der Garderobe abzugeben (Begründung: Das sei immer so. Klar. Wir sind ja auch erst seit zehn Jahren hier, und es ist das erste Mal, dass uns das passiert), worauf dieser eine halbe Stunde däumchendrehend auf den Beginn des Screenings warten muss. Oder sei es, dass kurzerhand die gesamte Presselounge geleert wird, weil dort Real-Madrid-Goalie Keylor Navas seinen neuen Dokfilm vorstellen will.

Ah ja, Promis. Auch hier hätten wir noch einige Erlebnisse zu erzählen. Beispielsweise, wie Gaspar Noè während des Morgenscreenings von Climax im Kinosaal hin- und hergetigert ist. Oder wie wir beinahe den Kaffee auf dem Smoking von Vincent Cassel verschüttet hätten. Aber eigentlich sind wir ja nicht wegen der Promis, sondern wegen der Filme hier. Und auch hier haben wir schon fleissig in die Tasten gehauen. Hier unsere bisherigen Reviews:

Competition:

  • Everybody Knows - Ashgar Farhadi
    Der neue Film des iranischen Oscarpreisträgers mit Penélope Cruz und Javier Bardem. Zur Kritik
  • Cold War - Pawel Pawlikowski
    Und noch ein Oscarpreisträger mit seinem neuen Film. Zur Kritik
  • Yomeddine - A.B. Shawky
    Ein Crowdpleaser aus Ägypten über einen Leprakranken auf der Suche nach seinen Eltern. Zur Kritik
  • Leto - Kirill Serebrennikov
    Der russische Wettbewerbsbeitrag um eine Punkband in den Achtzigern. Zur Kritik
  • Plaire, aimer et courir vite - Christophe Honoré
    Ein Liebesdrama über einen Mittdreissiger, der sich in einen jungen Schnaufer verknallt. Zur Kritik
  • BlacKkKlansman - Spike Lee
    Lee zeigt die wahre Geschichte eines Afroamerikaners, der den Ku-Klux-Klan infiltriert. Klingt komisch, war aber so! Zur Kritik


Out of Competition:

  • Arctic - Joe Penna
    Mads Mikkelsen friert und kämpft im Eis ums Überleben. Zur Kritik


Un Certain Regard:

  • Rafiki - Wanuri Kahiu
    Ein Lesbenfilm aus Kenia - in seinem Heimatland verboten. Zur Kritik
  • Gueule d'ange - Vanessa Filho
    Marion Cotillard als Mutter, die lieber Party macht als sich um ihre Tochter zu kümmern. Zur Kritik


Quinzaine des Réalisateurs:

  • Mandy - Panos Cosmatos
    Der Indie-Horror-Hit mit Nicolas Cage, der am Sundance voll durchstartete. Zur Kritik


Semaine de la Critique:

  • One Day - Zsófia Szilágyi
    Ein ungarisches Familiendrama über eine überforderte Mutter. Zur Kritik
  • Diamantino - Gabriel Abrantes und Daniel Schmidt
    Eine abgespacete Komödie über den grössten Fussballer der Welt in Nöten. Zur Kritik


More to come!

Quelle: OutNow.CH

15.05.2018 09:00 / ebe


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