Oscar-Nominationen 2018: Die grössten Aufreger und Überraschungen

Die Aufregung, die vor der Bekanntgabe der Nominationen herrscht, ist seit gestern Nachmittag endlich vorbei. Zeit also, sich jetzt über die Entscheidungen der Academy aufzuregen.

"What the fuck, Academy?!" - Margot Robbie in "I, Tonya" © Ascot Elite

Es allen recht machen kann man es sowieso nie. Pro Jahr werden Hunderte von Filme produziert, die dann um wenige Oscar-Nominationen kämpfen müssen - ausser natürlich man heisst Transformers: The Last Knight. Wir haben gestern intensiv die Bekanntgabe der Nominationen verfolgt und nennen euch nun unsere grössten Aufreger.

F*** you, Kevin Spacey: Christopher Plummer holt sich eine Nomination

Als die Skandale um Kevin Spacey bekanntwurden, entschloss sich Ridley Scott, den Oscarpreisträger aus seinem All the Money in the World zu entfernen. Er rufte Christopher Plummer an, der innert einer Woche seine Texte lernen musste und dann für zehn Tage ans Set kam. Unter immensen Zeitdruck stellte Scott den Film fertig, und nun ist Plummer für "bester Nebendarsteller" nominiert. Laut amerikanischen Kritikern sei Plummers Performance zwar wirklich sensationell, doch schwingt hier wahrscheinlich auch ein bisschen "Spacey-Hate" mit.

Oscar-Bait zieht immer noch

Ein Film über Winston Churchill von Joe Wright mit Gary Oldman und ein Streifen über die Pressefreiheit von Steven Spielberg mit Meryl Streep und Tom Hanks: Schon vor Drehstart von Darkest Hour und The Post nahmen verschiedene Experten die Filme schon auf die Liste für "Best Picture". Sie sollten recht behalten. Auch wenn diese zwei Filme zwar durchaus gut sind, gab es im Jahr 2017 bessere Filme, die man hätte würdigen können, als diese offensichtlichen Kandidaten. Dies bedeutet auch, dass wir in Zukunft auch keinen Mangel an Biopics und "Ist wichtig und deshalb gut"-Filme haben werden.

I, Tonya, Blade Runner 2049 und The Florida Project


Wo es Gewinner gibt, gibt es auch Verlierer. Neun Filme hat die Academy für "Best Picture" nominiert (zwischen fünf und zehn sind erlaubt), doch prominente Abwesende gab es trotzdem. Allen voran I, Tonya. Zugegeben, der Film über die Eiskunstläuferin Tonya Harding kann man in das von der Academy beliebte Genre der Biopics packen. Doch kommt der Streifen von Craig Gillespie dank seiner frechen Inszenierung, die auch mal die vierte Wand durchbricht, nicht so steif daher und ist deutlich unterhaltsamer als Filme, die im Gegensatz nominiert wurden. Blade Runner 2049 holte sich zwar fünf Nominationen, doch dies alles in technischen Kategorien. Das von Denis Villeuneve genial insznierte Werk war einfach atemberaubend und brachte das Erlebnis "Kino" im Jahr 2017 am besten herüber - der Academy war's wurst. Enttäuscht dürfte man auch im Lager von The Florida Project sein. Sean Bakers Indie-Film berührte die Kinogänger an den Herbst-Festivals und galt lange als sicherer Kandidat für "Best Picture". Am Ende schaute nur eine (wohlverdiente) Nomination für Willem Dafoe heraus. Damit dürfte es der Streifen etwas schwerer haben, sein Publikum zu finden. Deshalb gibt es halt von uns die Empfehlung: Schaut euch ab dem 8. Februar 2018 unbedingt diese Perle an!

Logan ist für bestes adaptiertes Drehbuch nominiert

Superhelden-Filme wurden jahrelang von der Academy belächelt und meist in Nebenkategorien gepackt. Nur gerade Christopher Nolans brillanter The Dark Knight konnte da etwas ausbrechen. Mit der Nomination für Logan für das beste adaptierte Drehbuch wird nun signalisiert, dass tolle Geschichten über Superhelden auf Gehör stossen können. Hoffen wir, dass diese Nomination (plus die 616 Millionen am Box-Office) den Studios aufzeigt, dass sich ungewöhnliche Comicbuchfilme lohnen und einen deutlichen Mehrwert gegenüber Schema-F-Ware bieten.

Die Academy hasst Lego

"Everything is awesome - not". The Lego Movie war 2014 der bestbewerteste Animationsfilm, beliebt bei den Massen und holte sich eine Nomination für den besten Song ab. Doch in der Kategorie für den besten Animationsfilm wurden die Legobauer ignoriert. Drei Jahre später ein ähnliches Bild: The Lego Batman Movie war ein voller Erfolg bei Kritikern wie auch beim Box-Office, doch davon wollte die Academy wieder nichts wissen. Stattdessen nominierte man mit Boss Baby und Ferdinand zwei deutlich schwächere Filme, die weder den Witz noch die Cleverness von The Lego Batman besassen. Es scheint als wolle die Academy keine Gratiswerbung für die dänischen Bausteine machen. Schade für all die hart arbeitenden Menschen hinter dem Film.

Die Oscars werden in der Nacht vom 4. auf den 5. März verliehen. Was waren eure Aufreger?

Quelle: OutNow.CH

24.01.2018 13:26 / crs


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1 Kommentar

Kein Hanks und kein Franco, obwohl die Konkurrenz in diesem Jahr nicht so stark ist.