Toronto Film Festival 2017: Unsere 11 meisterwarteten Filme

Wir fliegen wieder einmal um die halbe Welt, um über die neusten Tops und Flops vom Toronto International Film Festival zu berichten. Wir nennen euch nun die Filme, auf die wir uns am meisten freuen.

Nachdem die Venedig-Crew vergangene Woche ihren Äggibätsch-Artikel publiziert hat, ist nun die Toronto-Gang dran. "The Festival of Festivals", wie das TIFF früher genannt wurde, zeigt neben einem Best-of von Cannes, Berlin, Sundance und Venedig auch jedes Jahr wieder jede Menge Weltpremieren und hatte vor allem im letzten Jahr einen hammermässigen Leistungsausweis, was die Verleihung der Oscars betraf.

So liefen am #TIFF16 unter anderem Moonlight, La La Land, Manchester by the Sea, Lion und Arrival im Programm. Ob die Checkliste bei Bekanntgabe der Nominationen wieder so schnell abgehakt werden kann, bleibt abzuwarten. Auf jeden Fall freuen wir uns - egal, ob potenzielle Goldmännchen oder nicht - auf diese Filme

1. Battle of the Sexes


Regie: Jonathan Dayton und Valerie Faris
Darsteller: Emma Stone, Steve Carell, Elisabeth Shue, Andrea Riseborough, Alan Cumming,
Darum geht's: Geschlechterkampf auf dem Tennis-Court: Macho Bobby Riggs fordert die Frauenrechtsaktivistin Billie Jean King zu einem Match heraus, das auch aufgrund der Gleichberechtigungsdebatte in die Geschichte eingehen wird.
Weshalb wir uns darauf freuen: Einer von zwei Tennis-Filmen am TIFF, wobei dieser mit einem grösseren Buzz angerauscht kommt. Das hat zum einen mit den Thema Gleichberechtigung zu tun, das immer noch ein aktuelles ist, und zum anderem mit dem Cast und der Crew. Emma Stone und Steve Carell arbeiten hier nach Crazy Stupid Love erneut zusammen, und hinter den Kameras stand das Duo, welches uns Little Miss Sunshine gebracht hat.

Schweizer Kinostart: 23. November 2017

2. Borg/McEnroe


Regie: Janus Metz
Darsteller: Sverrir Gudnason, Shia LaBeouf, Stellan Skarsgård, David Bamber, Tuva Novotny
Darum geht's: Das legendäre Aufeinandertreffen der Tennis-Grössen Björn Borg und John McEnroe im Wimbledon-Finale von 1980.
Weshalb wir uns darauf freuen: Tennis-Film Nummer zwei. Auch wenn der schwedische Film jetzt nicht gerade den ansehnlichsten Cast hat, macht hier vor allem der Regisseur gwundrig. Der Däne Janus Metz drehte denn auch von uns hochgelobten und schonungslosen Dokumentarfilm Armadillo über dänische Soldaten im Afghanistankrieg. Wenn er bei seinem ersten langen Spielfilm die gleiche Intensität hinkriegt, erwarten uns trotz eigentlich klarem Ausgang 100 schweisstreibende Minuten.

Schweizer Kinostart: 12. Oktober 2017

3. The Current War


Regie: Alfonso Gomez-Rejon
Darsteller: Benedict Cumberbatch, Michael Shannon, Katherine Waterston, Nicholas Hoult, Tom Holland, Matthew MacFadyen
Darum geht's: Die beiden Erfindern Thomas Edison und George Westinhouse liefern sich ein erbittertes Wettrennen darum, welches Elektroniksystem die moderne Welt mit Strom versorgen wird.
Weshalb wir uns darauf freuen: Während der Oscar-Saison sollte man Harvey Weinstein nie unterschätzen. Der mächtige Produzent hat schon vielen Filmen zu Goldmännchen verholfen und den von uns eigentlich schon früh abgeschriebenen Lion zu sechs Oscar-Nominationen gebracht. Sein heissestes Eisen in diesem Jahr ist das Thomas-Edison-Biopic The Current War. Auch wegen des sensationellen Casts könnten wir hier einen Geheimtipp haben, der sich ähnlich wie The Imitation Game (auch mit Cumberbatch) zum Überraschungshit mausern könnte.

Schweizer Kinostart: 18. Januar 2018

4. The Death of Stalin


Regie: Armando Iannucci
Darsteller: Jeffrey Tambor, Steve Buscemi, Rupert Friend, Jason Isaacs, Andrea Riseborough, Paddy Considine, Michael Palin
Darum geht's: Nach dem Tod von Stalin beginnt ein aberwitziger Machtkampf um die Zukunft der Sowjetunion.
Weshalb wir uns darauf freuen: Armando Iannucci ist ein Meister der politischen Satire. Seine UK-Show The Thick of It war grossartig und wurde dann mit dem herrlich überdrehten In the Loop abgeschlossen. Danach zog es ihn nach Amerika, wo er sich nun schon seit mehr als fünf Jahren über deren Regierung in der mehrfach preisgekrönten Serie Veep lustig macht. Der Mann weiss einfach, wie er den Zuschauer zum Lachen bringen kann, und dies dürfte bei seinem humorvollen Blick auf die Machtkämpfe nach Stalins Tod nicht anders sein. Zudem ist der Trailer schon der Brüller.

Schweizer Kinostart: -

5. The Disaster Artist


Regie: James Franco
Darsteller: James Franco, Seth Rogen, Dave Franco, Kristen Bell, Lizzy Caplan, Bryan Cranston, Adam Scott
Darum geht's: Die Geschichte hinter einem der schlechtesten Filme aller Zeiten: Tommy Wiseaus The Room.
Weshalb wir uns darauf freuen: The Room ist wirklich furchtbar mies. Schlecht gespielt, geschrieben und inszeniert - bei Tommy Wiseaus Film stimmt jetzt einfach gar nichts. Ein Umstand, der dem Film jedoch nicht geschadet hat, sondern ihn zum Phänomen machte. So finden in L.A. wöchentlich Vorstellungen statt, die zu regelrechten Partyveranstaltungen werden. Vielarbeiter James Franco zeigt nun, wie dieser schlechte Film entstanden ist. Wiseau ist übrigens mit 99.9 Prozent von The Disaster Artist einverstanden. Ob dies nun als positiv oder negativ gewertet werden muss, werden wir wohl erst nach dem Film erfahren.

Schweizer Kinostart: -

6. Der Hauptmann


Regie: Robert Schwendtke
Darsteller: Max Hubacher, Milan Peschel, Frederick Lau, Bernd Hölscher, Waldemar Kobus, Alexander Fehling
Darum geht's: In den letzten Tagen des Zweiten Weltkriegs findet ein deutscher Soldat eine Uniform eines Nazi-Offiziers. Er hofft, dass seine Überlebenschancen grösser sind, wenn er sich als ein solcher ausgibt.
Weshalb wir uns darauf freuen: Neben den grossen Filmen ist das TIFF jedes Jahr auch ein Ort der Entdeckungen. So machten wir in den vergangenen Jahren unter anderem wegen Who Am I, The Guest und Moonlight Luftsprünge. Solche Perlen zu finden, hängt bei einer Auswahl von 300 Filmen immer mit Glück zusammen, doch bei Der Hauptmann sind wir optimistisch. Zum einen wegen Regisseur Robert Schwendtke, der viel besser ist als die Filme, die er in den USA drehte (R.I.P.D., Allegiant), und zum anderen, weil wir von dem Können des Schweizer Hauptdarstellers Max Hubacher (Der Verdingbub) überzeugt sind.
Schweizer Kinostart: -

7. Hostiles


Regie: Scott Cooper
Voice Cast: Christian Bale, Rosamund Pike, Ben Foster, Stephen Lang, Jesse Plemons, Q'Orianka Kilcher
Darum geht's: 1892: Ein Army-Captain soll einen Chayenne-Chief und seine Familie sicher durch gefährliches Gebiet bringen.
Weshalb wir uns darauf freuen: Der Western will auch im Jahre 2017 immer noch nicht sterben. Hostiles ist Regisseur Scott Coopers (Black Mass), viertes Werk und noch immer muss er ein erstes schlechtes vorlegen. Der Film kommt mit schon etwas Telluride-Buzz nach Toronto und verspricht ein nicht leicht verdauliches, aber wunderschön gefilmtes Erlebnis zu werden. Und als Christian Bale zum letzten Mal auf einem Pferd sass, kam dabei 3:10 to Yuma raus. Die Erwartungen sind hier sehr hoch.

Schweizer Kinostart: -

8. Molly's Game


Regie: Aaron Sorkin
Darsteller: Jessica Chastain, Idris Elba, Michael Cera, Kevin Costner, Chris O'Dowd
Darum geht's: Die wahre Geschichte der ehemaligen Skifahrerin Molly Bloom, die während zehn Jahren die weltweit exklusivsten Poker-Turniere organisierte und sich damit viel Ärger einhandelte.
Weshalb wir uns darauf freuen: Aaron Sorkin ist ein Gott, was das Schreiben betrifft. Egal ob A Few Good Men, The Social Network, Steve Jobs oder die TV-Serie The Newsroom: Sorkin überzeugt immer mit seinen geschliffenen Dialogen. Jetzt versucht er sich zum ersten Mal als Regisseur und konnte mit Jessica Chastain eine starke Hauptdarstellerin verpflichten. Die Zutaten für einen tollen Film sind alle da. Hoffen wir, dass Sorkin sie richtig mixte.

Schweizer Kinostart: -

9. Papillon


Regie: Michael Noer
Darsteller: Charlie Hunnam, Rami Malek, Tommy Flanagan, Roland Møller, Eve Hewson, Joel Basman
Darum geht's: Eine Neuverfilmung des autobiografischen Romans von Henri Charrière über Häftlinge auf einer Gefängnisinsel.
Weshalb wir uns darauf freuen: Die erste Verfilmung des Stoffs mit Steven McQueen und Dustin Hoffman gilt als Klassiker des Genres. Wie konnte man da es nur wagen, ein Remake zu drehen?! Da braucht es schon viel Mut, und diesen hatte der dänsiche Regisseur Michael Noer, der schon mit seinem Geheimtipp R gezeigt hat, wie intensiv ein Gefängnisfilm sein kann. Zudem gilt auch hier "Hopp Schwiiz": In einer Nebenrolle wird Joel Basman zu sehen sein.

Schweizer Kinostart: -

10. Roman J Israel, Esq.


Regie: Dan Gilroy
Darsteller: Denzel Washington, Colin Farrell, Carmen Ejogo
Darum geht's: Der idealistische Anwalt Roman Israel wird durch eine Reihe von Ereignissen zu extremen Handlungen getrieben.
Weshalb wir uns darauf freuen: Die Inhaltsangabe klingt alles andere als prickelnd. Wer will schon den x-ten Gerichts-Thriller sehen?! Wir wollen ihn jedoch sehen, weil hier Dan Gilroy für die Regie und das Drehbuch verantwortlich war. Nachdem er jahrelang im Schatten seines Brudes Tony gestanden sind, haute Dan vor drei Jahren den brillanten Thriller Nightcrawler raus und verblüffte alle. Für sein Nachfolgewerk hat er sich Zeit gelassen, womit die Erwartungen auch dank der Verpflichtung des Power-Duos Denzel Washington/Colin Farrell gestiegen sind.

Schweizer Kinostart: -

11. The Upside


Regie: Neil Burger
Darsteller: Bryan Cranston, Nicole Kidman, Kevin Hart, Golshifte Farahani
Darum geht's: Intouchables - Das US-Remake
Weshalb wir uns darauf freuen: Weltweit hat Intouchables 426 Millionen Dollar eingespielt. Gerade einmal mickrige 10 davon kamen aus den USA. Der Fall war schnell klar: "Die Geschichte funktioniert, aber Untertitel finden wir Amis doof." So kommt hier das Remake mit Bryan Cranston (hui) und Kevin Hart (ähm...), bei dem wir ganz kritisch draufschauen werden, ob dies nur eine billige Kopie ist oder die Macher der Geschichte neue Seiten abgewonnen haben.

Schweizer Kinostart: -

Dies ist natürlich nur eine Auswahl aus einem riesigen Programm und diese Liste hätte noch locker weitergeführt werden können. Weitere Highlights sind das Churchill-Biopic Darkest Hour mit Gary Oldman, die Tragikomödie I Love You, Daddy von und mit Louis C.K., das Flugzeugabsturzdrama The Mountain Between Us mit Kate Winslet und Idris Elba, das Drama Stronger mit Jake Gyllenhaal sowie der Horror-Spass Mom and Dad, in dem Nicolas Cage und Selma Blair austicken und Jagd auf ihre Kinder machen. Doch die Kleinen wissen sich zu wehren.

Wir werden versuchen möglichst viele Highlights und pozentielle Geheimtipps in unser Programm zu packen, um dann mit kräftiger Mithilfe von Kaffee und co. von den Tops und Flops berichten. Das Toronto International Film Festival findet vom 7. bis am 17. September 2017 statt.

Quelle: OutNow.CH

06.09.2017 12:03 / crs


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Meine Top 5 ohne die alten Cannes Filme:

Lady Bird
Mary Shelley
Thelma
I Love You, Daddy
The Disaster Artist

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