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Hot Stuff oder Summertime Blues? OutNows Tops und Flops des Kinosommers 2017

Sommer, das ist die Zeit der Ferien, Badis, Grillabende - und der Sommerblockbuster. Wir haben bei der OutNow-Crew herumgefragt, welches die Aufreger und Absteller des diesjährigen Kinosommers waren.

Die OutNow-Crew beim Workout

In den USA gehört der Blockbuster zum Sommer wie die Mücken und der Schweissgeruch im Büro. Wenn im vollklimatisierten Kino die Post abgeht und man bei überteuerten Snacks und Getränken den Helden in den neusten Actionkrachern mitfiebern kann, macht Hollywood das ganz grosse Geld. Wir Europäer ticken da etwas anders. Wenn's heiss wird, gehen wir lieber in die Badi, grillen zuhause oder gehen gleich ganz in die Ferien. Und klimatisiert sind ja eh nur die wenigsten Lichtspieltheater. Kinos machen hierzulande deshalb gerne im Sommer zu, und Filmverleiher verschieben lukrative Filme auch gerne mal in den Herbst und lassen uns Filmfans schon mal etwas auf dem Trockenen.

Was ist hängengeblieben von diesem Kinosommer? Was waren die Aufreger, welches die Absteller dieser Bloockbustersaison? Für unsere neue Artikelreihe "OutNow Rewind" haben wir in der Redaktion herumgefragt und ganz unterschiedliche Antworten erhalten.


Dani (muri)


Fangen wir beim Positiven an. Filme wie War for the Planet of the Apes und Spider-Man: Homecoming begeistern auch in den heissen Tagen. Der Affenfilm beendet eine ganz starke Trilogie, die sich Mühe mit Geschichte und Charakteren gegeben hat und lässt den Zuschauer mit etwas Wehmut zurück ins Freie. Die Marvel-Spinne hingegen hat in ihrem ersten Soloauftritt seit dem Neustart so ziemlich alles richtig gemacht. Der Film ist locker, lustig, voller Action und mit vielen bekannten Figuren. So muss Sommerkino sein!
Im Gegensatz dazu stehen die abgedroschenen Roboter aus Transformers: The Last Knight und der vollgeschwurbelte Valerian and the City of a Thousand Planets. Beide Filme kommen inhaltlich blutleer daher und setzen rein auf die Optik. Bei Luc Bessons Comic-Adaption vermag sogar diese nicht zu packen, so dass das grosse Gähnen im Kinosaal schon ab der Hälfte des (überlangen) Films losgeht. Mit Michael Bays Machwerk fangen wir gar nicht erst an. Und da wir schon bei den Fortsetzungen sind: Despicable Me 3 ist wohl "der eine" Film zuviel, und auch Pirates of the Caribbean: Salazars Revenge ist, trotz karibischem Flair und lustiger Action, halt inzwischen nur noch "einer von vielen".


Nicolas (nna)


Die "Summer Movie Season" ist weder beim Publikum noch bei den Kritikern wahnsinnig gut angekommen. Ich kann mich beim Tiefpunkt nicht zwischen Baywatch und Transformers 5 entscheiden - way to go, Paramount. Es gab kaum kalkuliertere, inkohärentere Produkte in diesem Sommer als diese beiden Beleidigungen der menschlichen Intelligenz. Ende Juli kam dann die Erlösung: Edgar Wrights Baby Driver zauberte mir mit seinen Figuren, Actionszenen und allgemein der Liebe zum Detail ein breites Grinsen ins Gesicht - und dieses kann mir keine Gurke des Sommers mehr nehmen.


Sven (sma)


Top: Matt Reeves Finale der Affen-Trilogie, das vor allem ein Film über Menschlichkeit ist. Was bringt den Menschen der Sieg über die Affen, wenn sie im Kampf ums Überleben jegliches Mitgefühl verloren haben? War for the Planet of the Apes ist ein intelligenter Blockbuster, der nicht nur mit seiner Technik beeindruckt. In der Hauptrolle sieht man den wohl besten Andy Serkis, die Geschichte um Verlust und Vergebung lässt einen mit Caesar leiden. Das Highlight ist aber der unglaubliche Score von Michael Giacchino. Grosse Stücke für einen grossen Blockbuster, die ganz bewusst an alte Zeiten erinnern.

Flop: Niemand in Hollywood rennt und fällt so gekonnt wie der vielleicht letzte Actionheld Tom Cruise, und trotzdem ist The Mummy ein katastrophaler Film. Und dass nicht nur, weil der Chef der Monster AG, Russell Crowe (53), in einer Szene Cruise (55) als "jüngeren Mann" bezeichnet. In der Actionkomödie geht es natürlich kaum um die titelgebende Mumie, weil man noch schnell die 27 potenziellen Sequels vorbereiten muss. Das Herz von Nick Morton gewinnt am Ende dann doch sein untoter bester Freund Chris. Auch weil die Beziehung der beiden die einzig glaubwürdige Figurenkonstellation in diesem Sommerblockbuster ist.


Tom (arx)

Da ich von Februar bis Juni in Prag gelebt habe und dort gerade im Juni häufiger im Kino war, habe ich die Prager Version des Kinosommers erlebt. Dort leuchtete von allen Werbeplakaten der Titel eines Filmes: Masaryk - ein Name, an dem man in Prag nicht vorbeikommt (Masaryk-Bahnhof, Masaryk-Universität, Masaryk-Statuen, Masaryk-Strassen etc.). So schlicht die Plakate des tschechischen Films daherkamen, so raffiniert und umstritten war die Inszenierung dieses Biopics. Die Vorpremiere erfolgte bereits an Weihnachten 2016, weshalb es dazu reichte, den Film ins Rennen um die prestigeträchtigste Filmauszeichnung Tschechiens zu bringen: den Böhmischen Löwen. Drei Tage vor der tatsächlichen Premiere dann der Knall: Masaryk erhält rekordhafte zwölf Auszeichnungen. Die Marketing-Strategie ist perfekt aufgegangen, die Crew jubelt, die Konkurrenz fühlt sich betrogen. Durchaus ein gelungener Blockbuster - auch wenn ihn hier kaum einer kennt.


Christian (woc)


Es brauchte keine säurespuckenden Aliens, um den Blockbuster-Sommer einzuläuten - eine für das Gute im Menschen kämpfende Amazone bewies mit ihrem sensationellen Auftritt nicht nur uns Zuschauern, sondern vor allem der rostigen Hollywood-Maschinerie, was echte Frauenpower ist: Wonder Woman war der absolute Top-Moment dieses Sommers.
Leider konnten die heissen Temperaturen nicht verhindern, dass das Kinosterben diesen Sommer in Bern unaufhaltsam weiter ging: Ausgerechnet an unserem Nationalfeiertag wurde bekannt, dass das Kino City seine Türen Anfang nächsten Jahres ebenfalls schliessen wird. Diese News sind der absolute Flop-Moment dieses Sommers.


Petra (pps)


Man hatte ihn als John-Hughes-Film im Superheldenkostüm angekündigt, und genau dies haben Marvel und Sony auch geliefert. Dass ausgerechnet der bereits zweifach rebootete Spider-Man das Highlight des Sommers sein sollte, hätten viele nicht erwartet. Mit dem grossartig-herzigen Tom Holland in der Hauptrolle, sympathischen Nebenfiguren und viel Humor hat sich die freundliche Spinne aus der Nachbarschaft in Spider-Man: Homecoming aber sofort in mein Herz geschwungen. Ich habe bei "37 Minuten?!" schallend gelacht, und als die Identität von Vulture gelüftet wurde, stand mir vor Überraschung der Mund weit offen. So soll Sommerunterhaltung sein!
Absteller des Sommers war wieder einmal die Beobachtung, dass das hiesige Publikum die richtig guten Filme oft leider nicht zu würdigen weiss. Nur 15 Chnöche in Baby Driver, 20 in War for the Planet of the Apes, dafür volles Haus beim Emoji Movie und dem gefühlt 47. Teil von Despicable Me? Schweizer Kinogänger, das könnt ihr besser.


Christoph (crs)


Meiner Meinung nach hatten wir einen der stärksten Kinosommer der vergangenen zehn Jahre. 2016 war diesbezüglich aber auch ein richtiger "Ablöscher" (yes, looking at you X-Men: Apocalypse und Independence Day: Resurgence). Einen Kinosommer, der uns Wonder Woman, Logan, Dunkirk, War for the Planet of the Apes und Spider-Man: Homecoming gebracht hat, sehe ich als äusserst gelungen an. Da ist es gar nicht leicht, einen Favoriten zu bestimmen. Gefunden habe ich ihn, indem ich mich gefragt habe: "Welchen Film würde ich mir am ehesten nochmals anschauen und mit welchem Streifen werde ich meinen Freunden in den kommenden Monaten am meisten mit 'Den musst du unbedingt schauen' auf die Nerven gehen"? Die Antwort lautet Baby Driver, den ich mir sogar zwei Mal im Kino angesehen habe. Der stylische Heistfilm von Edgar Wright machte dieses Jahr am meisten Spass und bot einem Actionfan genau das, was er wollte und dank der Inszenierung und dem perfekten Cast sogar noch mehr.

Beim schlechtesten Film stellte ich mir dann folgende Frage: "Bei welchem Streifen würde ich mich am ehesten von einem Filmabend verabschieden, wenn er vom Gastgeber eingelegt werden würde?" Die Antwort muss Transformers: The Last Knight lauten. Erneut ein überlanger Actionquatsch, und die Argumentation, dass Bay tolle Action inszenieren kann, lasse ich bei der inzwischen schon vierten Transformers-Gurke hintereinander nicht mehr gelten. Doof darf so ein Film zwar schon sein, aber definitiv nicht langweilig. Bei keinem anderen Film in diesem Sommer schritt die Zeit langsamer voran als hier.

Der Blockbustersommer war übrigens auch im ersten OutNow-Podcast mit nna und ma das grosse Thema.

OutCast - Episode 0: Reboot und Summer Movie Season 2017

Welches waren für euch die Tops und Flops des Sommerkinos?

Quelle: OutNow.CH

04.09.2017 11:00 / pps


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» Dossier: OutNow Rewind


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