Das NIFFF-Tagebuch, Teil 1: Gummisitze und Kopfhörer

OutNow.CH ist am kultigsten Festival der Schweiz. Redaktor Marco führt Tagebuch zum Aufenthalt am Genrefestival NIFFF, welches im malerischen Neuenburg über die Leinwände flackert.

Seit Jahren war ich nicht mehr am Neuchâtel International Fantastic Film Festival und gleich am ersten Abend stellte sich heraus, dass sich einiges geändert hat. Diesen sollte ich im Open-Air-Kino verbringen, welches am Quai Ostervald aufgebaut wurde. Die kühle Nacht lockte mit der dänischen Krimikomödie Small Town Killers, welche schwarzen Humor im Stile von Fargo versprach, und den bereits an einigen Festivals gezeigte Horrorfilm Raw, der mit seiner Kombination aus Coming-of-Age und Ekelhorror schon ziemlich viel Vorschusslorbeeren mit sich brachte.

Am Open Air angekommen, überraschte die gedeckte Tribüne, welche dazu ermutigte auch bei einer Schlechtwetterprognose Filme unter freiem Himmel zu geniessen. Etwas hinderlicher am Filmgenuss waren dann aber die seltsam beweglichen Sitze, deren Lehnen aus Gummi zu sein schienen und ein sehr spezielles Sitzgefühl boten. Nichtsdestotrotz herrschte die NIFFF-typische gute Stimmung, wobei Windböen und Regentropfen auf dem Planendach der Sitztribüne zur Atmosphäre beitrugen. Obwohl der Film eher auf der unlustigen Seite war, passte Small Town Killers als Eröffnungsfilm, da er mit seinem pechschwarzen Humor zumindest bei der Hälfte der Zuschauer für Gelächter und somit für gute Stimmung sorgte.

Nach Mitternacht war die Temperatur am Quai Ostervald bereits auf kühle 13 Grad heruntergefallen und es war Zeit sich für den nächsten Film anzustellen. Da der Filmstart zu solch früher Morgenstunde stattfand, wurden Kopfhörer verteilt, über welche der Ton von Raw übertragen wurde. Die stylisch grün leuchtenden Hörer sorgten für ein ziemlich neues Filmerlebnis, da dadurch die Reaktionen des Publikums nur gering wahrzunehmen waren und der Film beinahe noch unmittelbar und näher rüberkam, was gerade bei diesem Film, trotz nicht ganz optimaler Soundqualität, ziemlich intensiv war. Um 02:25 ging es dann zurück zur Unterkunft, was einen ziemlich langen Nachtspaziergang bedeutete. Dank schlechter Orientierung zwitscherten dann auch schon die ersten Vögelchen, als ich den ersten NIFFF-Tag etwas frierend, aber happy beendete.

Quelle: OutNow.CH

01.07.2017 16:47 / ma


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