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Michael Myers kehrt zurück - schon wieder?

"I'll be back" ist nicht nur der Signatur-Satz des Terminators. Er gilt auch für viele Kultkiller. Doch deren Rückkehr ist nicht immer gewünscht - und dennoch kommen sie immer wieder ins Kino.

Wir leben in einer Zeit wo wir alle fünf bis zehn Jahre die gleichen Filme anschauen und die Worte "Reboot", "Sequel" und "Remake" immer öfters fallen. Die Gründe dafür kann man in verschiedenen Bereichen suchen, doch meistens finden sich diese recht unromantisch im Geld. Die AAA-Produktionen werden immer teuer, die Studios gehen immer weniger Risiken ein und deshalb wird (bei Games wie auch bei Filmen) immer mehr auf Remakes/Sequels gesetzt, welche schon ein etabliertes Publikum haben.

Davon ist auch das Horror-Genre nicht gefeit - ganz im Gegenteil. In der Vergangenheit wurden bereits einige Kultkiller - wie zum Beispiel Pinhead von Hellraiser bis zur Absurdität verbogen, damit die Serie mit neuen Filmen erweitert werden konnte - und das hat sich selbst heute nicht geändert: Wie kürzlich bekannt wurde, haben sich David Gordon Green und Danny McBride zusammengeschlossen, um mit John Carpenter erneut Michael Myers ins Kino zu zerren. Nachdem Rob Zombie erst kürzlich dem bislang gesichtslosen Killer eine umstrittene Generalüberholung verpasste, sollen nun die ursprüngliche Geschichte von Teil 1 und 2 fortgeführt und die anderen Filme hauptsächlich ignoriert werden.

Bleibt jedoch die Tatsache, dass sich die Horrorlandschaft seit den 80er Jahren stark gewandelt hat - Saw, Hostel, Martyrs, Inside, [Rec] oder A Serbian Film haben neue Abgründe aufgezeigt, und dagegen kommen die Neuaufgüsse dieser Klischee-beladenen Killer kaum noch an. Die Teenie-Slasher-Formel ist derart ausgelutscht, dass sie mit Scream und Scary Movie schon ihr eigenes Meme hat und deshalb sind auch pseudo-realistische Routine wie Reissbrett-Remakes von Nightmare on Elm Street sowie auch das Friday the 13th-Reboot kläglich gescheitert.

Wie also soll sich ein Halloween-Neuaufguss in dem Kontext schlagen? Ein stummer, langsamer, motivloser Killer, der das Böse verkörpert und sich monoton mit einem Messer durch generische Teenies metzelt? Das mag in der 80er-Teenieslasher-Welle funktioniert haben. Doch diese Zeiten sind heute endgültig vorbei. Heute schaut man nach Europa/Asien, um wirklich innovative Schocker zu liefern. Kleine Independent-Produktionen, welche auch etwas riskieren. Hollywood kann da schon lange nur noch zusehen und dann wiederkäuen.

Basierend auf dem hat Halloween sicher den Kult-Bonus und schon damit wird er sich aus der Masse abheben. Doch im restlichen Kontext bleibt es fraglich, ob es sich lohnt, diese eindimensionale Killermaschine nochmals aus der Mottenkiste zu holen. Im Gegensatz zu Hellraiser haben sie kaum Spielraum für kreative Erweiterungen. Denn letztendlich ist Michael Myers lediglich ein Mann mit einer Maske und einem Messer, und dies wird heutzutage nur noch Neueinsteiger gruseln - wenn überhaupt.

Letztendlich wird sich zeigen was David Gordon Green und Danny McBride aus der Vorlage machen - doch wenn sie wirklich die Essenz beibehalten wollen, müssen sie arg Gas geben, um nicht in der generischen Masse zu verschwinden.

Quelle: OutNow.CH

30.03.2017 07:09 / db


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