"Put on your dancing shoes!" 11 Filme, die das Musical-Fan-Herz höher schlagen lassen

Die ganze Filmwelt schwärmt gerade von "La la Land", aber natürlich gab's schon einige Filmmusicals, die uns mindestens genauso aus den Socken gehauen haben. Hier sind unsere Mitschunkelfavoriten.

Das klassische Filmmusical wird immer wieder totgesagt: Zu sentimental, zu kitschig soll es sein und nicht mehr in die heutige Zeit passen. Und doch tauchen immer wieder Überraschungserfolge wie La la Land in unseren Kinos auf, in denen hemmungslos gesungen und getanzt wird. Ob es Adaptionen von berühmten Broadway-Musicals sind, durch Musik ergänzte Filmremakes oder ganz neue Geschichten, welche um Evergreens und beliebte Popklassiker gesponnen werden - ein richtig tolles Musical hebt die Stimmung und lädt zum Mitsingen (oder -grölen) und Mittanzen ein, oder lässt uns manchmal auch das eine oder andere Tränchen vergiessen. Wir haben unsere Filmsammlung wiedermal durchstöbert und die 11 Singalong-verdächtigsten Musicals respektive Musikfilme der letzten Jahrzehnte zusammengetragen.

Wer die animierten Filmmusicals von Disney und Co. vermisst, muss sich leider noch etwas in Geduld üben, die bekommen zu einem späteren Zeitpunkt eine eigene Liste.

11. The Producers

Wie einige andere Filme auf dieser Liste auch, beruht The Producers auf einem Film, der später als Broadwaymusical grosse Erfolge feierte und dann - sogar mit denselben Hauptdarstellern von der Bühne - wieder den Weg zurück ins Kino fand. Wir geben es zu: Mel Brooks' Verballhornung von Nazisympathisanten und selbstverliebten Bühnenmenschen gehört nicht unbedingt zu den besten Musicals der Geschichte und ging hierzulande aufgrund des pikanten Inhalts auch sang- und klanglos an den Kinokassen unter. Auf diese Liste gehört das Remake aber schon alleine wegen des Liedes "Springtime for Hitler", im Film übrigens von Doctor Who- und Arrow-Darsteller John Barrowman gesungen. Ein echter Ohrwurm, den man aber besser nicht in der Öffentlichkeit nachsingen sollte...

10. Pitch Perfect

A-ca-köstlich ist der Film nicht immer, zwischen frechen Sprüchen und unappetitlichen Kotzeinlagen kriegt man aber eine ganz Reihe wunderbarer A-cappella-Performances zu sehen und zu hören. Highlight ist natürlich der finale Auftritt der Barden Bellas, bei dem man sich zwar fragen kann, ob da nun wiiirklich nur Stimmen am Werke sind - aber egal, es klingt einfach Hammer.

9. Across the Universe

Julie Taymors Musical erzählt die Geschichte eines jungen Paares, das in den turbulenten Sechzigerjahren zueinanderfindet. Eigentlich ist es ja eher ein filmisches Vehikel, um 30 Songs der Beatles erzählerisch zu verknüpfen. Indem die grossartig interpretierten Lieder ganz bewusst die Entstehungszeit aufgreifen, ist dies aber zum Glück keine blosse Aneinanderreihung (ja, Mamma Mia!, wir schauen dich an!), sondern eine auch bildgewaltige Reise zurück in die Zeit politischer und sozialer Umbrüche.

8. Hairspray

Noch ein Remake-Remake: Auch der kultige Film von Trash-Regisseur John Waters fand erst den Weg auf die Bühne und dann wieder zurück in die Kinos. Mit John Travolta als fette Mamma und Christopher Walken als ihr liebender Ehemann sowie Michelle Pfeiffer als rassistische Schönheitskönigin sind auch einige Schauspielgrössen mit von der Partie. Und ja, das war damals, als Zac Efron noch nicht vor Muskeln strotzte und Amandy Bynes noch herzig war. Mit der lüpfigen Musik wird dann auch noch eine schöne Botschaft gegen Rassismus und Vorurteile vermittelt, die natürlich nicht nur für die Sechzigerjahre gilt: Big is beautiful und Rassismus ist Scheisse. Da singen wir gerne mit!

7. Once

Er sollte ihren Staubsauger reparieren, kauft ihr dann aber ein Klavier. Achtung, Spoiler: Ein Happy End gibt's leider nicht für das musikalische Traumpaar; bevor sich ihre Wege jedoch trennen, machen sie noch verdammt gute Musik, wofür The-Frames-Sänger Glen Hansard und Markéta Iglova auch zu Recht mit einem Oscar belohnt wurden. Ein kleiner, feiner Film aus Irland, der im Pseudo-Doku-Stil gedreht wurde und eigentlich längst kein Geheimtipp mehr sein sollte.

6. A Chorus Line

Michael Douglas in einem Musical! Nein, er singt und tanzt nicht selbst, vielmehr nimmt er als Regisseur beim Vorsprechen eine Gruppe potenzieller Musicaldarsteller unter die Lupe und entlockt den Vorstelligen intime Details über ihre Motivation fürs harte Leben als Schauspieler und Tänzer. Witzig, berührend, manchmal tragisch und wohl auch ziemlich authentisch, schafft der Film von Richard Attenborough das Kunststück, das Behind-the-Scenes-Drama auf die Bühne zu bringen und filmisch zu bannen. Ein Film zum Immer-Wieder-Anschauen.

5. South Park: Bigger, Longer & Uncut

Wer erinnert sich noch daran, als Trey Parker und Matt Stone den MTV Music Award für den besten Filmsong ("Uncle Fucker") gewannen und das Publikum in ihrer Dankesrede dafür lobten, dass der Oscarpreisträger im selben Jahr (Phil Collins für Tarzan) nicht einmal nominiert war? Ja, das war lustig, denn derart zotige Sachen sind für die Academy natürlich tabu; immerhin hatte diese das (nicht weniger amüsante) Lied "Blame Canada" nominiert. Die Filmversion der frechen Trickfilmserie zelebriert den Tabubruch bis zum Exzess, was man im Zeitalter scheinbar tabuloser Social-Media-Inhalte vielleicht gar nicht mehr richtig nachvollziehen kann. Wer über schlüpfrige Witze und unerhörte Fluchworte hinwegsehen kann, dürfte aber feststellen, dass der South-Park-Film eigentlich doch ein richtig, richtig gutes Musical ist, das mit schmissigen Songs nicht geizt. La résistance lives on!

4. Moulin Rouge!

Bildgewaltig und mit einem irren Mix aus bekannten Popsongs, schrammt Buz Luhrmanns Remix-Musical mehrfach haarscharf an der Reizüberflutung vorbei. Die Geschichte ist schnell erzählt und ziemlich vorhersehbar, trifft aber dank der unerwarteten Songauswahl und dem tollen Darstellern mitten ins Herz. Nicole Kidman mag die Oscarnomination bekommen haben, es sind aber vor allem Ewan McGregors leidenschaftliche Performance und nicht weniger überzeugende Stimme, die im Gedächtnis bleiben.

3. Les Misérables

Viele der erfolgreichsten Broadway-Erfolge der letzten Jahre und Jahrzehnte warten noch auf eine Verfilmung, Les Misérables hat den Sprung auf die Kinoleinwand aber schon erfolgreich geschafft. Wird bei Filmmusicals normalerweise erst die Musik eingespielt und -gesungen, entschied sich Regisseur Tom Hooper dazu, seine Darsteller jeweils bei den Aufnahmen live singen zu lassen. Das ist manchmal etwas gar in your face und statisch, sorgt aber für eine immer wieder atemberaubende Intimität. Anne Hathaways oscarprämierter Auftritt ist es alleine schon wert, sich die x-te Verfilmung von Victor Hugos Historienschinken anzusehen.

2. Walk the Line

Johnny Cash, der Man in Black, schrieb während seiner langen und ereignisreichen Karriere unzählige grossartige Songs und hatte auch bei Cover-Songs ein richtig tolles Händchen (allerallerspätestens seit dem ersten Trailer zu Logan sollte jeder seine Version vom Nine-Inch-Nails-Klassiker "Hurt" kennen). Dass beim Biopic zu seinem Leben aber weder seine eigene Stimme, noch die seiner grossen Liebe June Carter zu hören sein sollte, war dann aber doch eher überraschend. Joaquin Phoenix und Reese Witherspoon verliehen dem Liebespaar im Zentrum des preisgekrönten Dramas aber gerade durch ihren Gesang viel Authentizität, was blosses Playback wohl nicht vermocht hätte. Dafür gab's sogar einen Oscar (für Witherspoon) und einen tollen Country-Soundtrack.

1. Little Shop of Horrors

Eine riesige menschenfressende Pflanze aus dem Weltall verleitet einen gutmütigen Blumenladenmitarbeiter dazu, für ihn zu morden und versucht schliesslich, die gesamte Welt zu beherrschen. Was nach einem üblen Horrorfilm klingt, ist eines der witzigsten Musicals der letzten Jahrzehnte und hat enormes Mitsingpotenzial. Basierend auf einem Roger-Corman-B-Movie aus dem Jahr 1960 - in dem übrigens niemand Geringeres als Jack Nicholson einen seiner ersten Auftritte hatte -, wurde die schräge Story erst zu einem Off-Broadway-Musical, bevor dieses von Frank Oz fürs Kino adaptiert wurde. Der herzige 60s-style, das freche Chor-Trio, der liebenswürdige Rick Moranis in der Hauptrolle sowie tolle Nebendarsteller (allen voran Steve Martin als sadistischer Zahnarzt) runden das Bild ab. Den Director's Cut, der den ursprünglichen Schnitt (ohne Happy End) zeigt, kann man aber getrost auslassen.

Welches ist euer liebstes Film-Musical?

Quelle: OutNow.CH

28.01.2017 08:30 / pps


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2 Kommentare

Hab absichtlich keine alten Klassiker reingenommen, A Chorus Line ist der älteste (von 1985). Merci für die Ergänzung.

In der Liste fehlen mir noch einige Klassiker, wie zum Beispiel:

- Top Hat
Fred Astaire! Ginger Rogers! Das Titelstück "Cheek to cheek" ist eines dieser Lieder, das man heute noch kennt und sich fragt "Aus welchem Film ist das nun schon wieder...?".

- Singin' in the Rain
Stellvertretend für all die tollen Musicals mit oder von Gene Kelly. Das Titelstück kennt jeder - und hoffentlich nicht nur aus A Clockwork Orange...

- Les parapluies de Cherbourg
Die blutjunge Catherine Deneuve in einem herzzerreissenden Schmachtfetzen, der am Filmfestival in Cannes den Hauptpreis abräumte. Die Titelmelodie geht so schnell nicht wieder aus dem Kopf.

- The Sound of Music
Viele Amis halten das Stück "Edelweiss" bis heute für die Nationalhymne Österreichs...

- Cabaret
Liza Minnelli auf dem Höhepunkt ihrer Karriere, noch bevor der Alkohol das seinige getan hat. Wenn sie am Schluss aus voller Seele das Titelstück rausschmettert, ist Gänsehaut garantiert.

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