"Apocalypse Now" trifft auf "The Bridge on the River Kwai": Vorschau zu "War for the Planet of the Apes"

Wir konnten exklusives Material aus dem dritten Teil der "Planet of the Apes"-Prequel-Reihe sehen. Wir sagen euch, warum der Film gute Chancen hat, eines der Highlights von 2017 zu werden.

Man mag sich noch an 2011 zurückerinnern. Da kam ein Film in die Kinos, der da hiess Rise of the Planet of the Apes - ein Prequel zum Filmklassiker Planet of the Apes, der so ziemlich den Twist des Originalfilmes für kommende Generationen ruinieren wird. Doch trotz diesem offensichtlichen Makel und dem Wissen, dass wir das Ende dieser Prequel-Reihe schon kennen, entpuppte sich der Film von Rupert Wyatt zum grossartigen Kinohit. Viel wurde über die Motion-Capture-Technik geschrieben, mit der Andy Serkis und sein Team die Affen mit viel Aufwand und Technik zum Leben erweckten. Doch es war die berührende Geschichte eines weiterentwickelten Affens, die faszinierte. Wyatt begriff, dass er nicht viel Spannung aus dem "Wie wird der Film wohl ausgehen?" ziehen kann und setzte so auf Drama. Dies ging wunderbar auf und liess einen optimistisch für die Fortsetzungen stimmen. Drei Jahre später kam Dawn of the Planet of the Apes und begeisterte erneut. Die Reihe ist inzwischen zum Gegenargument geworden, wenn sich jemand über Prequels aufregen möchte. Das fehlende Stück zwischen Prequel und dem Originalfilm ist der kommende War for the Planet of the Apes, welcher vor kurzem seinen ersten, Gänsehaut auslösenden Trailer veröffentlichte. Stolz und voller Zuversicht lud 20th Century Fox Schweiz zu einem Screening ein, in dem wir exklusives Material aus dem Film sehen konnten. Was wir sahen, erzählen wir im folgenden Text. Wir werden dabei auch ein wenig vom Inhalt preisgeben. Wer also lieber ohne Infos ins Kino gehen will, hört jetzt besser auf zu lesen.

Zwei Jahre später...

War for the Planet of the Apes spielt zwei Jahre nach den Ereignissen von "Dawn" und zeigt einen durch die Geschehnisse sichtlich gealterten Caesar. Es sind deutlich mehr graue Haare bei dem Hauptaffen ersichtlich als in den früheren Filmen. Noch immer möchte er einen Krieg zwischen Affen und Menschen verhindern. Doch von der Menschenseite wird er in Konflikte getrieben. In der ersten Szene des Filmes kommt es sogleich zu einem harten Kampf zwischen mit Maschinengewehren bewaffneten Soldaten und nicht minder ausgerüsteten Affen.

This is the End...

Wer jetzt denkt, dass aufgrund des Wortes "War" im Titel zwei Stunden lang geballert wird, der irrt, so versichert Regisseur Matt Reeves. Im Film wird sich nicht nur ein Krieg zwischen Menschen und Affen abspielen, sondern auch einer in Caesars Herz. "Wie weit wird er gehen, um zu überleben und seinesgleichen zu schützen?", dies eine der wichtigsten Fragen dieses dritten Teils. "Gehen" ist ein gutes Stichwort, wobei "reiten" es besser trifft. Auf einem Pferd und mit wenigen Verbündeten macht sich Caesar in die Berge auf, um den Anführer der Menschen (Woody Harrelsons Colonel) ausfindig zu machen, um den Wahnsinn zu stoppen. Reeves vergleicht seinen Film deshalb mit Apocalypse Now. In Francis Ford Coppolas Vietnam-Antikriegs-Klassiker machte sich ein Captain (Martin Sheen) in den Dschungel auf, um einen abtrünnigen Colonel (Marlon Brando) ausfinden zu machen. Der Vergleich macht durchaus Sinn und es gibt deutlich schlechtere Vorbilder zum... ääähm... Nachäffen. Reeves versuchte bei der Präsentation nicht gross zu spoilern. Er beschrieb jedoch die zweite Hälfte des Filmes mit einem anderen Klassiker des Genres: A Bridge on the River Kwai. Darin müssen Kriegsgefangene für die Japaner eine Brücke bauen. Dies würde auch erklären, was im Trailer die Affen unter den Menschen machen: Sie sind aller Wahrscheinlichkeit nach Gefangene des Krieges.

Böser Affe, stummes Mädchen

Neben den Ausführungen des Regisseurs wurden uns insgesamt drei Szenen gezeigt. Nach dem bereits erwähnten Anfangsgefecht bekamen wir auch zu sehen, woher das kleine Mädchen aus dem Trailer kommt. Die Affen sind auf dem Weg zu Woody Harrelson, als sie bei einer kleinen Hütte ankommen. Als deren Besitzer das Feuer auf die Affen eröffnen möchte, schiesst ihn Caesar nieder - der früher friedvolle Affe wird in dieser Szene zum kaltblütigen Mörder. Das kleine Mädchen, welches taubstumm zu sein scheint, ist die Tochter dieses Mannes und wird vom Orang-Utan Maurice aus Mitleid mitgenommen. Welche Rolle das Mädchen spielen wird, muss im Kino rausgefunden werden. Die letzte gezeigte Szene stellte die Figur des "Bad Ape" vor. Dieser Affe ist wie Caesar im Stande zu sprechen und hat ebenfalls schlimme Dinge gesehen. Er versteckt sich in einem Haus und wird Caesar und seiner Gefolgschaft helfen, ihren Weg zur Basis der Menschen zu finden. Gespielt wird dieser Affe mittels des Mo-Cap-Verfahrens von Steve Zahn.

Fazit

Es ist starkes Material, das gezeigt wurde. Die Animationen, wenn auch noch nicht ganz fertig, sind atemberaubend und verwischen erneut die Grenzen zwischen gefilmten Szenen und visuellen Effekten. Doch wie schon bei den vorherigen Filmen wird es die Story sein, welche die Leute mitnehmen wird. Bahnbrechende Effekte sind etwas Schönes, doch kaum etwas nimmt einen Zuschauer mehr rein, als eine Geschichte, die packt. Eine solche scheint auch War for the Planet of the Apes bieten zu können, und da Regisseur Reeves die Figur von Woody Harrelsons Colonel als einen beschreibt, dessen Beweggründe verständlich sind, könnte das Aufeinandertreffen zwischen Affen-Anführer und Menschen-Anführer zu einem der Highlights von 2017 werden. Denn wenn man mit beiden Protagonisten sympathisieren kann, sind dies die perfekten Voraussetzungen für ganz grosses Drama.

War for the Planet of the Apes kommt am 3. August 2017 in die Kinos.

© 2016 Twentieth Century Fox Film Corporation. All Rights Reserved.

Quelle: OutNow.CH

20.12.2016 08:00 / crs


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