Zauberhaft! 11 Must-See-Fantasyfilme

Bald wird's wieder zauberhaft: Zum Kinostart von J. K. Rowlings "Fantastic Beasts and Where to Find Them" haben wir uns die besten, schönsten und spektakulärsten Fantasyfilme vorgenommen.

Wer kann sich noch daran erinnern, als man Fantasy vor allem aus schlecht gemachten TV-Produktionen Marke Xena oder Hercules kannte? Diese Zeiten sind natürlich längst vorbei. Dank spektakulärer Spezial-Effekte können fantastische Welten und Kreaturen lebensnah im Computer generiert werden. Aber natürlich gab es schon zuvor zahlreiche wunderbar fantastische Filme, welche die Magie auf die Leinwand gebannt haben und uns damit verzaubern konnten.

Zum Start von Fantastic Beasts and Where to Find Them, dem Prequel zur Harry-Potter-Reihe, für das Autorin J. K. Rowling auch gleich noch das Drehbuch verfasst hat, haben wir uns das Genre Fantasy vorgenommen - und dabei auch ganz bewusst auf einige offensichtliche Klassiker (wie z. B. The Wizard of Oz) verzichtet.

11. Labyrinth


Jeder Film, in dem ein sprechender Fuchs auf einem Hund reitet und David Bowie mit farbenfroher Achtzigerjahre-Schminke und Haarspray-Turmfrisur herumstolziert, hat einen besonderen Platz in unseren Herzen verdient. Da macht es gar nicht so viel aus, dass der Film vielleicht nicht die ausgefallenste oder kohärenteste Story hat: Sarah - gespielt von der blutjungen Jennifer Connelly - wünscht sich in einem schwachen Moment, ihren kleinen Bruder loszuwerden. Als der Goblin King auftaucht und das Baby entführt, muss der Teenager durch ein magisches Labyrinth ins escherhafte Schloss des Königs reisen, um den Bruder zu retten. Die kurrligen Kreaturen, die Sarah auf dem Weg trifft, wurden auf spektakuläre Weise von den Puppen-Spezialisten der Jim Henson Company animiert und sind - neben David Bowie, natürlich - der wahre Grund, warum man sich den Film anschauen sollte.

10. Legend


Jawohl, unsere Nummer 10 ist ein Film, in der ein milchgesichtiger Tom Cruise fast durchgehend ohne Hosen rumläuft. Auch hier geht die Form etwas über den Inhalt, das macht aber nichts, wenn es derart spektakuläre Bilder zu sehen gibt. Der Herr der Finsternis - ein toll aufspielender Tim Curry in der wohl besten Dämonen-Maske überhaupt - will ewige Dunkelheit über die Welt einbrechen lassen. Dafür schickt er seine Schergen los, um das letzte Einhorn zu töten. Mittendrin sind eine hübsche Prinzessin und der junge Jack (Cruise), der (in hosenloser Glitzerrüstung) die Welt retten muss. Ein inzwischen leider etwas in Vergessenheit geratener Film von Regie-Altmeister Ridley Scott, der hier eine beeindruckend gruselige Fantasy-Horrorwelt auf die Leinwand bannte.

9. Hellboy 2: The Golden Army


Wie schon im ersten Teil versammelte sich das Dreamteam um Guillermo del Toro und Ron Perlman auch in der Fortsetzung, um Mike Mignolas kultigen Comics Leben einzuhauchen. Teil zwei ist dabei weniger Superheldenstory als vielmehr ein aufwändiges Fantasyepos, das mehrheitlich in einer von Elfen, Trollen und Monsterwesen bevölkerten Unterwelt spielt. Schade, dass es wohl keinen dritten Teil geben wird, denn hier schafft del Toro mit wie immer beeindruckenden Fantasybildern eine wunderbare Balance zwischen Action, Horror und Comedy.

8. Edward Scissorhands


Viele Jahre bevor Twilight dem Namen Edward eine permanent säuerliche Note verliehen hat (sorry an alle Edwards unter unseren Lesern! Wir leiden mit euch!), stellte uns Tim Burton einen bleichen, vernarbten jungen Mann in Lederkluft, mit Punkfrisur und einem etwas unhandlichen "Extra" an den Armen vor. Von einem Erfinder abseits der Gesellschaft erschaffen und mit Scheren statt Händen versehen, ist Edward - wunderbar naiv-liebenswert von Johnny Depp dargestellt - eine Parabel ums Anderssein in einer homogenisierten Vorstadtwelt. Es ist DAS Thema in Burtons Oeuvre, aber so schön und melancholisch wie hier hat er es wohl nie wieder hinbekommen.

7. Pleasantville


Pleasantville, ein Fantasyfilm? Zugegeben, dem Drama mit dem innovativen Farbeinsatz könnte man auch andere Genrezugehörigkeiten zuschreiben, etwa auch Dystopie. Gary Ross' (The Hunger Games) Film um ein Geschwisterpaar, das in eine Fünfzigerjahre-Fernsehserie gesogen wird und dort gehörig Unruhe stiftet, ist eines der besten Beispiele dafür, dass Fantasy nicht zwingend etwas mit fremden Welten, fantastischen Wesen und dem Kampf von Gut gegen Böse zu tun haben muss. Wenn Tobey Maguire und Reese Witherspoon die idyllische Fünfzigerjahrewelt aufscheuchen und buchstäblich Farbe hineinbringen, zeigt das wunderbar auf, wie Fantastisches innere Vorgänge sichtbar machen kann. Ein toller Cast, mitreissende Emanzipationsgeschichten und natürlich die einzigartige Verwendung von Schwarzweiss und Farben machen Pleasantville zu einem Film, den man immer wieder schauen kann und der als Allegorie gegen Gleichmacherei und Intoleranz seit seinem Erscheinen auch kaum an Aktualität verloren hat.

6. The Dark Crystal


Noch einmal Jim Henson, diesmal aber gänzlich ohne (sichtbaren) Schauspielereinsatz. The Dark Crystal ist ein komplett mit Puppenanimation umgesetzter High-Fantasy-Film, der durch seine ganz eigene Ästhetik besticht. Für die heutige Zeit mag der Film vielleicht etwas langsam inszeniert sein, doch diese Gemächlichkeit gehört zweifellos zu seinem anhaltenden Charme. Auf einer fantastischen Welt herrschen die bösen, geierartigen Skeksis, die aufgrund einer Prophezeiung alle Gelflinge vernichtet haben, um den eigenen vorhergesagten Untergang zu verhindern. Zwei Gelflinge haben allerdings überlebt: der bei den friedlichen Mystics aufgewachsene Jen und das Mädchen Kira. Gemeinsam machen sich die beiden auf, um den fehlenden Splitter des Dunklen Kristalls an seinen Platz zurückzubringen und so die Skeksis zu besiegen. Im Gedächtnis bleibt neben der wunderschön durchgestylten Welt mit ihren abgefahrenen Fantasykreaturen wohl vor allem die Verbindung der Mystics und Skeksis, die deutlich macht, dass Gut und Böse unweigerlich zueinandergehören.

5. Willow


Vor Peter Jacksons The Lord of the Rings-Trilogie war Ron Howards Willow wohl das, was einem "echten" High-Fantasy-Film am nächsten kam. Nach einer Geschichte von George Lucas inszeniert, hat der Film zwar noch deutlich unter den Beschränkungen zu leiden, die den Spezialeffekten im Jahr 1988 gesetzt waren. Dass hier aber eine komplexe Fantasywelt mit eigenen Völkern - allen voran den kleinwüchsigen Nelwyns - zu sehen war und man sich für die Effekte doch einige Mühe gab, war zur damaligen Zeit doch ziemlich beeindruckend. Das unscheinbare Heldenteam, bestehend aus Val Kilmer als grossmäuligem Schwertmeister Madmartigan und natürlich Warwick Davis als titelgebendem Zauberer-Azubi Willow, machen aus der abenteuerlichen Reise ein Fantasyepos zum Immer-Wiederschauen.

4. Harry Potter and the Prisoner of Azkaban


Harry Potter gehört mit The Lord of the Rings zu den Begründern des "Neuen Fantasyfilms": Endlich schafften es Anfang der 2000er-Jahre auch Fantasyfilme ins Mainstreamkino und sprachen damit ein Publikum an, das nicht nur aus Buchlesern und Genrefans bestand. Auf acht Filme hat es der bebrillte Zauberschüler gebracht, der dritte ist aber schon alleine wegen der wunderbaren Ästhetik der beste. Waren Teil 1 und 2 noch mehr oder weniger Ein-zu-Eins-Umsetzungen der Buchvorlage, machte Alfonso Cuarón hier etwas ganz Eigenes. Ihm haben wir die spezielle, immer wieder ins Gräuliche verlaufende Farbgebung, spektakuläre Kamerafahrten und die wahrscheinlich besten schauspielerischen Leistungen aller Beteiligten der Reihe zu verdanken.

3. A Monster Calls


Basierend auf dem illustrierten Roman von Patrick Ness (der auch das Drehbuch verfasst hat), erzählt J.A. Bajonas A Monster Calls vom jungen Connor, dessen Mutter krebskrank ist und der in der Schule gemobbt wird. Eines Nachts erscheint ein Baummonster (gesprochen von Liam Neeson) an seinem Fenster und eröffnet ihm, dass es ihm drei Geschichten erzählen werde und dann eine vierte von Connor hören wolle. Das klingt sehr simpel, ist es aber überhaupt nicht. A Monster Calls schafft den unwahrscheinlichen Spagat zwischen fantastischer Geschichte, "Sick Lit" und Coming-of-Age-Story. Auf sensible Art werden das Erwachsenwerden und der Umgang mit dem Tod thematisiert. Dabei schafft der Film etwas, was Adaptionen nur selten gelingt: Er erweitert die Buchvorlage, etwa indem er aufzeigt, welche Rolle Kunst für junge Menschen haben kann, was sich wiederum auch in den meisterhaft stilisiert animierten Geschichten-in-der-Geschichte zeigt. Dass der Film, in dem unter anderem Sigourney Weaver und Felicity Jones zu sehen sind, bisher erst an ausgewählten Festivals zu sehen war (u.a. am Zurich Film Festival), hat seinen Grund: Er ist so gut, so bewegend, dass die Macher auf die kommende Awardseason hinspienzeln; zu unseren Oscar-Favoriten 2017 gehört der bildgewaltige Tearjerker auf jeden Fall. Schweizer Kinostart ist am 9. Februar 2017.

2. Peter Pan


I do believe in fairies, I do, I do! Viele kennen den fliegenden Jungen, der nicht erwachsen werden will, vor allem aus der animierten Disney-Version von 1953. Zum 100-Jahre-Jubliäum von J. M. Barries Theaterstück (uraufgeführt in der Weihnachtszeit 1904) flog Peter Pan als Realspielfilm auf die Leinwand. Dabei wurde er erstmals nicht traditionsgemäss von einer jungen Frau, sondern von einem "echten" Jungen dargestellt. Und dies mit Erfolg: Jeremy Sumpter verkörpert die menschgewordene Sorglosigkeit und Abenteuerlust auf fabelhafte Weise und verleiht der farbenfrohen Abenteuerreise ins Nimmerland eine verwegene Lausbubennote. Aber eigentlich ist es ja die Geschichte von Wendy (Rachel Hurd-Wood), denn es geht um ihr anstehendes Erwachsenwerden. Regisseur P.J. Hogan schaffte mit seiner Adaption, dem Klassiker neues Leben einzuhauchen und Aspekte herauszukitzeln, die Disney geflissentlich weggelassen hat. Denn hier geht es definitiv ums Erwachsenwerden, um die aufkeimende Gefühlswelt Pubertierender, und mittendrin steht ein fantastischer Jason Isaacs, der wohl einzige Captain Hook, den man als sexy bezeichnen kann. Zusammen mit der wundervollen Musik von James Newton Howard, den tollen Farben und spielerischen Einfällen sowie natürlich den herzigen Kids gehört Peter Pan schlicht zu den besten Fantasyfilmen überhaupt.

1. The Lord of the Rings Trilogy - The Fellowship of the Ring, The Two Towers und The Return of the King


Platz eins geht - natürlich - an das Epos schlechthin. 1978 musste J. R. R. Tolkiens Buchvorlage noch halb als Trickfilm, halb mit im Rotoskopieverfahren übermalten Schauspielern umgesetzt werden - respektive die erste Hälfte des Buches, denn die zweite Hälfte wurde wegen mangelnden Erfolges nur noch als Trickfilm verfilmt. 2001 bis 2003 bescherte uns Peter Jackson dann endlich die definitive Filmversion des bekanntesten Fantasyromanes überhaupt. Am Stück gedreht in Neuseeland, mit einem riesigen Aufwand, Meilensteine setzenden Spezialeffekten, einem unvergesslichen Cast und jährlichen Nachdrehs, ist die Trilogie ein vielleicht einmaliges Filmereignis. Die ebenfalls von Peter Jackson umgesetzten Hobbit-Filme kamen jedenfalls bei weitem nicht an die Qualität der Vorgängerfilme heran.

Fehlen eure liebsten fantastischen Filmabenteuer? Vielleicht sind sie auf unserer Märchenliste zu finden. Mit den besten fantastischen Animationsfilmen befassen wir uns übrigens zu einem späteren Zeitpunkt.

Quelle: OutNow.CH

13.11.2016 20:00 / pps


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