Ein Dokumentarfilm als Sieger der Berlinale

Der Goldene Bär geht an "Fuocoammare", eine italienischen Doku über das Leben und Sterben auf der Mittelmeerinsel Lampedusa. Regisseur Gian-Franco Rossi gewinnt den internationalen Wettbewerb.

Der Hauptpreis des Berliner Filmfestivals setzt sich mit seiner dokumentarischen Auseinandersetzung zur Flüchtlingskrise somit gegen 17 Spielfilme aus aller Welt durch. Die Flüchtenden sind das Thema, das Deutschland und Europa zur Zeit beherrscht. Berlinale-Boss Dieter Kosslick rief ihre missliche Lage auch zum übergreifenden Sujet der diesjährigen Ausgabe des Filmfest aus.

Fuocoammare ist somit ein wenig überraschender Sieger, wenn man bedenkt, dass Rossi mit Sacro GRA, einem Film über einen Autobahnring, bereits als erste Doku überhaupt in Venedig die wichtigste Trophäe abstaubte. Der Mann kann trockenenen Themen eine Menschlichkeit geben, und sein zweiter Hauptgewinn an einem wichtigen Festival wird hoffentlich seinen Filmen einen kleinen Schub geben. Fuocoammare mag cineastisch nicht überragend sein, aber die Jury um Meryl Streep ehrt doch ein Must-see.

Bereits zum zweiten Mal einen Silbernen Bären für den Grossen Preis der Jury gewinnt Danis Tanovic. Nach An Episode In The Life Of An Iron Picker 2013 ist es diesmal Death in Sarajevo. In Berlin erst zum dritten Mal nach 66 Ausgaben bekommt eine Frau den Silbernen Bären für die beste Regie: Mia Hansen-Love für L'avenir.

Als beste Hauptdarsteller wurden die Dänin Trine Dyrholm (Kollektivet) und der Tunesier Majd Mastoura (Inhebek Hedi) geehrt. Das beste Drehbuch hat nach Meinung der Jury der polnische Beitrag United States of Love. Ebenfalls eine silberen Bären gab es für "die herausragende künstlerische Leistung" von Mark Lee Ping-Bings Kameraarbeit in Crosscurrent.

Nicht vergessen wurde auch der Acht-Stünder des philippinischen Locarno-Gewinners Lav Diaz. Sein A Lullaby to the Sorrowful Mystery bekommt als "Spielfilm, der neue Perspektiven eröffnet" den Alfred-Bauer-Preis. Man stelle sich vor, dieser Film hätte den Goldenen Bären gewonnen. Das Publikum hätte sich ihn nach der Preisverteilung bis in die frühen Morgenstunden reinziehen müssen. Ganz neue Perspektiven in der Tat.

OutNow.CH war während zehnTagen in Berlin vor Ort. Alle Reviews sind nachzulesen im OutNow-Berlinale-Special.

Quelle: OutNow.CH

21.02.2016 11:00 / rm


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