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Wie viel "Star Wars" ist genug?

Vergangene Woche gab Lucasfilm bekannt, dass im Jahre 2018 ein Han-Solo-Film in die Kinos kommen wird. Ob das eine gute Idee ist? Wir hinterfragen die Entscheidungen von Disney/Lucasfilm.

"Chewie, we're home". Diese Worte lösten bei der Premiere des zweiten Teasers zu Episode VII an der Star Wars Celebration in Anaheim bei tausenden von Fans Gänsehaut und Freudentränen aus. Star Wars ist zurück. Definitiv. Für die Jünger der Weltraumoper gab es immer wieder Durststrecken. Zwischen der Originaltrilogie und ihrem Re-Release 1997 vergingen 14 Jahre ohne grossen Hype, und sogar nach Merchandise und Actionfiguren suchte man Ende der Achtzigerjahre vergebens. Und dann ging es los: das Warten auf die Prequeltrilogie. Der Hype war kaum auszuhalten und jedes Gerücht, jedes veröffentlichte Detail verstärkte die Vorfreude.

2015: Star Wars ist aus der Popkultur und den Spielwarenläden (wieder einmal) nicht wegzudenken und Rebels läuft erfolgreich am TV, doch es ist J.J. Abrams' Fortsetzung der Skywalker-Saga, welche die Fans am heissesten erwarten. Leider scheint es, als sei dies Disney nicht genug. Wir werden bombardiert mit News zu dem Anthology-Film Rogue One, können bereits Gerüchte zu Episode VIII lesen und dürfen uns seit Kurzem gar auf ein Spinoff-Abenteuer über den jungen Han Solo "freuen". Kaum gewöhnt man sich an Namen wie Kylo Ren oder verfällt dem Charme von BB-8, muss man sich schon fragen, ob jetzt Darth Vader in Rogue One einen Gastauftritt hat, oder sich darüber aufregen, wie doof die Idee eines Han Solo Filmes wirklich ist.

Bleiben wir noch ein wenig bei Han Solo. Einer der beliebtesten Helden der Filmgeschichte, der Harrison Ford zu einem Megastar machte, wie es sie heute kaum mehr gibt. Würde man unter Star-Wars-Fans eine Umfrage machen, wer dann den jungen Han Solo im neuen Spinoff spielen soll, die Antwort würde deutlich ausfallen: niemand. "Gewisse Rollen sollten niemals neu besetzt werden" ist zwar ein Spruch, den man oft hört, doch auch Mad Max: Fury Road schaffte es ohne Mel Gibson, und Daniel Craig gibt einen ganz guten Bond ab. Es gibt auch andere Gründe, wieso man besser die Finger von Han Solo lassen sollte: Das Star-Wars-Universum ist ein riesiger Spielplatz für kreative Menschen. Wir wollen Ecken der Galaxis sehen, die uns unbekannt sind, neue Figuren in unsere Herzen schliessen, mit denen eine neue Generation gross werden kann. Han Solo hatte seine Zeit und wird diese in den offiziellen Sequels sogar fortführen. Doch kein Abenteuer mit einem jungen Solo kann mit der Fantasie der Fans konkurrieren, die sich in ihren Köpfen bereits ihre eigenen Geschichten ausgedacht haben, die der Schmuggler vor seiner Zeit bei der Rebellion erlebt hat.

All dies dämpft für diesen hier Schreibenden die Vorfreude auf "The Force Awakens" zwar noch nicht, doch fragt er sich, wie es danach aussehen wird. Das Star-Wars-Universum ist riesig, und die Möglichkeiten sind grenzenlos, doch vielleicht gibt es doch eine Grenze. Obwohl man unglaublich dankbar ist, schon bald wieder in eine Galaxie weit, weit entfernt reisen zu können, staunen zu dürfen und sich zu Hause fühlen zu können, bleibt die Frage, ob es ohne Heimweh überhaupt ein Zuhause gibt und ob Star Wars im Jahresrhythmus eine wirklich gute Idee ist.

Quelle: OutNow.CH

12.07.2015 15:24 / ma


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4 Kommentare

Schon spannend. Zuerst verbannen sie das ganze extended universe sowie die Games in den Keller und vergewaltigen Star Wars Old Republic soweit, dass es wieder Kanon-Konform ist und dann überschwemmen sie uns mit diesen mässig interessant klingenden spin-off Filmen. Wie war das noch mit dem Hannibal Prequel oder all den anderen Filme welche die Herkunft einer Figur untersuchten - da haben die wenigsten funktioniert.

Na jetzt mal schauen was mit "The Force Awakens" auf uns zu kommt und ob der Neustart gelingt, oder ob doch nur die dümmlichen Charaktere/Diealoge/Handlung von Episode 1-3 in einem nostalgie-gewand von Episode 4-6 ist. Schliesslich ist Mr. Lost nicht gerade dafür bekannt, dass er mit seinen Filmen wirklich für die Zukunft baut....

Die Antwort dazu ist ganz klar: JA.
Jedenfalls für mich. Warum soll ich in der Vergangenheit schwelgen, wenn doch dieses Universum soooo riesig ist, dass es Platz hat, um den nächsten 4 Generationen Geschichten daraus zu liefern?

Mir geht es hier ähnlich - wenn auch nicht so ausgeprägt - wie beim Marvel Cinematic Universum.
Im Jahre 1962 hatte Spider-Man seinen ersten Auftritt und seither gibt regelmässig neue Comics von ihm. Warum soll das nicht auf der Leinwand funktionieren?
Die Fans wollen Nachschub. Das war schon immer so und das wird auch so bleiben. Und ich bin froh drum.


Für all diejenigen, die das anders sehen gibt es eine ganz simple Lösung; Nicht schauen :)

Was erwartet man anderes von Disney? Wenn etwas auf sicher Geld verspricht, wird es ausgeschlachtet bis zum Umfallen.

wenn sie die neuen episoden nicht verhunzen, kannst von mir aus durchaus noch bisschen weitergehen...

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