Ready to Play - Breaking the Roles

Ab der Berlinale werden nicht nur Filme gezeigt, sondern das Festival bietet auch eine Plattform für junge Filmschaffende, die von den Profis lernen wollen. Wir schauten da mal rein.

Das Poster der Ausgabe 2014

Das Poster der Ausgabe 2014

Zum 11. Mal fand der Talent Campus zeitgleich zur Berlinale statt: der Winterworkshop für junge Filmemacher. Aus über 4000 Bewerbungen aus aller Welt wurden 300 Talente aus 79 Ländern für eine Woche (8. bis 13.2.2014) nach Berlin inklusive Hostelübernachtung eingeladen. Unter dem diesjährigen Motto "Ready to Play - Breaking the Rules" mischten sich die jungen Talente mit den alten Hasen des Filmgeschäftes und versuchten, gegenseitig voneinander zu lernen.

Von Anfang an war der Talent Campus eine Plattform für den Austausch über innovative filmische Entwicklungen und Tendenzen. Seit Jahren etwa besuche ich den "Indie Filmmakers Guide to New Media", der stets in zwei Teilen stattfindet. Dabei werden immer andere Experten aus der Praxis eingeladen. Diese berichten von ihren interaktiven Webprojekten oder anderen partizipativen Kunstformen, die filmische Grenzen ausloten. Dieses Jahr zu Gast war u.a. Katerina Cizek, die ihr Projekt Highrise vorstellte. Darin erforscht sie vertikales Wohnen global. Ein spannendes, interaktives Webprojekt.

Pierre Buffin, der einmal "Architekt werden und schöne Häuser bauen wollte", liess hinter die Kulissen seiner Firma BUF für Special Effects blicken. Zuletzt arbeitete er an Lars von Triers Nymphomaniac, vorher für diverse filmische Klassiker wie etwa Fight Club, Life of Pi und Gaspar Noes Enter the Void, um nur ein paar zu nennen. Buffin und Lucy Ainsworth-Taylor von BlueBolt (Game of Thrones) zeigten und erklärten anhand von Clips, die nach dem "vorher-nachher"-Prinzip arbeiteten, was man unter VFX versteht.

Eine weitere Expertenrunde des Talent Campus vereinte die australischen Filmemacher Sophie Hyde und Warwick Thornton und den rumänischen Regisseur Corneliu Porumboiu. Die drei diskutierten über "The Power of Hybrid Film". Diese Mischform aus Dokumentar- und Spielfilm entwickelt sich in den letzten Jahren zu einem eigenen - sehr interessanten - Genre. Sophie Hyde ist überzeugt davon, dass es in fiktionalen Geschichten oft mehr Realität gibt als in Dokumentarfilmen - ein interessanter Standpunkt, dem man nachgehen sollte. Übrigens zeigte Hyde auch ihren neuesten Film 52 Tuesdays auf der Berlinale in der Sektion 14+. Sie gewann für ihr Drama, das immer nur an Dienstagen gedreht wurde, den gläsernen Bären.

Quelle: OutNow.CH

14.02.2014 07:00 / nan


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