"The Help": Das grosse Interview mit dem Regisseur und dem Cast

Wir trafen Regisseur Tate Taylor wie auch die Stars Emma Stone, Viola Davis und Octavia Spencer zum Interview und sprachen über Zusammenhalt, den Kampf in Hollywood und den Erfolg des Filmes.

Emma Stone und Regisseur Tate Taylor

Emma Stone und Regisseur Tate Taylor

OutNow.CH: Tate, wie bist du als Regisseur auf das Projekt aufmerksam geworden?

Tate Taylor: Ich kenne die Autorin des Buches Kathryn Stockett schon seit meiner Kindheit, und wir haben uns immer schon unterstützt. Als sie Probleme hatte, ihr Buch The Help zu veröffentlichen, konnte ich helfen und jetzt ist es weltberühmt. Der Vorteil war dann, dass ich die Rechte am Drehbuch schon hatte, bevor das Buch überhaupt erschienen war.

Emma Stone: Mich macht diese Geschichte richtig glücklich und motiviert mich auch, denn man sieht, dass, wenn Menschen sich gegenseitig helfen, etwas Gutes dabei herauskommt.

Octavia Spencer: Wenn man zusammenhält, dann kann man wirklich etwas erreichen. Ich kannte das Team hinter The Help schon länger, doch als Mo'Nique für Precious einen Oscar erhielt, glaubte ich nicht, dass ich die Rolle der Minny erhalten würde. Doch meine Loyalität hat sich am Ende ausbezahlt.

Viola Davis: Ein Problem von Hollywood ist ja, dass die Leute nicht daran glauben, bis sie es sehen. Und das macht es für nicht so bekannte Schauspieler schwierig, gewisse Rollen zu erhalten. Man muss einfach dranbleiben und immer kämpfen, auch wenn viele nicht dran glauben. Ist der Durchbruch einmal geschafft, geht es wie von alleine.

Emma Stone: Ein Schreiberling sagte kürzlich an den Writers Guild Awards: "Ich möchte meinen Agenten danken, die an mich geglaubt haben, als es alle anderen auch getan haben". (lacht)


OutNow.CH: Es gibt da eine Szene im Film, in der Bryce Dallas Howard einen etwas speziellen Kuchen serviert bekommt. Wie schwierig war es bei dieser Szene, nicht zu lachen?

Octavia Spencer: Wir mussten schon oft lachen am Set, aber es war uns gleichzeitig immer bewusst, dass dies ein sehr ernstes Thema ist und wir es mit Respekt behandeln müssen. Wir wussten deshalb immer, wann wir Witze reissen konnten und wann es ernst galt.

Emma Stone: Das ist ja im Leben nicht anders. Du nimmst die ernsten Dinge ernst und bei den witzigen, da lachst du.


OutNow.CH: Der Film ermutigt, dass man sich wehren soll, wenn einem etwas nicht passt. Hattet ihr Momente in euren Karrieren, in denen ihr auch mal auf den Tisch hauen musstet?

Emma Stone: Als Schauspieler und auch als Regisseur muss man das täglich machen. Es ist dein Job, dass du deinen Senf dazugibst. Aber am Ende versucht man sich zu finden, da man das bestmögliche Ergebnis erzielen möchte. Jeder Job am Set ist gleich wichtig und jede Meinung zählt.

Tate Taylor: Vor allem als Regisseur muss man für solche Sachen offen sein. Man ist froh um jeden Verbesserungsvorschlag, auch wenn er von einem einfachen Handwerker kommt.


OutNow.CH: Ocativa, was war das Schwierigste für dich bei der Rolle der Minny?

Octavia Spencer: Damals war es eine schwierige Zeit für Afroamerikaner. Für mich war das fremd, denn ich erlebte es nicht selbst. Ich sage nicht, dass es keinen Rassismus mehr gibt, aber persönlich habe ich ihn nie erlebt. Deshalb war es schwierig, auch für Emma und Viola, sich in die Figuren hineinzuversetzen.


OutNow.CH: Wart ihr überrascht von dem grossen Erfolg des Filmes?

Tate Taylor: Während der Vorbereitungen und der Dreharbeiten denkt man natürlich nicht daran, wie viel der Film einspielt und wie viele Oscars er holen wird. Ich war einfach während der ganzen Arbeiten unglaublich stolz - beim Fertigstellen des Drehbuchs und beim Zurückschauen am letzten Drehtag. Es gibt andere Filme, da schaut man zurück und denkt: "Oh Shit"...

Emma Stone: Ich habe mir Hoffnungen auf 40 Millionen Einspielergebnis am Startwochenende gemacht (lacht). Als dann die Zahl Woche für Woche gestiegen ist, war ich schon etwas überrascht. Der Film verbreitete sich ähnlich wie das Buch durch Mundpropaganda und konnte so zum Erfolg werden.


OutNow.CH: Hat die Arbeit an diesem Film etwas an eurer Weltsicht verändern können?

Octavia Spencer: Definitiv. Ich war schon immer beeindruckt von Menschen, die sich gegen Unterdrückung gewehrt haben. Ich dachte immer, dass ich Bescheid wisse bei solchen Sachen. Erst aber als ich in diese Rolle schlüpfen durfte, wurde es mir bewusst, wie gut ich es habe, dass ich so etwas nie erleben musste.

Viola Davis: Um ganz ehrlich zu sein: Viele Afroamerikaner hassen dieses Image vom ungebildeten, armen Hausmädchen aus dem Süden. Sie haben es satt. Aber ab einem gewissen Punkt verleugnet man es auch. Aber damit verleugnet man auch die Geschichte seiner Grossmutter, seiner Mutter, und wenn sie sterben, dann stirbt die Geschichte mit ihnen. Indem man solche Personen spielt, beginnt man das erst zu verstehen, und es wird damit zur Hommage an eine Person, die in der Menschheitsgeschichte im Hintergrund stand.


OutNow.CH: Im Film spielen die Frauen die Hauptrollen, und die Männer werden eher in den Hintergrund gedrängt. War dies Absicht von dir, Tate?

Tate Taylor: Zu der Zeit, wann der Film spielt, dominierten die weissen Frauen. Sie entschieden, wer angeheuert und wer entlassen wurde. Die Männer bekamen nicht viel mit von den Geschehnissen bei ihnen zu Hause. Die Frauen im Film waren dermassen interessant und spannend, ich fand es einfach nicht nötig, noch viele Männer reinzupacken. Ich habe zwar auch mit ihnen gedreht, aber es fühlte sich einfach nicht richtig an für den Film.

Octavia Spencer: ...und ich finde, die Männer kriegen sowieso schon genug Hauptrollen. Jetzt waren wir mal dran. (lacht)


The Help läuft ab Donnerstag, dem 8. Dezember 2011, in den Deutschschweizer Kinos.

Quelle: OutNow.CH

07.12.2011 08:00 / crs

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