Das Star-Wars-Blu-ray-Set: Episode I - The Phantom Menace

Jetzt geht's los: Die "Star Wars"-Saga gibt es in High Definition. Episode I trumpft mit einem soliden Bildtransfer und bombastischem Sound. Doch welche Extras gibt es zur ersten Prequel-Episode?

Liam Neeson am Set von "The Phantom Menace"

Liam Neeson am Set von "The Phantom Menace"

Der Film:

Unglaublich, aber wahr: Bereits 12 Jahre liegt der Kinostart des ersten Prequels zurück. Die Fanerwartungen waren gross damals und die Unkenrufe nach dem Release laut. Jar Jar fand man doof, Jake Lloyd als Anakin nervig und die Story zu politisch. Und dass die Macht anhand von Midichlorians biologisch zu begründen sein soll, war ein Skandal. George Lucas konnte es seinen sogenannten "Fans" einfach nicht recht machen. Dabei ist Episode I ein spassiges, buntes Weltraumabenteuer mit unzähligen kreativen Einfällen, viel Liebe zum Detail, mythischen und philosophischen Ideen, einem sensationellen Score von John Williams und interessanten neuen Figuren, das eine ganz neue Generation Star-Wars-Fans zu kreieren vermochte. Mace Windu, Qui Gon Jinn und Darth Maul konnten sich einen definitiven Platz im riesigen Star-Wars-Universum sichern, und die revolutionären Spezialeffekte sehen auch nach all diesen Jahren noch toll aus.

Der Blu-ray-Transfer:

Star Wars Episode I - The Phantom Menace wurde noch auf 35mm-Film gedreht, was ihm einen leicht anderen Look als den zwei Nachfolgern verleiht. Die Farben und Details in den Landschaften sind unglaublich und machen aus der bereits sehr guten DVD einen Bierdeckel, sollte man diese schon in der Sammlung haben. Einzig bei den Menschen wirkt das Bild ab und an ein wenig weichgezeichnet, was wohl die Folge von Filmkorn-Dezimation sein wird. Trotz dieser kleinen Mängel ist diese Blu-ray ein visueller Genuss. Für die Blu-ray-Fassung wurde übrigens nun endlich die furchtbare Yodapuppe durch das CGI-Modell aus den anderen Prequelfilmen ersetzt. Eine Änderung, die sicher willkommen ist. Wirklich ins Staunen aber kommt man, wenn man die Ohren aufmacht. Der DTS-HD-6.1-Soundtrack der Originalfassung ist Grund genug, die Heimkinoanlage aufzurüsten. Der Score triumphiert, und die unvergesslichen Soundeffekte von Maestro Ben Burtt tönen so gut wie nie. Der diskrete Surround Back Channel wird immer wieder effektreich in Szene gesetzt, ohne dass die Aktivität je aufdringlich wird. Ein sensationeller neuer Mix, den jeder Audioenthusiast einfach gehört haben muss. Als Special sind auch zwei Audiokommentare (einer davon neu zusammengestellt) verfügbar, welche für Fans sicher zum Pflichtprogramm gehören. Hier kommen alle wichtigen Mitwirkenden zu Wort und bieten eine unterhaltsame, kurzweilige Collage an Informationen.

Die Special Features:

Die Specials zur Prequel-Trilogie findet man auf Disc 7 des 9-Disc-Blu-ray-Sets. Wählt man hier Episode I an, erscheint ein weiteres Menu, welches in die drei verschiedenen Planeten der Handlung aufgeteilt ist: Queen Amidalas Heimat Naboo, der Wüstenplanet Tatooine und Coruscant, das Zentrum der Alten Republik. Diese Menus sind wiederum in vier Kategorien unterteilt: Deleted/Extended Scenes, Interviews, The Collection und Concept Art Gallery stehen zur Auswahl.

Deleted/Extended Scenes:

Die Deleted Scenes im Naboo-Menu sind weniger als unspektakulär. In Trash Talkin? Droids unterhalten sich zwei Battledroids darüber, wie unfähig Protokolldroiden doch sind, und in Anakin's Return sehen wir, wie Anakin nach der Zerstörung des Droid Controlships heroisch zu einer kleinen Gruppe Kampfpiloten zurückkehrt. The-Wire-Fans dürfen bei The Battle is over Zeugen werden, wie Dominic West als Mitglied der Leibgarde der Königin bemerkt, dass die Battledroids kampfuntauglich sind; eine Szene, die im fertigen Film ganz den Gungans gehört.

Nicht viel interessanter wird es auf Tatooine: Wattos Wager dauert nun ein paar Einstellungen länger, und Qui Gon setzt sich etwas mehr für die Befreiung von Shmi Skywalker ein. Battle on the Boarding Ramp zeigt den Kampf, den Qui Gon und Darth Maul auf der Rampe des von Tatooine startenden Schiffes führen. Es handelt sich jedoch um so eine kurze, unspektakuläre Erweiterung, dass sie in der Endfassung definitiv nicht vermisst wird.

Die spannendste Szene findet auf Coruscant statt, wo Senator Bail Organa (Leias Pappi) bei der Abstimmung über Kanzler Valorums Wahl kurz zu sehen ist. Adrian Dunbar wurde in den beiden Fortsetzungen schlussendlich aber durch Jimmy Smits ersetzt.

Enttäuschend, dass keine der geschnittenen Szenen hier länger als 40 Sekunden dauert. Alle Deleted Scenes der früheren DVD-Ausgabe, die weitaus spannender waren, wurden leider nicht auf die Blu-ray importiert. Schade. Auch sind die hier präsentierten Szenen nur im unfertigen Stadium zu sehen.


Interviews:

Bei den Interviews kann man sich auch nur auf kurze 90-Sekunden-Schnipsel freuen. Das Overview über Naboo zeigt, wie viel trotz der vorhandenen Computertechnik noch mit unglaulbich detailreichen Miniaturen gearbeitet wurde, und im separaten Interview erzählt uns Qui Gon Jinn-Darsteller Liam Neeson, wie toll er die Star-Wars-Philosophie findet.

Auf Tatooine gibt's in der Overview einige grundlegende Facts, bevor Produzent Rick McCallum zu Wort kommt, um über die heissen Drehbedingungen in Tunesien und die Anfertigung und den Transport der lebensgrossen Podracer zu berichten, die in einigen Szenen verwendet wurden.

Die Hauptstadt auf Coruscant bringt nebst den generellen Informationen zum Design der Umgebung ein kurzes Interview mit dem Schöpfer persönlich. 1994 aufgenommen, zeigt es, wie George Lucas die ersten Sätze seines neuen Drehbuchs schreibt.

The Collection:

Unter diesem Menupunkt gibt es ein ganz interessantes Feature. Man kann sich Modelle und Kostüme in einer 360-Grad-Präsentation ansehen und bestimmte Details in Nahaufnahme bestaunen. Alles in High Definition! So wird erst bewusst, wie viele klitzekleine Details in den Raumschiffmodellen, Figuren und Kostümen steckt. Zu den meisten dieser Prachtsstücke gibt es noch einen kurzen Videokommentar der Designer und Modellbauer. Von der Jar-Jar Maquette bis zu Palpatine's Shuttle sind hier 21 einzelne Features zu begutachten. Hier findet sich, entgegen der Erwartungen, am meisten guter Stoff für den Star-Wars-Abhängigen. Doch auch bei diesem Video-Content dauert nichts länger als 90 Sekunden.

Concept Art Gallery:

Der Name ist Programm. Man kann sich die diversen, wunderschönen Illustrationen entweder einzeln oder gemütlich als Diashow anschauen. Am besten legt man dazu die passende CD des Star-Wars-Soundtracks ein.

Fazit:

Die Anzahl Extras zu Star Wars: Episode I - The Phantom Menace mag auf den ersten Blick erschrecken, doch da kein Videoinhalt länger als eineinhalb Minuten dauert, verbringt man die meiste Zeit damit, durch das zwar hübsche, jedoch etwas ungeschickt gestaltete Menu zu navigieren. Wer in Zeitnot ist, sollte sichergehen, die neueste Firmware auf dem Blu-ray-Player installiert zu haben, um die Ladezeiten zu minimieren. Da sich aber überall bisher unveröffentlichtes Material befindet, lohnt es sich auf jeden Fall, sich die Zeit zu nehmen, diese Extras anzuschauen. Mehr als einmal dürfte man dies jedoch kaum machen.

Quelle: OutNow.CH

16.09.2011 22:00 / ma


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