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Cowboys & Aliens: Interview mit Daniel Craig

Er ist weltbekannt als 007 aus den letzten beiden Bond-Filmen und wird manchmal als moderner Steve McQueen bezeichnet. Wird er nun mit "Cowboys & Aliens" zum neuen Clint Eastwood?

Nach Nebenrollen in Filmen wie Tomb Raider und Road to Perdition wurde Daniel Craig als James Bond in Casino Royale weltberühmt. Zur Europapremiere von Cowboys & Aliens am Locarno Film Festival traf OutNow den Briten und sprach mit ihm über seinen amerikanischen Akzent, seine Kochkünste und darüber, wie es ist, sich selbst auf der Leinwand zu sehen.


OutNow.CH (ON): Musstest du dir für den Film einen amerikanischen Akzent angewöhnen?

Daniel Craig (DC): Ja, das ist Teil meines Jobs. Und ich bin immer noch am Lernen, jeden Tag, denn so etwas geht nicht von heute auf morgen. Ich wollte es aber bewusst auch nicht übertreiben, sondern Jake einen "Mid-Western-Akzent" geben.


ON: Wie war es, als englischer Schauspieler in einem so amerikanischen Genre wie dem Western mitzuwirken?

DC: Es ist ein wahrgewordener Kindheitstraum! Ich schaue Western, seit ich mich erinnern kann und wollte schon immer mal selbst in einem mitspielen. Ich hätte aber nie erwartet, dass es etwas wie Cowboys & Aliens sein würde.


ON: Erforderte die Rolle ein spezielles körperliches Training?

DC: Eigentlich nur das Reiten. Ich konnte es zwar vorher schon ein wenig, hatte aber keine wirklichen Kenntnisse. Im Prinzip ist es wie mit dem Akzent: Es ist ein ständiges Lernen. Ausserdem war es hilfreich, dass wir echte Rancher am Set hatten, denen ich zusehen und deren Bewegungen und Gesten ich übernehmen konnte. Mir war es nämlich wichtig, dass das Ganze authentisch rüberkommt.


ON: Hast du dir den "Cowboy-Stil" auch etwas bei Harrison Ford abgeschaut?

DC: Auf keinen Fall! (lacht) Tatsächlich kann er das viel besser als ich; er hat eine Ranch und reitet die ganze Zeit.


ON: Bist du an Filmfestivals gegangen, als du jung warst?

DC: Nein, nicht wirklich. Ich wusste nicht einmal, dass es so etwas gibt, bis ich erwachsen war. Höchstens von Cannes hatte ich soweit ich mich erinnere mal gehört. Aber an dem Ort, wo ich aufwuchs, hatte es gleich um die Ecke ein Kino, damals in den späten Siebzigern, frühen Achtzigern. Niemand ging dorthin, aber ich war oft alleine in dem Kino und habe mir alle möglichen Filme angesehen, sowohl moderne als auch alte. Dort sah ich auch Harrison Ford das erste Mal in einem Film, und zwar in Blade Runner.


ON: Hattest du jemals Angst, dass das Konzept von C&A nicht funktionieren könnte?

DC: Ein Risiko ist es immer, wenn du einen Film machst. Das Risiko bei diesem war nur etwas grösser, weil es eine neue Idee ist, im Gegensatz zu den üblichen Filmen dieser Grösse. Das war es aber auch, weshalb mich das Projekt interessiert hat. Ausserdem fanden es wir alle gut, dass Jon darauf beharrte, zuerst einen Western zu machen und erst, wenn wir das geschafft haben, die Aliens ins Spiel zu bringen.


ON: Wie ist es für dich, dich auf der Leinwand zu sehen?

DC: Schrecklich! (lacht) Ich hasse die Art, wie ich mich bewege, wie meine Stimme sich anhört... Das war schon immer so, seit ich mich das erste Mal auf einem Kassettenrekorder hörte.


ON: Letztes Mal, als du für die Premiere von Quantum of Solace in die Schweiz kommen wolltest, warst du krank...

DC: Ja, das hat mir erst gestern jemand gesagt, worauf ich antwortete: "Mein Gott, ist das jetzt mein Ruf hier in der Schweiz?" Es tut mir leid! Ich entschuldige mich gegenüber der Schweizer Nation! (lacht) Und ich werde versuchen, dieses Mal nicht krank zu werden.


ON: Wie ist deine Beziehung zu Steven Spielberg? Zuerst warst du in Munich (Spielberg Regisseur), jetzt Cowboys & Aliens (Spielberg Produzent) und bald The Adventures of Tintin: The Secret of the Unicorn (Spielberg Co-Regisseur)...

DC: Ich fühle mich glücklich, immer wieder von ihm angestellt zu werden. Es ist beruhigend zu wissen, dass man regelmässig Arbeit hat. (lacht) Ich habe Teile von Tintin gesehen; es gibt noch sehr viel zu tun, sieht aber trotzdem schon grossartig aus. Ich bin ein grosser Fan, schon seit ich ein Kind war, und der Film sieht wirklich aus wie der Comic und fühlt sich auch so an.


ON: Und wie steht es mit The Girl with the Dragon Tattoo? Wird der Film so düster wie das Original?

DC: Er ist sehr nahe am Buch. Und es ist heute ziemlich selten, die Chance und das Geld zu bekommen, einen so grossen Film strickt für Erwachsene zu machen. Ich hoffe, dass es wieder einen Trend gibt, mehr ernsthafte Erwachsenenfilme zu machen. Ich wuchs auf mit Filmen wie The Godfather oder All President's Men; die hatten "erwachsene" Themen und waren auch auf ein erwachsenes Publikum ausgerichtet. Natürlich ist das ein Risiko, aber ich denke mit einem Regisseur wie David Fincher und einer solchen Vorlage ein ziemlich geringes.


ON: Denkst du, dass sich der Sequelwahn in Hollywood bald wieder abkühlt?

DC: Ich weiss es nicht. Solange Fortsetzungen Geld machen, werden sie wahrscheinlich auch gemacht werden. Bei den Filmen, die ich früher machte, war es nicht so wichtig, ob sie Geld einnahmen oder nicht, Hauptsache, die Leute sahen sie. Ich habe mich deshalb noch nicht ganz daran gewöhnt, dass das Geld bei den Filmen, die ich heute mache, sehr wichtig ist.


ON: Liest du Kritiken?

DC: Ich versuche es zu vermeiden. Man soll ja weder den guten noch den schlechten glauben.


ON: Stimmt es, dass du am Set die ganze Crew unterhalten hast? Du sollt einmal auch gekocht haben...

DC: Ich weiss gar nicht woher dieses Gerücht kommt! Ich hab lediglich einige Sandwiches gestrichen. Ausserdem habe ich einmal Drinks gemacht... Das ist mehr meine Art zu kochen. (lacht)


ON: Möchtest du jemals selbst Regie führen?

DC: Nicht wirklich, der Job ist mir viel zu anstrengend. Du gehst zur Arbeit und musst nicht nur genau wissen, was du machst, sondern auch anderen sagen können, was sie machen sollen. Wenn sich die Gelegenheit bietet, wer weiss, aber ich habe momentan keine Pläne.


ON: Gibt es Regisseure, mit denen du gerne einmal zusammenarbeiten würdest?

DC: Da gibt es viele. Aber ich weiss genau, wenn ich jetzt Namen nenne, dann werden wieder irgendwelche Gerüchte im Internet zu lesen sein.

Cowboys & Aliens startet am 25. August in den Schweizer Kinos.

Quelle: OutNow.CH

25.08.2011 08:00 / jon


Artikel zum Thema

» Dossier: 64° Festival del film Locarno 2011

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