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Die Polanski Night ohne Polanski

Ein schwarzer Tag für das junge Zurich Film Festival

Demonstrationen statt Festivitäten

Demonstrationen statt Festivitäten

Alles war bereit für diesen Sonntagabend. Die Gäste waren geladen, die Reden geschrieben und der Event bis ins kleinste Detail geplant. Doch nichts war's. Da Roman Polanski an diesem Abend in Gewahrsam war, hatte er nicht die Möglichkeit, den Award für sein Lebenswerk entgegenzunehmen. So herrschte viel Frust, Unverständnis und Wut am roten Teppich.

Demonstranten protestierten mit Transparenten mit Sätzen wie: "Gebt ihnen das Bankgeheimnis, nicht Polanski". Der Dok-Filmer Christian Frei (War Photographer) nannte das Ganze eine Respektlosigkeit gegenüber allen Kulturschaffenden. Schweizer Schauspieler Gilles Tschudi bemerkte zwar, dass Herr Polanski keine Sonderbehandlung vor dem Gesetz bekommen dürfe, sagte aber auch, dass die Bürokraten diesen fröhlichen Abend kaputt gemacht haben. Die geläufigste Theorie an diesem Abend war übrigens, dass der UBS-Steuerstreit etwas mit der Verhaftung Polanskis zu tun hat. Die ganze Polanski-Affäre wurde dann schliesslich von CARGO-Hauptdarsteller Martin Rapold treffend zusammengefasst mit: "Living in Absurdistan".

Bei der Laudatio im Kinosaal des Corso 1 fasste Festival-Organisatorin Nadja Schildknecht den Tag als schrecklich zusammen. Selbst das Festivalkomitee wurde von der Verhaftung überrascht. Schildknecht lobte danach Polanski als einen der weltbesten Regisseure und man solle sich nun auf sein künstlerisches Schaffen fokussieren. Weiter zu Wort kamen Karl Spörri, die französische Botschafterin Joëlle Bourgeois, sowie die argentinische Regisseurin Julia Solomonoff (El último verano de la Boyita).

Als dann plötzlich mitten in einer Rede die Rufe nach einem Notarzt laut wurden - ein Besucher bekam Krampfanfälle und wurde ohnmächtig - war der Abend so gut wie nicht mehr zu retten. Der Mann wurde wenige Minuten später von der Ambulanz mitgenommen und befindet sich nun wieder auf dem Weg der Besserung.

Nach diesem turbulenten Tag bekam das Publikum noch Roman Polanski: Wanted and Desired zu sehen. Einen Dok-Film über die Polanski-Ereignisse im Jahre 1978. Die Retrospektive wurde übrigens lückenlos durchgeführt.

So ging dieser überaus turbulente vierte Festivaltag zu Ende.

Quelle: OutNow.CH

28.09.2009 05:41 / crs


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