FIFF 2008: Flower in the Pocket gewinnt

Der Hauptreis des FIFF geht an einen malaysischen Erstling.

So sehen Sieger aus!

So sehen Sieger aus!

Am Wettbewerb des Internationalen Filmfestivals Freiburg (FIFF) 2008 setzte sich eine mit minimalem Budget und Digitalkamera gedrehte Produktion aus Malaysia gegen die beachtliche Konkurrenz durch: Flower in the Pocket, der erste abendfüllende Spielfilm des 29jährigen Liew Seng Tat überzeugte die Internationale Jury mit einer extrem witzigen, aber nie oberflächlichen Geschichte um zwei Kinder, die sich den Respekt ihres Vaters zurückerobern, während sie gleichzeitig mit den Tücken der Mehrsprachigkeit in der malaysischen Gesellschaft zu kämpfen haben. Eine rundum vergnügliche Sache, wie übrigens auch eine Reihe amüsanter Promoclips auf YouTube beweist ( hier , hier, hier, hier, hier und vor allem hier).

Zusätzliche Preise und Spezialerwähnungen gingen an die Filme With the Girl of Black Soil von Jeon Soo-il, El Camino von Ishtar Yasin und He Fengming von Wang Bing.

Die Zuschauer hoben dagegen einen völlig anderen Film auf den Sockel: Der Pulikumspreis ging - keineswegs unerwartet und mit deutlichem Abstand - an den mexikanischen Thriller La Zona von Rodrigo Plá. Diese Geschichte um ein abgeschottetetes Villenviertel in Mexico City, dessen Einwohner eine Hetzjagd auf einen jungen Eindringling veranstalten, fand insbesondere bei den Jugendlichen grossen Anklang, die sich aufgrund organisierter Schüleraufführungen in grossen Scharen einfanden und auch rege am Wettbewerb teilnahmen. La Zona kann diese Auszeichnung auch besonders gut brauchen, denn das Werk hat mit Frenetic einen Schweizer Verleih gefunden, der den Film im Verlauf des Jahres in die Kinos bringen wird.

Einen Schweizer Start erhält auch der Abschlussfilm des Festivals, A Thousand Years of Good Prayers von Wayne Wang - dies dank dem Filmverleih Cineworx. Dieser Film, der den Chinesen Wayne Wang nach einigen eher oberflächlichen Ausflügen ins Starsystem von Hollywood künstlerisch rehabilitiert, ist ein erstaunlich persönliches Werk. Die Geschichte um einen alten Mann aus Peking, der in die Staaten reist, weil er meint, seine dort lebende Tochter nach einer Scheidung moralisch unterstützen zu müssen, wirft einen humorvollen, aber zärtlichen Blick auf chinesisch-amerikanische Beziehungen.

Zahlenmässig bewegt sich der Publikumsandrang am FIFF 2008 mit 25'500 verkauften Tickets etwa auf dem Level der Vorjahre. Besonderen Zuspruch fand die Retrospektive mit den Filmen des persönlich anwesenden südkoreanischen Regisseurs Lee Chang-dong, dessen radikale und aufwühlende Geschichten bei vielen Zuschauern einen bleibenden Eindruck hinterliessen.

Insgesamt lässt sich feststellen: Das FIFF hat sein Stammpublikum trotz personeller und programmatorischer Wechsel bei der Stange halten können. Die stärkere Öffnung gegenüber dem Publikum der Deutschschweiz, wie sie mit der deutschen Untertitelung der Wettbewerbsfilme und der gezielten Anpeilung von deutschsprachigen Medien betreits eifrig betrieben wird, hat allerdings noch nicht ganz die gewünschte Wirkung gezeigt.

Quelle: OutNow.CH

12.03.2008 18:26 / juz


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1 Kommentar

Du Globi. Das Video ist ja nur lustig, wenn man italienisch versteht.... :-D

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