The Ring Thing: Das Interview mit Edward Piccin

Edward Piccin, der Mann, den die Zürcher "Spränzel" nennen, befand sich auf der Autobahn und wurde zum nächsten Radiostudio chauffiert als OutNow.CH sich telefonisch bei ihm meldete. Ein äusserst freundlicher Geselle, der sich sehr bewusst ist, was und vor allen für wen The Ring Thing gedacht ist. OutNow.CH war ihm dank seinen fleissigen Besuchen des Guestbooks auf www.ringthing.ch ein Begriff und er kannte dadurch auch unsere Umfrage zum Film, in dem er die doppelte Hauptrolle spielt. Richtig böse konnte man dem Dreiunddreissigjährigen deshalb nicht werden...

OutNow.CH (ON): The Ring Thing wird manchmal die Schweizer Antwort auf The Lord of the Rings genannt. Wer hat eigentlich ursprünglich danach gefragt?

Edward Piccin (EP): Das ist tatsächlich irgendwo mal richtig gross geschrieben worden. Jetzt ist das nicht mehr wirklich ein Thema. Antwort bedeutet ja immer, dass man versucht, das Gleiche zu machen. Wie zum Beispiel "die Schweizer Antwort auf Elvis Presley", wo man versucht eine gleichwertige Kopie zu machen. Wir machen ja keine Kopie eines Originals sondern lassen uns nur davon inspirieren.
Gefragt danach haben scheinbar viele Leute. Wenn ich in unser Guestbook schaue, dann schreiben da viele, dass es an der Zeit sei, dass ein bierernster Film wie The Lord of the Rings durch den Kakao gezogen wird. Es gibt durchaus Leute, die auf so etwas gewartet haben. Auch wenn OutNow.CH das jetzt nicht glauben kann.

ON: Was man heute am Tag des Kinostarts lesen kann, ist, dass dich viele als Friedo überzeugend finden. Fühlt man sich da geschmeichelt?

EP: Meinen die meine Ähnlichkeit mit Elijah Wood oder finden die ich spiele gut? Weil eine Ähnlichkeit herzustellen ist mittels Perücke nicht allzu schwer. Da würdest auch du schnell einmal ähnlich aussehen. Wenn damit das Spiel gemeint ist - ich spiele ja nicht wie Elijah Wood oder wie Frodo im Film - freue ich mich natürlich über jedes Lob. Aber das mit der Ähnlichkeit kann ich nicht allzu ernst nehmen. Ich finde nicht, ich gleiche Elijah Wood so sehr wie alle behaupten.

ON: Hat man dir aber auch schon gesagt, dass du aussiehst wie Eminem, wenn du auf der Flugzeugtoilette in den Spiegel sprichts?

EP: Das habe ich auch schon gehört. Oder wie Kevin Spacey, oder teilweise wie Tobey Maguire, aber wie der sehe ich mich überhaupt nicht. Ja, ja. (Er seufzt) Auch Harry Potter bekam ich schon zu hören. Je nach dem was gerade im Kino läuft. Die Leute sind sehr anpassungswillig.

ON: Bist du selber zufrieden mit dem, was jetzt im Kino als Endprodukt gezeigt wird?

EP: Erstaunlicherweise ja. Ich bin ja ein kritischer Zuschauer. Und ich weiss, dass das Zielpublikum, das wir haben, zwischen zwölf und fünfundzwanzig Jahre alt ist. Und die wollen, wenn sie eine Parodie oder eine Verarschung sehen gehen, genau sowas. Das bekommen sie nun auch. Diese werden deshalb sicher nicht enttäuscht sein von diesem Film, weil sie auch mit diesen Erwartungen rein gehen.
Ich selber bin mir nicht ganz sicher gewesen, ob wir gut genug sein werden. Vor allem wegen des Zeitdrucks auf dem Dreh, dem Tempo, in dem der Film beendet werden musste, wusste ich nicht, ob es reichen würde, um einen guten Film zu drehen. Ich finde aber, es ist wirklich ein lustiger Film geworden. Ich musste wesentlich mehr lachen, als bei anderen Schweizer Filmen, die letztens rausgekommen sind, die auch ein ähnliches Publikum angesprochen haben. Ich bin deshalb nicht enttäuscht, wenn ich den Film jetzt anschaue. Ich finde ihn witzig und bin zufrieden.

ON: Als Fredi musstest du immer miesepetrig drauf sein. Man hört, ihr hattet es ziemlich gut gehabt untereinander auf dem Set. War es deshalb schwierig vor der Kamera den Anschiss rauszuhängen?

EP: Nein, das kann ich sehr gut. Den Anschiss raushängen war natürlich einfach Teil der Rolle. Ich hatte eher bedenken, dass Fredi als Hauptfigur des Films nicht so sympathisch wirkt. Weil der Zuschauer trotz allem mit der Hauptfigur mitfiebern und mitleiden soll. Das funktioniert auch, weil Friedo schlecht gelaunt ist, da nichts funktioniert in dieser Welt, weil immer alles in die Hosen geht, weil um ihn herum nur Deppen sind. Deshalb verliert er immer wieder die Nerven und das kann man nachvollziehen. Deshalb verzeiht man ihm auch seine Ausbrüche. Aber schwierig zum spielen war es nicht.

ON: Hast du für deine Edelweiss-Brosche am Umhang eine Extragage bekommen?

EP: Schön wär es. Nein. Ich habe sie aber mit Stolz getragen.

ON: Sind schon Synchronisationen in Rätoromanisch und Französisch fürs Welschland geplant?

EP: Nicht, dass ich wüsste. (Er fragt kurz nach bei der Dame vom Verleih). Nein. Die sind in diesem Falle noch nicht geplant.

ON: Was würdest du als typisch bünzli-schweizerisch bezeichnen an dir?

EP: Dass ich pünktlich bin. Diese typische Schweizer Genauigkeit. Wobei man die den Deutschen ja auch nachsagt.

ON: Angenommen, es trudeln schon bald einmal Angebote aus Hollywood ein. Welches der folgenden drei deiner früheren Engagements würdest Du in solch einem Fall am liebsten verheimlichen? Wäre das die Pariser-Reklame, Mannezimmer oder The Ring Thing?

EP: Nichts von alledem. Ich stehe zu allem, was ich gemacht habe.

ON: Dann habe ich zum Schluss noch sechs Stichworte, wobei ich gerne wissen möchte, was dir dabei durch den Kopf geht.

EP: Ok.

ON: J.R.R. Tolkien

EP: Lord of the Rings

ON: Guschti Brösmeli

EP: Witzkassetten

ON: Crest Pariser

EP: (Er schmunzelt) W....Werbung. TV-Werbung

ON: Trash

EP: Humor für "openminded people"

ON: Die Schweiz

EP: Meine Heimat

ON: Internet

EP: Ein nützliches Hilfsmittel. Gut, dass es das gibt.

ON: Besten Dank für das Interview.

Quelle: OutNow.CH

16.12.2004 00:00 / rm


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