Violent Night (2022)

Violent Night (2022)

  1. , ,
  2. 112 Minuten

Filmkritik: Ho-Ho-Holymoly

Zeigt den Bösen wo der Hammer hängt.
Zeigt den Bösen wo der Hammer hängt. © Universal Pictures International Switzerland. All Rights Reserved.

Der echte Weihnachtsmann (David Harbour) hat das Weihnachtsfest satt. Kurz vor Amtsantritt gastiert er in Kneipen, lässt sich mit Bier und Schnaps volllaufen und wünscht sich nur noch, dass die Nacht des Geschenkeverteilens endlich vorüber ist. Halbwegs ansprechbar zieht Santa los, um auch noch die letzten Kamine hinunterzugleiten, die Geschenke mehr oder weniger sicher zu platzieren und die für ihn gebackenen Kekse zu verspeisen.

«Samichlaus, du blöde Maa, wottsch eis a d'Schnurre ha?»
«Samichlaus, du blöde Maa, wottsch eis a d'Schnurre ha?» © Universal Pictures International Switzerland. All Rights Reserved.

Als sich der bärtige Nikolaus sich in das Anwesen der wohlhabenden Familie Lightstone zaubert und sich den dargebotenen Annehmlichkeiten zuwenden möchte, ahnt er nicht, welch lange Nacht ihm noch bevorstehen wird. Eine Söldnerbande rund um ihren Anführer «Mr. Scrooge» (John Leguizamo) hat es sich zum Ziel gemacht, die Familie Lightstone an Weihnachten auszurauben. Nun ist es für Santa an der Zeit, sich seinen inneren Dämonen zu stellen und für Recht und Ordnung zu sorgen. Unterstützt wird er dabei von der mutigen, kleinen Trudy Lightstone (Leah Brady), welche zusammen mit Santa Clause die Ganoven zur Strecke bringen will.

Ganz im Stile von John Wick prügelt sich David Harbour als «Bad Santa» durch die grossen Hallen des Anwesens. Der Haudrauf-Film strotzt nur so vor brutalen Kampfszenen, klassischen Weihnachtsliedern und coolen Punchlines. Klar, der Preis für den kulturell wichtigsten Film des Jahres wird Violent Night nicht erhalten. Stattdessen wird dem Publikum ein Geschenk voller explosiver Action unter den Tannenbaum gelegt. Wer hierbei einen langweiligen und kitschigen Weihnachtsfilm erwartet, wird wohl enttäuscht werden. Ein sackstarker Santa!

VORSICHT! Wer kein Blut sehen kann oder vor Brutalität erschaudert, sollte diesen (Vor-)Weihnachtsfilm lieber meiden. Hartgesottene Actionliebhaber werden aber in 112 Minuten ein draufgängerisches Feuerwerk erleben.

Regisseur Tommy Wirkola ist, zumindest was düstere Actionfilme betrifft, kein unbeschriebenes Blatt. Ist er doch für rasante Hexenjäger-Abenteuer oder für Filme
wie What Happened to Monday? und die beiden Dead Snow verantwortlich. Bei Violent Night übertrifft sich Wirkola aber selbst und liefert in brutalst blutiger John Wick-Manier ein vorweihnachtliches Gemetzel.

Der Humor landet bei der ganzen Schneeparty ebenfalls auf der «Artig-Liste» und schenkt den ZuschauerInnen ab und an ein Schmunzeln oder gar ein Lachen. So gibt David Harbours Santa Clause die blutigen Kostproben seiner Power zu den sanften Klängen zu Bryan Adams' Weihnachtsklassiker «Christmas Time» zum Besten. Auch bei den epischen und wunderbar gezielten Punchlines, welche sich in kurzen Abständen aneinanderreihen, kommt man aus dem Grinsen nicht mehr raus.

David Harbour, bestens bekannt als der knallharte Polizist Jim Hopper aus der Netflix-Erfolgsserie Stranger Things, macht seine Sache so überzeugend, dass man sich genau diesen Weihnachtsmann in jedem neuen Weihnachtsfilm wünscht. Die ZuschauerInnen erhalten nebst einer zwar eher absehbaren Story aber noch eine zusätzlich düstere Hintergrundgeschichte. Diese soll das Wesen und die Vergangenheit von Santa Clause näher beschreiben. Das nimmt dann gewisse Northman-Züge an, was der Story aber absolut guttut und frischen, frostigen Wind hineinbläst.

Fans vom Weihnachtsklassiker Home Alone dürfen sich zusätzlich freuen. Nebst unzähligen anderen Anspielungen auf Weihnachten wie festliche «Codenamen», gibt es am laufenden Band Sprüche und Verweise auf den Klassiker von 1990. Dieser Film spricht aber auch so für sich. An dieser Night ist beinahe gar nichts «holy». Für alle, die sich das Warten auf den neuen John Wick-Film versüssen wollen und alle, die einen ganz neuen Blick auf Santa Clause erhalten wollen.

Und jetzt noch unser Zückerchen für den Weihnachtsstrumpf: Es gibt tatsächlich noch eine ziemlich gesellschaftskritische Szene nach dem ersten Abspann-Block. In diesem Sinne: Frohe Weihnachten!

Sandro Götz [goe]

Sandro bringt seit 2021 für OutNow seine Worte auf den Bildschirm. Sein erster Kinofilm, «The Lion King», hat den Löwen in ihm geweckt. Seither liebt und lebt er alles, was mit dem Thema Film zu tun hat. Auch für Videospiele ist er stets zu begeistern und daddelt gerne auf Controllern rum.

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