Strange World (2022)

Strange World (2022)

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  2. 102 Minuten

Filmkritik: The Raiders of the Strange World

Schon ein wenig strange.
Schon ein wenig strange. © The Walt Disney Company Switzerland. All Rights Reserved

Der legendäre Entdecker Jaeger Clade (Dennis Quaid) versucht gemeinsam mit seinem Sohn Searcher (Jake Gyllenhaal) ein neues Gebiet hinter den Bergen von Avalonia zu entdecken. Auf dieser Reise merkt Searcher aber, dass er eigentlich ein Farmer und kein Entdecker sein möchte. So trennen sich ihre Wege und Jaeger bricht alleine auf, um das fremde Gebiet zu erkunden.

Splat ist auch dabei. Wegen Merchandise.
Splat ist auch dabei. Wegen Merchandise. © The Walt Disney Company Switzerland. All Rights Reserved

25 Jahre nach diesem Vorfall lebt Searcher glücklich mit seiner Frau Meridian (Gabrielle Union) und seinem Sohn Ethan (Jaboukie Young-White) auf seiner Farm und pflegt ein Leben ohne jegliches Abenteuer. Doch dann taucht plötzlich die Bürgermeisterin von Avalonia bei ihm zu Hause auf und verlangt nach seiner Hilfe bei einer wichtigen Mission. Auf dem Weg geht jedoch einiges schief und so kommt es, dass Searcher nicht nur gegen gefährliche Kreaturen kämpfen, sondern auch seine Überzeugungen hinterfragen muss.

Strange World nimmt Elemente aus Indiana Jones and the Raiders of the Lost Ark, Star Wars, Inside Out und Soul und liefert dann ungefähr 100 Minuten lang durchschnittliche Kinder-Unterhaltung. Für Erwachsene gibt es in Strange World leider nichts lohnenswertes. Die Stimmen des The Day After Tomorrow-Duos Dennis Quaid und Jake Gyllenhaal wirken austauschbar und die Story besteht aus zu vielen Plot-Conveniences.

Strange World ist der neue Disney-Film von Oscar-Gewinner Don Hall, den man durch Raya and the Last Dragon und Big Hero 6 kennt. Mit seinem neusten Animationsfilm nimmt er sich nun unfassbar viel vor und scheitert dabei. Einerseits will der Film nette Kinderunterhaltung sein, was er zwar auch schafft, andererseits aber auch haufenweise politische Messages vermitteln, welche viel zu plakativ in den Film reinkonstruiert wurden und zum Schluss fast schon nerven. Der Film will einfach viel zu viel: Auf den Klimawandel aufmerksam machen, eine LGBTQ-Liebesgeschichte erzählen, Rohstoffausbeutung kritisieren und ein wenig Feminismus ist auch noch dabei. Man hätte sich einfach auf einen dieser Aspekte oder sich einfach auf die Abenteuergeschichte konzentrieren sollen. Ein Kinderfilm muss ja nicht immer eine Message haben.

Die Animation sieht, wie immer in den Werken aus dem Hause Disney, hervorragend aus und am Ende gibt es sogar einen ziemlich kreativen Plot-Twist. Im Grossen und Ganzen bekommt man aber mit Strange World einen 08/15-Animationsfilm, der im Gegensatz zu vielen anderen Disney-Filmen eher enttäuscht. Gesungen wird dieses Mal übrigens nicht, wobei dies dem Film wahrscheinlich sogar gut getan hätte.

Zu den Charakteren kann nicht viel gesagt werden, da sie entweder nur ganz kurz beleuchtet oder eindimensional dargestellt werden: Searcher ist ein Farmer, Jaeger ein Entdecker und Ethan homosexuell und will auch Entdecker werden. Mehr Eigenschaften bekommen die Figuren nicht. Charakterentwicklung gibt es zwar schon, aber die passiert urplötzlich und ist überhaupt nicht nachvollziehbar. Auf die eigentlich spannenden Konflikte, die sich im Laufe des Films zwischen den Figuren aufbauen, wird am Schluss kaum mehr eingegangen.

Rouven Jetter [roj]

Rouven ist ein leidenschaftlicher Film-Fan, der es liebt, in fremde Welten einzutauchen. Am besten gefallen ihm die Filme von Christopher Nolan und er ist davon überzeugt, dass, wer nicht mindestens alle drei Jahre die «Star-Wars»-Trilogie schaut, zur dunklen Seite der Macht gehört.

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Kommentare Total: 2

muri

Nach dem Trailer hatte ich noch weniger erwartet, als das der Film schlussendlich doch liefert. Die Animationen sind gewohnt top, aber Story und Figuren finden keinen Zugang. Man versucht zwar, den Vater/Sohn-Konflikt auszuspielen, scheitert aber grandios, weil die Figuren nicht interessieren. Immerhin ist der dreibeinige Hund wirklich Disney-herzig und holt sich hohe Noten ab.

Ansonsten hatte es für eine «strange» World enttäuschend wenig Ecken und Kanten. Das kann Disney eigentlich besser. Sie habens nur schon länger nicht mehr gezeigt....

roj

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