Spiderhead (2022)

Spiderhead (2022)

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  2. 106 Minuten

Filmkritik: Can I borrow a feeling?

Netflix
«Was sollte ich schon wieder sagen?»
«Was sollte ich schon wieder sagen?» © Netflix

Der junge Jeff (Miles Teller) wird nach einer Verurteilung nicht in den Knast geschickt, sondern findet sich in einer Anstalt wieder, die irgendwo auf einer fernen Insel steht. Kopf dieser Einrichtung ist Steve Abnesti (Chris Hemsworth), der an seinen Patienten Experimente mit gefühlsverändernden Drogen durchführt. Auf ihrem Rücken tragen die Insassen eine Konsole, die mit Flüssigkeiten gefüllt ist, welche wiederum von Abnesti selbst injiziert werden können. So sieht sich Jeff verschiedenen Gefühlslagen ausgesetzt, die von panischer Angst über wilde Geilheit bis hin zu unstillbarem Hunger reichen.

«Miiir sind mit em Bööötli daa!»
«Miiir sind mit em Bööötli daa!» © Netflix

Als sich Jeff mit der Insassin Lizzy (Jurnee Smollett) anfreundet und sogar Gefühle für sie hegt, ändert Abnesti seinen Umgangston und versetzt Jeff in eine Situation, in welcher er eine schwerwiegende Entscheidung treffen muss. Überhaupt scheint der stets smart wirkende Chef des Hauses nicht mit offenen Karten zu spielen und als ihm Jeff auf die Spur kommt, eskaliert die Situation. Wer hat seine Gefühle im Griff und wer bestimmt über das Schicksal des anderen?

Spiderhead wird mit zunehmender Filmdauer immer etwas besser und entwickelt sich zu einem Thriller, den man durchaus gucken kann. Der Mix aus lustigen, dramatischen und spannenden Elementen geht in vielen Momenten toll auf, wenn auch leider nicht in allen. Im «Duell» der Stars hat hingegen Chris Hemsworth klar die Nase vorn.

Schriftsteller Georg Saunders ist bekannt für seine interessanten und weitum gerne rezipierten Kurzgeschichten, welche regelmässig ausgezeichnet und prominent abgedruckt werden. Einer dieser Geschichten handelt von einer Einrichtung, in welcher Insassen mittels Injektionen in verschiedene Gefühlsstimmungen gebracht werden können. Diese Story hat Regisseur Joseph Kosinski nun als Film umgesetzt: In Spiderhead lässt er Thor Chris Hemsworth als Bösewicht fungieren, während Miles Teller, mit dem zusammen er gerade erst Top Gun: Maverick gedreht hat, als Gegenpart agiert.

Es dauert ein wenig, bis Spiderhead seine Spur und sein Tempo gefunden hat. So ist es anfänglich ein Kennenlernen der Figuren, der verschiedenen Drogen und der beeindruckend in Szene gesetzten Institution irgendwo auf einer wunderbaren Insel. Sobald aber der Zuschauer merkt, welchen Hintergrund dieses Hemsworth-Lächeln hat und die Geschichte dazu ins Rollen kommt, nimmt auch Spiderhead an Fahrt auf. So gehen die 107 Minuten Spielzeit dann auch flott und ohne grössere Längen vorüber.

Zugegeben: Chris Hemsworth ist 'ne sympathische Socke. So zeugt es durchaus von Kreativität, ihn als Bösewicht zu besetzen und ermöglicht dem Australier, sein aufgebautes Image ein bisschen anzugreifen. Zwar macht er immer noch einen netten und glaubwürdigen Eindruck, darf hier aber auch aus seiner Komfortzone ausbrechen und mehr bieten als nur einen muskulösen Körper und ein verschmitztes Lächeln.

Jungstar Miles Teller hingegen kommt nur selten über sein Standardrepertoire hinaus und überlässt Spiderhead praktisch freiwillig seinem Kollegen. Da darf man auch mal etwas enttäuscht ab der Darbietung sein, denn ein Duell auf Augenhöhe der beiden Kerle hätte dem Film sicherlich nicht geschadet. Immerhin, der Film lässt sich gut sehen - auch ohne dubiose Stoffe im Blut.

Dani Maurer [muri]

Muri ist als Methusalem seit 2002 bei OutNow. Er mag (fast) alles von Disney, Animation im Allgemeinen und Monsterfilme. Dazu liebt er Abenteuer aus fremden Welten, Sternenkriege und sogar intelligentes Kino. Nur bei Rom-Coms fängt er zu ächzen an. Wobei, im IMAX guckt er auch die!

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