Shotgun Wedding (2022)

Shotgun Wedding (2022)

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  2. 100 Minuten

Filmkritik: Rohrkrepierer

«Cheech hat seine Kiffer-Tage hinter sich!»
«Cheech hat seine Kiffer-Tage hinter sich!» © Ascot Elite Entertainment Group. All Rights Reserved.

Obwohl Darcy (Jennifer Lopez) eigentlich keine grosse Hochzeitsfete haben wollte, hat sie dank des Enthusiasmus ihres Verlobten Tom (Josh Duhamel) einer Feier auf einer philippinischen Insel eingewilligt. Nebst der gesamten Verwandtschaft des baldigen Brautpaares taucht auch noch ausgerechnet Darcys Ex Sean (Lenny Kravitz) auf, was Tom ziemlich nervös macht. Kriegt er vielleicht sogar noch am Hochzeitstag kalte Füsse?

«You're tearing me apart!»
«You're tearing me apart!» © Ascot Elite Entertainment Group. All Rights Reserved.

Die Gäste warten gespannt auf den Auftritt des Paares, das sich gerade in seinem Bungalow streitet, als eine Gruppe mit Maschinengewehren bewaffneter Piraten die Gesellschaft überfällt und als Geisel nimmt. Nun ist es an Darcy und Tom, sich vor den Gangstern zu verstecken oder den Versuch einer spektakulären Rettung aller Hochzeitsgäste zu wagen.

Shotgun Wedding schiesst in ziemlich allen Bereichen nur Platzpatronen. Trotz einer quirligen und lauten Performance von Jennifer Lopez bleiben in dieser romantischen Actionkomödie alle Aspekte hinter den Erwartungen zurück. Die Chemie stimmt nicht, die Action ist lieblos inszeniert und den Humor muss man suchen. Ausser ein paar «bösen» Ausdrücken nutzt der Film seine höhere Altersfreigabe überhaupt nicht und wirkt so zahnlos und fade, auch wenn die simple Story ihr Potenzial gehabt hätte. Bleibt zu hoffen, dass dies nur ein kleiner Stolperstein ist auf dem Weg zur Rückkehr der grossen romantischen Komödien auf den Kinoleinwänden.

Was wird wieder geheiratet! Nach dem Erfolg von Marry Me und Ticket to Paradise ist das Genre der Rom-Com auch im Kinosaal wieder vermehrt aufzufinden. So steht Superstar Jennifer Lopez bereits wieder vor dem Altar. Im Gegensatz zu Owen Wilson hat sie sich mit dem Transformers-Beau Josh Duhamel einen richtigen Langweiler ausgesucht. Dieser wurde in letzter Minute als Ersatz des problematischen Armie Hammer gecastet und muss leider als Fehlbesetzung bezeichnet werden. Zwischen Lopez und ihm sprühen keinerlei Funken, und selbst das Streiten wirkt unnatürlich und aufgesetzt. Den Versuch, die Rollen zu vertauschen und Duhamel als Romantiker des Paares zu machen, ist ein Schuss in den Ofen.

Eine grosse Zeit der Handlung verbringt das Paar mit Handschellen aneinander gekettet auf der Flucht vor unfähigen Terroristen. So viel also zur Originalität, denn es ist ja nicht so, als hätten wir The Lost City bereits wieder vergessen. Kann ein Film diese vertrauten Klischees und sich immer wiederholenden Storyabläufe nicht mit einer tollen Chemie der Darstellenden oder clever geschriebenen Dialogen aufwerten, wird es schwierig, eine eigene Identität zu entwickeln. Shotgun Wedding schafft dies nicht.

Mit der Aussicht auf etwas mehr Action und einer Altersfreigabe «ab 17» in den USA hätte man sich schwarzen Humor und spektakuläre Schiessereien erhoffen können. Doch auch daraus wird nichts. Bis auf Ziplines und Fallschirm ist in Sachen Action nichts Spektakuläres zu sehen, und der Film bleibt unglaublich brav und ziemlich blutleer. So kommen weder Action- noch Komödienfans auf ihre Kosten. Der Film plätschert so ein wenig vor sich hin. Wenigstens kann man dabei ein paar Stars angucken und sich nach Ferien in der Dominikanischen Republik sehnen, die hier für die Philippinen gedoubelt hat.

Marco Albini [ma]

2003 verfasste Marco seine erste Kritik auf OutNow und ist heute vor allem als Co-Moderator des OutCast tätig. Der leidenschaftliche «Star Wars»-Fan aus Basel gräbt gerne obskure Genrefilme aus, aber Komödien sind ihm ein Gräuel.

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Kommentare Total: 2

ma

Filmkritik: Rohrkrepierer

muri

Ein Film für die Promi-Fraktion, denn immerhin haben wir den «neuen» J.Lo-Film vor uns. Und wenn dann Lenny Kravitz noch mit halboffenem Hemd durch die schöne Hotelanlage stolziert, dann reicht das einer bestimmten Gruppe von Kinogängern (live erlebt…) bereits aus, um das Ganze «soo geil» zu finden.

Bei etwas genauerem Hinschauen bietet Shotgun Wedding aber erstmal eine 08/15-Story, die nie überrascht, fesselt oder gar aufregt. Richtig, J.Lo wird wunderbar in Szene gesetzt und steht im Mittelpunkt. Den Rest (Stifler's Mom und Cheech inklusive) vergisst man einfach wieder, weil völlig uninteressant.

Es bleibt ein Ferienvideo mit Jenny from the Block, das ein paar Mal etwas kracht, aber sonst enttäuschend zahm, vorhersehbar und in der zweiten Hälfte schlichtweg langweilig ist.

Aber das haben wir ja schon auch erwartet, oder?

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