My Policeman (2022)

My Policeman (2022)

Der Liebhaber meines Mannes
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Filmkritik: Cop Out

47th Toronto International Film Festival
A Harry Affair
A Harry Affair © Courtesy of TIFF

Marion (Emma Corrin, später Gina McKee) ist frischgebackene Lehrerin, hübsch und frisch verliebt in den attraktiven Polizisten Tom (Harry Styles, später Linus Roache). Als er ihr nach ein paar Dates seinen «guten Freund» Patrick (David Dawson, später Rupert Everett) vorstellt, ist sie sehr angetan von dem sanften, gebildeten Kurator und Künstler. Als sich ihre Freundschaft vertieft, nimmt Patrick das Paar mit zu Konzerten, in die Opern und Kunstvorstellungen.

Don't Worry Darling!
Don't Worry Darling! © Courtesy of TIFF

Marion wundert sich zwischendurch etwas über die enge Beziehung zwischen den beiden Männern (Tom hat zum Beispiel einen Schlüssel zu Patricks Wohnung), hinterfragt sie aber nicht. Als Tom Marion einen Antrag macht und die beiden in der Folge heiraten, scheint ihr Glück perfekt. Doch als Patrick plötzlich auf der Hochzeitsreise auftaucht wird sie plötzlich misstrauisch über die Natur der Beziehung zwischen ihrem Ehemann und seinem besten Freund.

My Policeman ist ein schön anzusehendes, aber schwerfälliges LGBTQ+-Drama mit einem faden Hauptdarsteller, der unsicher und nervös wirkt und nie richtig in seiner Rolle anzukommen scheint. Die starken Darbietungen der Nebendarsteller David Dawson und Emma Corrin können die altbackene Malen-nach-Zahlen-Geschichte leider nicht retten.

My Policeman ist ohne Frage ein visuell prächtig anzusehender Film. Wunderschöne Locations von Venedig über London bis ins pittoreske Brighton, liebevoll kreierte und bis ins letzte Detail durchdachte Sets, aufwändige Kostüme und ein höchst attraktiver Cast machen den Film zu einem echten Augenschmaus. Ansonsten ist der Film leider eher ein Fall von «Style(s) over Substance».

Harry Styles hat uns schon in Dunkirk gezeigt, dass er in Uniform eine schneidige Figur macht. Leider reicht das nicht, um als Lead einen ganzen Film zu tragen. Sein Schauspiel als junger Tom ist befangen und unsicher, als fühle er sich unwohl in seiner Haut. Hier hat er weder die emotionale Reichweite noch die physische Präsenz, die man sich sonst von ihm auf der Bühne gewohnt ist. Dem bieten auch seine beiden Partner Emma Corrin und David Dawson, die ihm regelmässig die Schau stehlen, keine Abhilfe.

Das Storytelling des Filmes hat durchaus Potenzial. Direkt von der Romanvorlage von Bethan Roberts genommen, beginnt der Film in den Neunzigern - 40 Jahre nach der Haupthandlung der Geschichte. Die auf den ersten Blick idyllische Ehe von Tom und Marion wird schnell als Farce entlarvt: Tiefliegende Traumas kommen ans Tageslicht und die Spannung zwischen den drei Hauptfiguren macht neugierig auf mehr.

Das darauffolgende Flashback erklärt dann zwar, was sich zwischen den drei zugetragen hat, bedient sich aber an derart vielen Klischees und bekannten Erzählschemas, dass man sich schnell wünscht, wieder zur Rahmenerzählung zurückzukehren. Das geschieht leider viel zu selten. Schade, denn man kriegt viel zu selten die Konsequenzen einer gescheiterten Liebesgeschichte in dieser Konstellation zu sehen. Auch kriegt die Rahmengeschichte viel zu wenig Zei,t einen richtigen Spannungsbogen aufzubauen und fühlt sich schlussendlich unfertig an.

Linda Mullan [ljm]

Wollte wegen Indiana Jones eigentlich Archäologin werden, gräbt heute aber vor allem Perlen (manchmal auch Relikte) an Filmfestivals aus. Mag religiöse Filme von Alderaan, Hogwarts und Mittelerde und fand Jane-Austen-Adaptionen schon vor «Bridgerton» cool. Macht gerne zu Geschichtsdokus Nickerchen.

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Teaser Englisch, 00:46