The Lost City (2022)

The Lost City (2022)

The Lost City - Das Geheimnis der verlorenen Stadt
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  2. 112 Minuten

Filmkritik: Jäger des verlorenen Schatzes

Da vorne gibt es Rüebli.
Da vorne gibt es Rüebli. © Paramount Pictures

Loretta Sage (Sandra Bullock), die zurückgezogen lebende Autorin von Liebesromanen, hat ihre Arbeit schon seit längerem satt. So schliesst sie mehr schlecht als recht und alles andere als motiviert ihr neustes Buch ab - auch weil sie weiss, dass sie bei der folgenden Lesetour wieder mit dem dümmlichen, aber gutaussenden Covermodel Alan (Channing Tatum) unterwegs sein wird, das eher mit seinen Muskeln als mit seinem Hirn auffällt.

Cool guys don't look at explosions.
Cool guys don't look at explosions. © Paramount Pictures

Doch nachdem ein Promo-Auftritt furchtbar schiefgelaufen ist, wird Loretta von dem Milliardär Fairfax (Daniel Radcliffe) kontaktiert. Dieser hofft, dass Loretta ihn zum Schatz der antiken verlorenen Stadt aus ihrem letzten Roman führen kann. Loretta verarbeitete in ihren Büchern jeweils auch ihre Liebe zur Archäologie, und so könnte da an den Hinweisen im Buch wirklich etwas dran sein. Als das Verschwinden der Autorin bekannt wird, macht sich ausgerechnet Alan auf, sie zu retten.

The Lost City bringt mit Action, Witz und Starbesetzung das Feeling von Eighties-Abenteuer-Filmen wie Romancing the Stone zurück. Da viele dieser bekannten und erfolgreich getesteten Elemente gut zusammenpassen, bietet dieser Abenteuerspass kurzweilige Unterhaltung. Der Film hätte aber noch eine Spur frecher sein können. So wird er wohl kaum länger in Erinnerung bleiben.

In den USA war The Lost City bisher ein respektabler Hit - vor allem für Pandemiezeiten. Das ist wenig verwunderlich, bringt der Film auf dem Papier doch alles mit, was nach einem Pärchen-Abend im Kino verlangt: Stars, Abenteuer und Humor. Damit können Frauen wie auch Männer abgeholt werden, ohne dass jemand wegen der Filmwahl gross die Augen verdrehen müsste. Und auch wenn das Endergebnis hätte besser ausfallen können, ist der Film der Regiebrüder Aaron und Adam Nee trotzdem ein lüpfiges Dschungelabenteuer.

Wenn man The Lost City mit dem überdeutlichen Vorbild Romancing the Stone (bei uns eher bekannt unter dem deutschen Titel «Auf der Jagd nach dem grünen Diamanten») mit Michael Douglas und Kathleen Turner vergleicht, stechen hier die Geschlechterrollen ins Auge, die an die heutige Zeit angepasst wurden. Channing Tatums «Held» ist nicht etwa wie Douglas ein Draufgänger, sondern ein Mann mit Gefühlen, der immer leicht überfordert scheint von vielen Situationen . Tatum ist herrlich lustig als Alan, wobei seine Performance immer wieder an seinen Jenko aus den Jump-Street-Filmen erinnert.

Sandra Bullocks Autorin rennt derweil zum Glück nicht schreiend durch das Dickicht, sondern versucht einen kühlen Kopf zu bewahren und die Rätsel zu lösen. Das ist zwar erfreulich im Hinblick auf moderne Geschlechterrollen, aber fehlt dieser Loretta etwas Besonderes, damit sie wirklich erinnerungswürdig bleibt. Bullock weiss aber auch in dieser wenig fordernden Rolle zu überzeugen. Es bleibt aber der Nachgeschmack, dass Bullocks Part für eine Actionkomödie etwas gar zahm ist und bei der (logischerweise) anbahnenden Romanze die Funken nicht wirklich sprühen möchten.

Das fällt besonders im Vergleich mit einem over-the-top agierenden Daniel Radcliffe auf, der an seiner Bösewichtrolle sichtlich Spass hat. Ebenfalls viel Freude bringt Brad Pitt in den Film, der als cooler Retter in der Not viele Lacher auf seiner Seite hat. Als Dankeschön für seinen Auftritt in diesem Film wirkt Bullock übrigens in dem Brad-Pitt-Vehikel Bullet Train mit.

Auch wenn The Lost City so letzten Endes nicht ganz an sein Vorbild herankommt, ist in den 112 Minuten genügend Unterhaltung, Action, Abenteuer-Feeling und Humor enthalten für einen gemütlichen Date-Abend.

Chris Schelb [crs]

Chris arbeitet seit 2008 für OutNow und leitet die Redaktion seit 2011. Seit er als Kind in einen Kessel voller Videokassetten gefallen ist, schaut er sich mit viel Begeisterung alles Mögliche an, wobei es ihm die Filmfestivals in Cannes und Toronto besonders angetan haben.

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Kommentare Total: 3

roj

Zu Beginn hat mir der Film wirklich sehr gefallen. Doch als dann Brad Pitt von der Bildfläche verschwindet, fühlt sich «The Lost City» ähnlich an wie die «Uncharted»-Verfilmung: Langatmig, langweilig und nichtssagend.

muri

Gute, weil locker gespielte erste Hälfte. Nach der Pause (kann die nicht endlich mal streichen), kommt der Film nicht mehr richtig auf Touren und wird in die Länge gezogen. Der Witz verliert sich in Romantik und es wird zum normalen und vorhersehbaren Abenteuerfilm.

Die Stars hingegen machen durchgehend Spass. Chemie zwischen Tatum und Bullock stimmt, Pitt ist ein Wirbelsturm und Potter hat seine guten Momente.

Ist okay.

crs

Filmkritik: Jäger des verlorenen Schatzes

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