Firestarter (2022)

Firestarter (2022)

Feuerkind
  1. , ,
  2. 94 Minuten

Filmkritik: I'm the trouble starter

Flame on!
Flame on! © Universal Pictures International Switzerland. All Rights Reserved.

Bei Familie McGee ist so einiges anders als normal. Die Eltern Andy und Vicky liessen sich während ihrer Studienzeit auf ein suspektes Experiment ein, welches ihr Leben für immer verändern sollte. Wegen der mysteriösen Substanz, die Andy (Zac Efron) injiziert wurde, hat er eine neue Gabe. Plötzlich kann er die Gedanken anderer Menschen beeinflussen, und diese Fähigkeit nutz er in seinem Beruf als Lifecoach schonungslos aus.

A Quiet Place
A Quiet Place © Universal Pictures International Switzerland. All Rights Reserved.

Diese übernatürlichen Kräfte wurden auch auf die pubertierende Tochter Charlie (Ryan Kiera Armstrong) übertragen, welche mit reiner Willenskaft alles in Brand setzen kann. Vor allem in Stresssituationen kann es auch vorkommen, dass sie die Kontrolle über ihre gefährliche Gabe verliert und diese als Waffe einsetzt. Nach einem solchen Vorfall zieht die Familie die Aufmerksamkeit einer geheimen Behörde auf sich, welche sich mit Hilfe eines kaltblütigen Killers auf die Jagd nach der Familie macht.

Nein, der Funke sprüht nicht über bei Firestarter und das Publikum wird nicht Feuer und Flamme für dieses unterkühlte Remake sein. Von den haarsträubend schwachen Dialogen zu den viel zu dunkel gehaltenen Bildern ist dieser laue Mutanten-Thriller ziemlich unnötig. Beim Score von John Carpenter und dem Finale in Violett und Orange kommt kurz Freude auf, die aber sofort wieder - ihr habt's erraten - in einer Rauchwolke verpufft.

Ryan Kiera Armstrong hat es nicht einfach, in die kleinen Fussstapfen von Drew Barrymore zu treten. Sie macht es aber ziemlich gut und ihre Zornausbrüche gehören zu den wenigen Höhepunkten dieser Stephen-King-Adaption. Nebst der Titelfigur fällt auch Charakterdarsteller John Beasley positiv auf, der seinen Szenen die Wärme verleiht, welche sonst arg vermisst wird. Der Rest des Casts kämpft sich mit lachhaften Dialogen herum, und dass King immer wieder indigene Menschen als mystische Klischees in seine Geschichten einwebt, hat einen faden Beigeschmack.

Keith Thomas (The Vigil) versucht mit unkonventionellen Bildkompositionen in gewissen Dialogszenen etwas Frische in den 40-jährigen Stoff zu bringen, scheitert jedoch kläglich und desorientiert stattdessen das Publikum. Die ohnehin schon etwas billig anmutende Produktion scheint aber auch beim Einkauf von Leuchtmitteln gespart zu haben. Viele Sequenzen sind so dunkel geraten, dass es schwierig ist, den Bildinhalt zu erkennen. Eines der helleren Elemente ist natürlich das Feuer, was mit einer Mischung aus CGI und praktischen Effekten entzündet. Die Kreativität sucht man jedoch bei der Inszenierung der Feuerattacken vergebens.

Mit Horror hat Firestarter so gut wie gar nichts zu tun. Zwei offensichtliche Jumpscares helfen nicht darüber hinwegzutäuschen, dass weder Spannung noch Grusel eine grosse Rolle spielen. Am ehesten erinnert der Handlungsablauf an Logan und das Drehbuch nimmt das Wort «Superhero» wohl auch nicht ganz zufällig in den Mund. Wahrscheinlich ein letzter, verzweifelter Versuch, Firestarter im Jahre 2022 relevant zu machen.

Marco Albini [ma]

2003 verfasste Marco seine erste Kritik auf OutNow und ist heute vor allem als Co-Moderator des OutCast tätig. Der leidenschaftliche «Star Wars»-Fan aus Basel gräbt gerne obskure Genrefilme aus, aber Komödien sind ihm ein Gräuel.

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