Doctor Strange in the Multiverse of Madness (2022)

Doctor Strange in the Multiverse of Madness (2022)

Doctor Strange 2
  1. , ,
  2. 126 Minuten

Filmkritik: MultiStrange in the Madness of the Doctorverse

Dieser Doc macht auch Hausbesuche!
Dieser Doc macht auch Hausbesuche! © Marvel Studios

Auf der Hochzeit seiner grossen Liebe Christine (Rachel McAdams) muss sich Dr. Steven Strange (Benedict Cumberbatch) nicht nur damit abfinden, dass sie einen anderen Mann heiratet, sondern er wird auch auf der Strasse vor der Kirche gebraucht. Da rappelt's nämlich deftig und ein Tintenfischmonster macht Jagd auf ein junges Mädchen, die sich später als America Chavez (Xochitl Gomez) herausstellt. Die sieht zwar auf den ersten Blick harmlos aus, kann aber mit Hilfe ihres Willens sternförmige Portale in die Universen schlagen und reist somit im Multiversum herum. Für jemanden, der damit was anfangen kann, sind diese Kräfte deshalb höchst verführerisch.

Wer braucht schon einen Stuhl…
Wer braucht schon einen Stuhl… © Marvel Studios

Auftritt Wanda Maximoff (Elizabeth Olsen). Noch immer ist sie auf der Suche nach ihren (magisch erschaffenen) Kindern und sucht dafür einen Weg, wie sie durch die Universen ihre Jungs wiederfinden kann. Kein Wunder also, macht sie Jagd auf die junge Chavez, die sich zwar unter dem Schutz von Strange und Wong (Benedict Wong) sieht, aber mit der bösen Zauberkraft der inzwischen zur «Scarlet Witch» gewordenen Wanda heillos überfordert ist. Es folgt eine brutale Jagd durch verschiedene Welten, in denen alternative Figuren auftauchen, Helden sich als Bösewichte entpuppen, Untote auferstehen und ein Heimweg je länger je unwahrscheinlicher scheint. Der Scarlet Witch und ihrem dunklen Zauberbuch scheint niemand gewachsen!

Sam Raimi hat aus Doctor Strange in the Multiverse of Madness einen mitunter recht gruseligen und brutalen MCU-Film gedreht, der eine einfache Geschichte ziemlich verzwickt erzählt. Durch das Multiversum gezogen, warten hinter jeder Hausecke Überraschungen und unsere Helden sehen sich in Situationen, aus denen sie kaum entkommen können. Dazu überzeugt die Darstellerriege durchgehend, wobei Elizabeth Olsen ihre wohl bislang stärkste Performance zeigt. Reingehen, mitreissen lassen und geniessen - Der Doktor liefert das, was wir uns erhofft haben!

Nachdem sich Benedict Cumberbatch in Doctor Strange ins MCU begeben hat, folgt nun sein zweiter Einzelfilm, nachdem er ja in den grossen Ensemble-Stücken der letzten Jahre auch auftreten durfte. Unter der Regie von Evil Dead- und Maguire-Spider-Man-Macher Sam Raimi wird der Doktor nun in ein Multiversum-Abenteuer gezogen, in dem es nicht nur fantastische, spannende, tragische und gleichzeitig lustige Sequenzen zu sehen gibt, sondern in dem es auch deutlich düsterer und brutaler zu und her geht als bislang im MCU. Ein Film mit Horror-Elementen, der überdeutlich die Handschrift des Regisseurs trägt.

Viel Geschnatter gab es um Doctor Strange in the Multiverse of Madness bereits Monate vor dem ersten Trailer: Welche Figur aus anderen MCU-Filmen taucht auf? Kommt Tom Cruise als Alternativ-Iron-Man? Wie wird die Geschichte zusammenhängen mit anderen Storys? Hat der Film einen direkten Bezug auf Wandavision oder Spider-Man: No Way Home? Und taucht öppä sogar noch Peter Parker auf? Einige dieser Gerüchte, Berichte, Träume werden in Doctor Strange in the Multiverse of Madness erfüllt, andere bleiben Wunschgedanken. Denn dieser Film ist kein «Best-of» oder gar ein Wunschkonzert, sondern eine mit vielen Spezialeffekten und einigen netten Monstern aufgepeppte Strange-Story, in der Benedict Cumberbatch einmal mehr zeigt, dass er diese Rolle inzwischen intus hat. Er schafft auch locker die Balance zwischen den zwei, drei, vier Stranges, die wir im Trailer ja schon erblicken konnten.

Doctor Strange in the Multiverse of Madness bietet dazu einen wunderbaren Einstieg des Charakters der America Chavez, von welcher wir in den nächsten Jahren wohl noch einiges sehen werden. Mit ihrem Auftauchen entwickelt dieses Strange-Sequel eine flotte Geschichte, die durch diverse Universen rast und dabei den Fokus der Story nicht aus den Augen verliert. Immerhin hat man mit Wanda Maximoff eine Gegenspielerin, die von Elizabeth Olsen brutal gut verkörpert wird. Der Hintergrund ihrer Taten mag tragisch sein, die Aktionen selbst jedoch von höchster Brutalität und Rücksichtslosigkeit.

Bei Filmen von Sam Raimi ist meist sein Kumpel Bruce Campbell nicht weit. Und ja, der Meister hat auch in Doctor Strange in the Multiverse of Madness einen kleinen Platz für seinen Freund gefunden, damit dieser sich mal wieder seinen Fans zeigen darf. Ausserdem ist, und wir sollten es eigentlich bei einem MCU-Film nicht mehr erwähnen müssen, das Aufstehen vor dem Abspann verboten! Es kommen noch zwei kurze Sequenzen, wobei mindestens in einer davon ein Raunen durch den Kinosaal gehen dürfte.

Dani Maurer [muri]

Muri ist als Methusalem seit 2002 bei OutNow. Er mag (fast) alles von Disney, Animation im Allgemeinen und Monsterfilme. Dazu liebt er Abenteuer aus fremden Welten, Sternenkriege und sogar intelligentes Kino. Nur bei Rom-Coms fängt er zu ächzen an. Wobei, im IMAX guckt er auch die!

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Kommentare Total: 4

oscon

Eigentlich kann Marvel gar nicht gross was falsch machen: Der Film ist 100% Popcornkino !
Die Action-Szenen sind Effekte-technisch auf einen tollen Niveau, der Cast solide…
Sicher ist der Film auch ein Fanservice: So ist derjenige Zuschauer doch klar im Vorteil, wenn er die Marvel Serien «Wandavision» und «WhatIf» gesehen hat.
Mit diesem Background lässt sich auch der Beweggrund einer der Hauptfiguren klar verstehen. Das ist nicht «Rocket Science» hinsichtlich der Story, aber sicher unterhaltsam !
Ich fand die Geschichte soweit plausibel und okay: Und sind wir doch mal ehrlich, wer eine tiefgehende Story bei einer Comicverfilmung sucht, sucht die berühmte «Nadel im Heuhaufen» (und muss sich das auch nicht antun ;o)) )
Spannend sind die Cameos, welche Rückschlüsse zur weiteren Fortsetzung der Marvel-Filme (und Serien ?) aufzeigen können.
Aufpassen muss Marvel nur, dass man angesichts des Multiverse nicht den Zuschauer zu sehr ins Grübeln bringt! Hier muss das Rezept sein: Einfache Story, hervorragende Schauspieler und Effekte, welche den Zuschauer umhauen....

roj

Das Ergebnis, wenn man Sam Raimi zuerst sagt, dass er sich austoben soll und der dann aber 3 Monate nachdrehen muss, weil man nicht zufrieden ist.

CrossRaider

Der Film hat mir gefallen.
Leider, leider habe ich Giacchinos Score (oder mindestens Doctor Stranges Thema) schmerzlich vermisst.

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