A Day to Die (2022)

A Day to Die (2022)

Filmkritik: *schnarch*

Er war mal John McClane
Er war mal John McClane © Vertical Entertainment

Connor (Kevin Dillon) ist ein ehemaliger Soldat und verdient sich seinen bescheidenen Lebensunterhalt inzwischen mit kleinen Jobs, die ihn finanziell knapp über Wasser halten. Als er erfährt, dass seine Freundin schwanger ist, muss eine Änderung dieser Lebensweise her, denn dem Nachwuchs soll eine sichere Zukunft geboten werden. Nun aber hat Connor in einer Nebenstrasse einen Mann umgebracht, der zur Entourage von Pettis (Leon) gehört, dem lokalen Gangsterboss. Und wenn Connor mit dem Leben davonkommen will, muss er diesem Kerl auf die Schnelle zwei Millionen Dollar zahlen! Denn das war der zu erwartende Wert des getöteten Handlangers.

Der kleine Brüetsch von Matt Dillon
Der kleine Brüetsch von Matt Dillon © Vertical Entertainment

Dass diese Aufgabe ein Ding der Unmöglichkeit ist, weiss auch Connor, der aber natürlich seine entführte Freundin aus den Händen des Verbrechers retten will. Deshalb trommelt er seine alte Truppe (Frank Grillo, Gianni Capaldi) zusammen, um mit Banküberfällen möglichst schnell auf die gewünschte Summe zu kommen. Dabei haben sie aber die Rechnung ohne den korrupten Polizeichef Alston (Bruce Willis) gemacht, der im Wahljahr dafür sorgen will, dass sein Posten und seine Macht unangetastet bleiben.

A Day to Die ist einer dieser Filme, die weiter unter dem Radar des Mainstreams laufen und höchstens für Fans der Darsteller zumutbar sind. Die Story ist weder spannend, noch sind die Figuren interessant. Actionmässig kocht man auch Sparflamme, was den Film schlussendlich zum gähnenden Langeweiler macht. Bei diesem Cast hätte man auf mehr Rumms hoffen dürfen. Bei aller Liebe zu Bruce Willis, solche Filme hat der Mann nicht verdient.

Bruce Willis ist krank und hat sich bekanntermassen von der Schauspielerei verabschiedet. Einer seiner letzten Auftritte absolviert der Held von damals in A Day to Die, wo er sich mit seiner Präsenz an ein paar Drehtagen einen schönen Batzen Geld abgeholt haben dürfte. Solche Auftritte waren in den letzten Jahren an der Tagesordnung und inzwischen wissen wir ja auch die Gründe für diese Kurzauftritte, mit dem sich Billigproduktionen schmücken. Der Star aus Hollywood steht dafür zuoberst auf dem Filmposter und soll das Publikum anlocken. Doch die Zeiten von Die Hard oder The Sixth Sense sind vergangen und so taucht Willis auch hier nur in wenigen Szenen auf und ist für die eigentlich Story kaum von Wichtigkeit.

Der Fokus in A Day to Die liegt nämlich «überraschenderweise» nicht auf dem Superstar, sondern auf Kevin Dillon, dem Bruder von There's something about Mary-Star Matt Dillon. Dieser versucht sich durch eine lahme Story zu schlagen, wird dabei allerdings schauspielerisch nicht gefordert. Ein paar Schüsse hier, Prügeleien dort, das war's dann auch schon. Gleiches gilt für Frank Grillo, der erst kürzlich in Copshop ähnlich rau und ungehobelt aufgetreten ist. Er wartet wohl auch, dass er nochmals als «Crossbones» im MCU auftauchen kann.

Bruce Willis hingegen sitzt in A Day to Die mehrheitlich hinter seinem Schreibtisch oder auf einem Bänkli. Am Ende greift er zwar noch zur grossen Wumms-Knarre, aber bis dahin ist der Spannungszug schon längstens abgefahren. Ausserdem schafft er es leider nicht, selbst seine kleine Rolle interessant zu gestalten, sondern fügt sich in die langweilige Geschichte ein.

Dani Maurer [muri]

Muri ist als Methusalem seit 2002 bei OutNow. Er mag (fast) alles von Disney, Animation im Allgemeinen und Monsterfilme. Dazu liebt er Abenteuer aus fremden Welten, Sternenkriege und sogar intelligentes Kino. Nur bei Rom-Coms fängt er zu ächzen an. Wobei, im IMAX guckt er auch die!

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