Black Adam (2022)

Black Adam (2022)

  1. , ,
  2. 124 Minuten

Filmkritik: «X-Men: Apocalypse» als DC-Film

James Bond meets The Rock.
James Bond meets The Rock. © 2022 Warner Bros. Entertainment Inc. All Rights Reserved.

Die antike Stadt Kahndaq gilt seit mehreren Tausend Jahren als die Geburtsstädte, aber auch als Todesort, des Antihelden Teth-Adam (Dwayne Johnson). Da die Stadt seit 27 Jahren von einer kriminellen Organisation namens «Intergang» unterdrückt wird, will die Rebellin und Universitätsprofessorin Adrianna Tomaz (Sarah Shahi) das Grab von Teth-Adam aufsuchen und dort eine wertvolle Krone finden, die die Bewohner der Stadt befreien soll. Unglücklicherweise wird bei dieser Aktion der totgeglaubte Teth-Adam befreit.

Endich wieder mal ein Film mit Dwayne Johnson, der nicht im Dschungel spielt.
Endich wieder mal ein Film mit Dwayne Johnson, der nicht im Dschungel spielt. © 2022 Warner Bros. Entertainment Inc. All Rights Reserved.

Die Justice Society of America, bestehend aus Hawkman (Aldis Hodge), Atom Smasher (Noah Centineo), Cyclone (Quintessa Swindell) und Doctor Fate (Pierce Brosnan), erfährt, dass Teth-Adam erwacht ist und wird deshalb von Amanda Waller (Viola Davis) aufgefordert, ihn zu stoppen. Was die Justice Society of America nicht weiss: Es gibt einen anderen Feind, der viel gefährlicher ist als Teth-Adam.

Black Adam ist nun schon der zweite DC-Film mit Dwayne Johnson in der Hauptrolle - und das nur im Jahr 2022. Leider ist sein zweiter Film nicht mal annähernd so gut wie der überragende DC League of Super-Pets. Da fragt man sich schon, was in diesen 15 Jahren der Produktion von Black Adam alles schiefgehen musste, damit so ein mittelmässiger Film rauskommen konnte. Dwayne Johnson spielt wieder mal einen Typen mit Muskeln, es gibt unzählige Logiklöcher und der Humor erinnert eher an einen Marvel-Film. Dieser Streifen kann also gewissenlos übersprungen werden.

Dwayne Johnson warb etwas mehr als ein Jahr für diesen Film. Er pries den Film als die eine Veränderung für das DC Extended Universe, die die Fans sich so sehr gewünscht hätten. Und ja, vielleicht gibt es tatsächlich einige Fans, die fürchterliche CGI-Actionszenen, expositionslastige Dialoge, schwach geschriebene Charaktere und gefühlte 1000 Meta-Gags wollen. Aber DC hat doch bereits durch grossartige Projekte wie The Batman, Peacemaker, The Suicide Squad und Joker bewiesen, dass sie eigentlich nicht nur billigen 08/15-Superhelden-Müll produzieren können.

Jedenfalls zeigt Dwayne Johnson mit Black Adam genau das Gegenteil von dem, was er versprochen hat: Denn der Film ist überhaupt nicht kreativ. Jede einzelne Figur ist entweder schon so oder ähnlich aus dem MCU oder aus einem sonstigen Blockbuster der letzten Jahre bekannt. Die ganze Geschichte ist ein billiger Abklatsch von X-Men: Apocalypse, wobei jener Film deutlich mehr überzeugte als Black Adam.

Dwayne Johnson spielt, wie in jedem seiner letzten Filme, den Helden mit Muckis. Eine emotionale Bindung zum Hauptcharakter kann das Publikum nie wirklich aufbauen und auch die Spannung kann kaum aufrechterhalten werden. Der Film versucht zudem zwischendurch humorvoll zu sein, jedoch sind alle Jokes genau so, wie man sie schon aus dem MCU kennt.

Trotzdem gibt es über Black Adam auch einige positive Punkte zu nennen. Die Dynamik zwischen Noah Centineo als Atom Smasher und Quintessa Swindell als Cyclone - auch wenn die gefühlt nur zwei Minuten im Film vorkommen - macht Spass; davon hätte man gerne mehr zeigen dürfen. Dann gibt es auch einige tolle Slow-Motion-Aufnahmen, die tatsächlich an die Quicksilver-Szene in X-Men: Apocalypse erinnern. Und weil die Autoren ja eigentlich wissen, was gute Filme sind, bekommen die Zuschauer:innen auch noch eine schöne Anspielung auf einen fantastischen Western: Il buono, il brutto, il cattivo.

Rouven Jetter [roj]

Rouven ist ein leidenschaftlicher Film-Fan, der es liebt, in fremde Welten einzutauchen. Am besten gefallen ihm die Filme von Christopher Nolan und er ist davon überzeugt, dass, wer nicht mindestens alle drei Jahre die «Star-Wars»-Trilogie schaut, zur dunklen Seite der Macht gehört.

  1. Artikel
  2. Profil
  3. YouTube

Kommentare Total: 2

muri

Nein, die Kräfteverhältnisse im DC Universum wurden (noch) nicht verschoben, aber der Film liefert für Comicfreunde vieles, das erwartet wurde. Einzelne Szenen sind glatt, der Atom Smasher sorgt für Gelächter und überhaupt, ausser der Dame ist die JS anständig gelungen. Nicht wie in den Comics, aber mit neuem Hintergrund.

Johnson gibt seinen Adam etwas gar ernst, entwickelt sich aber ein bisschen zum augenzwinkernden Antihelden gegen Schluss. Allerdings frage ich mich noch immer, warum in solch teuren Vehikeln zeitweise die SFX so grauenhaft übel sind. Der Flugkampf zwischen Adam und Hawk ist einfach ganz schlecht.

Drücken wir aber ein Auge ganz fest zu, haben wir es hier mit einem fetzigen Superheldenfilm zu tun, der actionmässig einiges liefert, allerdings inhaltlich viel Leerlauf zu überdauern hat. Trotzdem, sooo schlecht wie er überall gemacht wird, ist er sicher nicht. Für einen Kennenlernfilm geht das okay.

Achja, wenn sogar Johnson selber bei Fallon die Midcredit-Szene spoilert, ist die Überraschung nicht mehr so gross, wenn das Teil dann im Kino kommt. Bad Move, Mr. Rock.

roj

Filmkritik: «X-Men: Apocalypse» als DC-Film

Kommentar schreiben