Zalava (2021)

Zalava (2021)

  1. 93 Minuten

Filmkritik: Dämon aus dem Gumfiglas

NIFFF 2022
Der Dämon geht Flöten
Der Dämon geht Flöten © Courtesy of TIFF

Im kurdischen Dorf Zalava stirbt eine Frau nach einem Exorzismusversuch. Die Bevölkerung gibt dabei Massoud (Navid Pourfaraj) die Schuld, denn der Polizist hat alle Schusswaffen konfisziert, die bisher für Exorzismen verwendet wurden. Das Dorf glaubt, mit einem Schuss ins Bein der besessenen Person Dämonen vertreiben zu können. Nachdem Massoud die Waffen zurückgeben muss, holt er sich Hilfe bei der Dorfärztin Malileh (Hoda Zeinolabedin), um die Bevölkerung zu überzeugen, dass Dämonen Hirngespinste sind. Ihnen gegenüber steht jedoch der Exorzist Amardan (Pouria Rahimi Sam), dem die Bevölkerung blind vertraut.

Das Langfilm-Debüt von Arsalan Amiri hat eine spannende Kernaussage: Gesellschaftlicher Druck kann dazu führen, dass man den grössten Unsinn zu glauben beginnt. Dazu ist der Film gut gespielt und sieht ordentlich aus. Allerdings ist er insgesamt dann trotz der kurzen Laufzeit von knapp über 90 Minuten zu zäh und zu langfädig. Denn Zalava scheint auf einen Showdown hinzuarbeiten, der nie kommt. Zwar kriegt der Protagonist Massoud ein wenig Hintergrundgeschichte und gegen Ende gibt's ein wenig Spannung, doch diese wird zu sehr in die Länge gezogen - und die Dämonen bleiben nur Illusion.

Nicolas Nater [nna]

Nicolas schreibt seit 2013 für OutNow. Er moderiert seit 2017 zusammen mit Marco Albini den OutCast. Ausser für Geisterbahn-Horrorfilme, überlange Dramen und Souls-Games ist er filmisch wie spielerisch für ziemlich alles zu haben. Ihm wird aber regelmässig vorgeworfen, er hätte nichts gesehen.

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