Zack Snyder's Justice League (2021)

Zack Snyder's Justice League (2021)

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  3. 242 Minuten

Filmkritik: Doppelt so viel Film, doppelt so gut?

Sky Show
«Das schaffen wir ja nie alleine!»
«Das schaffen wir ja nie alleine!» © 2021 WarnerMedia Direct, LLC. All Rights Reserved. HBO Max™ is used under license

Durch den Todesschrei von Superman (Henry Cavill) wurden drei sogenannte Mutterboxen reaktiviert, die an drei unterschiedlichen Orten auf der Erde versteckt sind. Wer immer diese Mutterboxen zusammenbringt, hat die Macht, die Erde zu übernehmen. Jetzt, da Superman aus dem Weg ist, scheint die Zeit für den ausserirdischen Bösewicht Darkseid und seinen Handlanger Steppenwolf gekommen, um genau dies zu tun.

«Ah, schon besser!»
«Ah, schon besser!» © 2021 WarnerMedia Direct, LLC. All Rights Reserved. HBO Max™ is used under license

Das kann Batman (Ben Affleck), der sich die Schuld an Supermans Tod gibt, nicht zulassen. Er trommelt Diana Prince aka Wonder Woman (Gal Gadot), Arthur Curry aka Aquaman (Jason Momoa), Victor Stone aka Cyborg (Ray Fisher) und Barry Allen aka The Flash (Ezra Miller) zusammen, um mit ihnen ein schlagkräftiges Team auf die Beine zu stellen. Gemeinsam wollen sie die Gefahr aus den Weiten des Alls bannen. Dabei erkennen sie auch, dass es womöglich eine Chance gibt, Superman zurückzubringen.

Die vierstündige Laufzeit kann Zack Snyder zwar nur bedingt rechtfertigen, aber trotzdem ist seine Version im Vergleich mit der Kinofassung der bessere «Justice League»-Film. Die Figuren sind besser ausgearbeitet, der Film wirkt insgesamt runder und der aufgezwungene Humor und Mustache-Gate sind zum Glück fast komplett weg. Ein unterhaltsamer Superteamfilm.

Nach jahrelangem «Täubelen» sind die Fans und Zack Snyder endlich am Ziel. Der Regisseur stellt als Heimkinopremiere die unverfälschte Version seines Justice League-Filmes vor, die auf eine stolze Laufzeit von 242 Minuten kommt. Vergleicht man diese mit der gerade einmal halb so langen Kinofassung, die Joss Whedon und das Studio Warner verantworteten, geht dabei ein eindeutiger Sieger hervor: Zack Snyder's Justice League.

Dies liegt nicht nur am fehlenden «Mustache-Gate» (Superman-Darsteller Henry Cavill durfte für die Nachdrehs seinen für M:I-Fallout benötigten Schnauz nicht abrasieren, weshalb die Rasur dann deutlich sichtbar mit dem Computer gemacht wurde), sondern daran, dass wir hier eine Vision bekommen und nicht zwei unterschiedliche, die sich nicht miteinander vertragen. Whedon versuchte für die 2017er-Kinoversion den damals von Snyder fast komplett abgedrehten Film mit Nachdrehs zu «korrigieren». Whedon integrierte Menschen, die keine Superkräfte (oder wie Bruce Wayne Superbudgets) besitzen, um Spannung zu erzeugen und mehr Humor herauszukitzeln. So musste zum Beispiel Ezra Millers The Flash sich mitten im Showdown noch um eine russische Familie kümmern - sein grinsendes «Dostoevsky» tut heute noch weh. Snyder ging es jedoch in seiner Version nie um die gewöhnlichen Menschen. Zwar ist unser Planet in Gefahr, aber Snyder interessiert sich mehr für die gottgleichen und fast unbesiegbaren Helden und Fieslinge, welche die ganze Sache am Ende eh unter sich ausmachen.

So liegt der Fokus eben auch dort und mit den vier Stunden bleibt dem Regisseur auch genug Zeit, um seine Figuren im Zentrum besser auszuarbeiten. Es ist weiterhin völlig hirnrissig, im grossen Team-up-Film noch schnell mit Aquaman, The Flash und Cyborg gleich drei komplett neue Figuren vorstellen zu wollen - nein, mp4-Files auf einem USB-Stick zählen nicht als Vorstellung. Aber immerhin bekommen auf diese Weise die beiden Letztgenannten deutlich mehr Tiefe verpasst, sodass wir ihnen gerne bei ihren Mühen zusehen. Besonders Cyborg profitiert mit seiner hier sauber aufgegleisten Backstory ungemein. Allgemein wirkt diese Version deutlich runder und der düstere Grundton steht den ansonsten eigentlich so bunten Helden ganz gut.

Das soll jedoch nicht heissen, dass es hier keine verschwendeten Minuten gibt. Die ideale Laufzeit dieses Filmes wäre wohl um drei Stunden, denn ein unnötiger Epilog oder isländische Gesänge hätten locker geschnitten werden können. Auch ist immer noch eine gewisse Holprigkeit vorhanden, da im DC Extended Universe von Anfang an unsauber gearbeitet wurde und so bei gewissen Sachen nur die Hardcore-Fans wissen, was jetzt genau abgeht. Trotz den vier Stunden bleibt Zack Snyder's Justice League aber die ganze Zeit über kurzweilig. Für die Fans, welche lange für diese Version gekämpft haben, ist der Film eh das Grösste. Für alle anderen ist das ganz anständige Superhelden-Unterhaltung. Nicht mehr und nicht weniger.

Zack Snyder's Justice League wird ab dem 1. April 2021 auf Sky Show Schweiz verfügbar sein.

Christoph Schelb [crs]

Christoph arbeitet seit 2008 für OutNow und leitet die Redaktion seit 2011. Seit er als Kind in einen Kessel voller Videokassetten gefallen ist, schaut er sich mit viel Begeisterung alles Mögliche an, wobei es ihm die Filmfestivals in Cannes und Toronto besonders angetan haben.

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Kommentare Total: 3

muri

Fand die zusätzlichen/angepassten Szenen wirklich passend und war gebannt beim Epilog. Der hat mir wirklich gut gefallen. Aber auch diese Veränderungen machen aus einer schwachen Story noch kein "Epos", auch wenn die ZS-Variante deutlich detailierter und tiefer als das Original war.

CrossRaider

Habe den Film noch nicht gesehen, aber "Zack Snyder‘s Version ist im Vergleich mit der Kinofassung der bessere «Justice League»-Film." ... Das war ja nun wohl nicht sooo schwer, oder?

crs

Filmkritik: Doppelt so viel Film, doppelt so gut?

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