Yes Day (2021)

Yes Day (2021)

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  2. 86 Minuten

Filmkritik: Ja. Nein. Vielleicht. Eher nicht.

Netflix
Achtung, gleicht wird's lustig!
Achtung, gleicht wird's lustig! © Netflix

Allison (Jennifer Garner) lebt mit Gatte Carlos (Edgar Ramirez) und den Kids Katie (Jenna Ortega), Nando (Julian Lerner) und Nesthäkchen Ellie (Everly Carganilla) in einem kleinen Häuschen in der Vorstadt. Einst waren sie und Carlos voller Elan und Bewegungsdrang, erlebten Abenteuer und lebten das Leben so, wie es sich gehört. Doch dann kamen die Kinder und aus dem «Ja, machen wir», wurde immer öfters ein «Nein». Das hat dazu geführt, dass die Kinder ihre Mutti heute als Spassbremse betiteln und das Vergnügen im Haus nur noch eine kleine Rolle spielt.

Action im Schlafzimmer
Action im Schlafzimmer © Netflix

Nun soll sich das ändern! Ein Yes Day wird angekündigt, an dem die Kinder die Tagesplanung übernehmen und die Eltern (fast) alles erlauben müssen. Der Morgen startet schonmal spektakulär und der Konfettiregen im Schlafzimmer ist passend zum Anlass. Die Familie startet in einen speziellen Tag, an dem nicht nur die Zusammengehörigkeit und die Zuneigung untereinander einen neuen Schub bekommen soll, sondern Allison ihren Kids beweisen will, dass sie noch immer die Königin des Spasses ist. Wenn das mal gut geht ...

Yes Day ist nett, hat sympathische Darsteller und tut niemandem weh. Mehr darf und kann leider nicht erwartet werden, da die Produktion bereits nach ein paar Minuten den Schwung aus der Geschichte zieht und voll auf die Familienkarte setzt. Auch wenn sich die Idee des Yes Day interessant anhört, als Zuschauer kommt bald das Gefühl auf, dass es diesen Tag gar nicht bräuchte.

Inspiriert vom gleichnamigen Kinderbuch, hat sich der Streaminganbieter Netflix dazu entschlossen, einen Film darüber zu produzieren, was passiert, wenn Eltern zu allen Vorschlägen ihrer Kinder «Ja» sagen. Mit Jennifer Garner (Peppermint, Daredevil) und Edgar Ramirez (Point Break, Zero Dark Thirty) wurden die Eltern in Yes Day prominent besetzt und die bekannte und beliebte Story filmisch umgesetzt.

So etwas wie Yes Day hat natürlich fast unendliches Potenzial für chaotische Szenen, viel Witz und reichlich Tempo. Leider ist Regisseur Miguel Arteta (The Good Girl) nicht ganz dieser Ansicht, sondern er liefert seine Story in der typischen und schon (zu) oft gesehenen Version der Hollywood-Familienkomödie ab, worin man sich über heruntergeschmissene Lampen, farbige Wasserballone oder pinke Plüschteddys aufregt. So hat Yes Day zwar am Anfang einen netten Start, der neugierig auf die kommenden knapp 80 Minuten macht, jedoch dauert es nicht lange und die Erzählweise schlafft ab und setzt auf familienfreundlichen Humor, dem jegliche Ecken und Kanten fehlen.

Natürlich ist es schön, Jennifer Garner mal wieder in einer grösseren Produktion zu sehen. Sie hat sich ja in den letzten Jahren diesebezüglich etwas rar gemacht. Als Mutter, die den Spass wieder entdeckt und sich während des kompletten Films verhält wie ein überdrehtes Girlie mit Zuckerschock, vermag sie aber nicht zu überzeugen. Zu gestellt, zu gespielt und alles ein wenig übertrieben. Schade, die Dame kann es sicherlich besser. Ebenso Edgar Ramirez, der seine beste Szene hat, als der mit dem kleinen Töchterchen im Auto in voller Lautstärke «Faith no More» hört und begeistert mitsingt.

Wer Spass pur erwartet und sich auf fetzige Familienunterhaltung freut, der dürfte sich bald mal hinterfragen, ob ihm Yes Day das wirklich liefert. Denn schon bald ist es vorbei mit dem Spass von der Stange und man setzt auf zwischenmenschliche und familiäre Differenzen, die aus dem Weg geschafft werden müssen. Schliesslich muss ein Happy End her, wofür man bereits in der Mitte des Filmes die Spur legt.

Dani Maurer [muri]

Muri ist als Methusalem seit 2002 bei OutNow. Er mag (fast) alles von Disney, Animation im Allgemeinen und Monsterfilme. Dazu liebt er Abenteuer aus fremden Welten, Sternenkriege und sogar intelligentes Kino. Nur bei Rom-Coms fängt er zu ächzen an. Wobei, im IMAX guckt er auch die!

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